Trump mischt sich ein

Ungarn und Slowakei erbost: Ukraine attackiert erneut russische Pipeline

Nach dem neuesten Angriff der Ukraine reagiert Donald Trump mit einer handschriftlichen Notiz an Orbán. Die russischen Gaspreise steigen.

Kiew – Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine hat Kiew nach eigenen Angaben in der russischen Region Brjansk erneut die besonders für Ungarn und die Slowakei strategisch wichtige Druschba-Pipeline angegriffen. Der Angriff löste internationale Reaktionen aus – bis hin zu einer handschriftlichen Antwort von US-Präsident Donald Trump an den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán.

Die Druschba-Pipeline wird von der Ukraine ins Visier genommen. (Symbolbild)

Ukraine verteidigt sich im russischen Angriffskrieg: Systematische Attacken zeigen Wirkung

Kiew intensivierte zuletzt seine Angriffe auf russische Energieinfrastruktur. Ukrainische Drohnen haben allein in diesem Monat mindestens zehn wichtige russische Energieanlagen getroffen, berichtet CNN. Die Strategie zeigt Wirkung: So sind die Großhandelspreise für Benzin an der Petersburger Börse allein in diesem Monat um fast 10 Prozent gestiegen, seit Jahresbeginn um etwa 50 Prozent.

Robert Brovdi, Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, verkündete laut Politico den jüngsten Angriff mit dem ungarischen Schlachtruf „Ruszkik haza!“ („Russen geht nach Hause“) – eine Anspielung auf die ungarischen Freiheitskämpfer von 1956, die sich gegen die sowjetische Armee auflehnten.

Ukraine greift russische Pipeline an – Trump reagiert mit handschriftlicher Notiz

Orbán wandte sich direkt an seinen „großen Freund“ Trump und beklagte sich über die ukrainischen Angriffe. „Ungarn unterstützt die Ukraine mit Strom und Benzin, im Gegenzug bombardieren sie die Pipelines, die uns versorgen. Eine sehr unfreundliche Geste!“, schrieb der ungarische Ministerpräsident laut CNN. Trump antwortete handschriftlich: „Viktor, das höre ich nicht gern. Ich bin sehr wütend darüber. Sag es der Slowakei. Du bist mein guter Freund“, wie Politico unter Berufung auf ein von Orbáns Fidesz-Partei veröffentlichtes Dokument berichtete.

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Es handelt sich um den dritten Angriff dieser Art seit Anfang August auf die russische Ölinfrastruktur. Der Gouverneur der Region Brjansk, Alexander Bogomaz, berichtete laut Guardian, dass die Ukraine „Himars-Raketen und Drohnen“ eingesetzt habe. BBC Verify bestätigte anhand von Satellitenbildern die wiederholten Schäden an verschiedenen Pumpstationen der Pipeline.

Ukraine und Slowakei: Direktes Gespräch ohne Einigung

Bei ihrem Treffen in der ukrainischen Grenzstadt Uschhorod fanden Selenskyj und der slowakische Regierungschef Robert Fico keine Lösung für ihre Meinungsverschiedenheiten. „Wir haben uns geeinigt, dass wir uns nicht in allem einig sind“, berichtete Fico nach dem Gespräch. Selenskyj betonte die Notwendigkeit einer europäischen Energiewende: „Ein separates und wichtiges Thema war Europas Energieunabhängigkeit - russisches Öl, genau wie russisches Gas, hat keine Zukunft.“

Ungarn und die Slowakei forderten in einem gemeinsamen Brief an die Europäische Kommission Maßnahmen gegen weitere Angriffe. „Die physische und geografische Realität ist, dass ohne diese Pipeline eine sichere Versorgung unserer Länder schlicht nicht möglich ist“, schrieben beide Außenminister.

Ukraine greift Energieinfrastruktur an – Strategische Bedeutung der Druschba-Pipeline

Die 4.000 Kilometer lange Druschba-Pipeline transportiert seit den 1960er Jahren russisches Öl nach Mitteleuropa. Ungarn und die Slowakei sind die einzigen EU-Mitgliedstaaten, die weiterhin russisches Rohöl über dieses System beziehen, nachdem andere EU-Länder nach dem russischen Einmarsch 2022 ihre Energieimporte aus Russland eingestellt hatten.

Trotz der Energiedifferenzen bekräftigte Fico die slowakische Unterstützung für die ukrainischen EU-Beitrittsbemühungen. Die slowakische Regierung unterstütze „alle Initiativen, die zu einem Waffenstillstand und einem Frieden führen“. Für den 20. Oktober vereinbarten beide Politiker eine erneute gemeinsame Kabinettssitzung. Die Ukraine begründet ihre Angriffe auf russische Energieinfrastruktur als Teil ihrer Kriegsstrategie zur Schwächung der russischen Kriegsfinanzierung. CNN berichtet, dass die betroffenen Raffinerien jährlich mehr als 44 Millionen Tonnen an Öl-Produkten verarbeiten – mehr als 10 Prozent der russischen Kapazität. (cgsc mit afp und dpa)

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa

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