Lage vor Ort

Ukraine-Krieg aktuell: Pokrowsk offenbar kurz vor dem Fall – Russen melden Vorstoß in weiterer Stadt

Die aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Kiew nimmt Putins Öllager auf der Krim ins Visier. Russland soll seine militärische Logistik in Mariupol verstärken. Der News-Ticker.

Dieser News-Ticker zum Ukraine-Krieg ist beendet. Die aktuelle Berichterstattung zum Ukraine-Krieg können Sie über unseren neuen Ticker verfolgen.

Update, 8.21 Uhr: Russische Truppen sind nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau tief in die ukrainische Stadt Kupjansk vorgedrungen. Die Streitkräfte rückten demnach Richtung Süden vor und nahmen mehrere Bahnhöfe ein, wie Reuters berichtet. Die umkämpfte Stadt liegt im Osten der Region Charkiw und gilt als strategisch wichtiger Verkehrsknotenpunkt.

Transparenzhinweis

Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Ukraine-Krieg aktuell: Militäranalyst zur Lage an der Front in Pokrowsk

Update, 7.43 Uhr: Schlacht um Pokrowsk: Der unabhängige russische Militäranalyst Oleksiy Kopytko sieht angesichts des bevorstehenden Winters auch mögliche praktische Vorteile für die russische Armee. „Es ist besser, den Winter in einer Stadt zu verbringen und zu überstehen, auch wenn sie zerstört ist, (...) als auf freiem Feld“, sagte er der AFP. Auch würde die Stadt mehr Schutz vor Drohnen bieten.

Update, 11. November, 6.16 Uhr: Noch hält Pokrowsk den russischen Truppen stand. Doch die sowohl für Kiew als auch Moskau strategisch und symbolisch wichtige Stadt in der ukrainischen Industrieregion Donezk steht womöglich kurz vor dem Fall. Russland könnte Militärexperten zufolge nach einer möglichen Einnahme von Pokrowks versuchen, „den Druck von Osten nach Westen über das Gebiet der Region Dnipropetrowsk entlang des Flusses Wowtscha“ zu erhöhen. „Dadurch könnten sie den nördlichen Teil der Region Saporischschja erreichen“, sagte Oleksiy Kopytko vom Center for Military-Political Investigations der Nachrichtenagentur AFP.

Ukraine-Krieg aktuell: Russland setzt Reservisten ein

Update, 22:46 Uhr: Moskau hat erstmals seit Beginn des Ukraine-Kriegs Reservisten zur Verteidigung strategischer Objekte gegen ukrainische Drohnenangriffe eingesetzt. Rund um St. Petersburg nahm eine Anti-Sabotage-Einheit den Dienst auf, meldet Kommersant.

Der Ukraine-Krieg zeigt neue Dimensionen: Kiew bombardiert als Reaktion auf russische Angriffe gegen ukrainische Städte systematisch russische Energieanlagen und Treibstofflager auf feindlichem Gebiet. Obwohl Russlands Luftabwehr täglich Drohnenabschüsse verkündet, führen die Attacken auch zu wiederholten Flugverboten an russischen Flughäfen.

Moskau weist Berichte über Zerwürfnis zwischen Putin und Lawrow zurück

Update, 20:20 Uhr: Moskau weist Berichte über ein Zerwürfnis zwischen Russlands Machthaber Wladimir Putin und seinem langjährigen Außenminister Sergej Lawrow zurück. „All diese Berichte sind absolut falsch“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Montag zu Journalisten, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Lawrow übe sein Amt weiterhin „aktiv“ aus und werde weiter öffentliche Termine wahrnehmen.

Der russische Außenminister, der sonst viele Termine hat, war zuletzt Ende Oktober öffentlich aufgetreten. Gemutmaßt wurde daher, dass Putin Lawrow die Schuld für ein geplatztes Treffen mit US-Präsident Donald Trump in Budapest geben könnte. Das Treffen war nach einem Telefonat Lawrows mit seinem US-Kollegen Marco Rubio abgesagt worden. Moskau hatte zwar von einem konstruktiven Gespräch der Außenminister gesprochen. Aber Trump, der von Putin ein Ende des Ukraine-Kriegs fordert, erklärte, dass er kein ergebnisloses Treffen in Budapest haben wolle.

Ukraine-Krieg aktuell: Russland soll seine militärische Logistik in Mariupol verstärken

Update, 18:56 Uhr: Russlands Truppen sollen in der russisch besetzten Stadt Mariupol ihre militärische Logistik verstärken. Das berichtet die ukrainische Nachrichtenagentur ukrinform unter Berufung auf Angaben des Stadtrates von Mariupol auf Telegram. „Die russischen Besatzungsbehörden bauen die logistische Infrastruktur rund um Mariupol weiter aus“, heißt es dort – darunter der Bau einer Brücke in der Nähe der Stadt.

Der Stadtrat erinnerte zudem an Aussagen des Chefs der sogenannten Donezker Volksrepublik, Denis Puschilin: Dieser hätte im Juni erklärt, dass die Umwandlung von Mariupol in einen Logistik-Knotenpunkt im Ukraine-Krieg das Hauptziel der Besatzungsverwaltung sei. Er habe zudem betont, dass der Hafen, die Eisenbahn und die Autobahnen für die besetzten Gebiete von entscheidender Bedeutung seien, da „sie für den beschleunigten Transfer russischer Streitkräfte und Ausrüstung genutzt werden sollen“.

Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Kiew bittet Atomenergie-Organisation um Dringlichkeitssitzung

Update, 17:55 Uhr: Die Ukraine hat die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) gebeten, eine Dringlichkeitssitzung ihres Gouverneursrats einzuberufen. Das berichtet Ukrainska Pravda unter Berufung auf Kiews Energieministerium. Hintergrund der Bitte sind demnach aktuelle russische Angriffe auf ukrainische Energieinfrastruktur. „Ziel ist es, Mechanismen zu entwickeln, um russische Angriffe auf kritische Infrastruktur zu verhindern und auf verstärkte internationale Maßnahmen im Bereich der nuklearen und radiologischen Sicherheit zu drängen“, zitiert die ukrainische Nachrichtenseite Mykola Kolisnyk, stellvertretender Energieminister der Ukraine.

Kolisnyk berichtet demnach von Notfallreparaturen infolge russischer Angriffe gegen ukrainische Energieinfrastruktur: „Letzte Nacht setzte der Feind 45 Raketen verschiedener Typen ein, darunter mehr als 30 ballistische Raketen und Streumunition.“ Kolisnyk machte zudem auf russische Angriffe auf Umspannwerke aufmerksam, die die Kernkraftwerke Chmelnyzkyj und Riwne versorgen

Russische Soldaten im Sektor Krasnoarmeysk (Pokrowsk).

Update, 17:01 Uhr: Ukrainische Spezialeinheiten haben nach eigenen Angaben in der Nacht zu Montag zum dritten Mal erfolgreich das Öllager Hvardiiske auf der russisch besetzten Krim angegriffen. Das berichtet die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform unter Berufung auf den Pressedienst der Spezialeinheiten.

„Drohnen der Spezialeinheiten nahmen eine Pumpstation auf dem Gelände des Öllagers ins Visier. Dies ist der dritte erfolgreiche Angriff der Spezialeinheiten auf eine Anlage in weniger als einem Monat“, heißt es in dem Bericht über den aktuellen Angriff im Ukraine-Krieg. Das Öldepot ist laut Ukrinform wichtig für die Versorgung militärischer Einrichtungen und den Transport der russischen Armee.

Aktuelle Lage an der Front im Ukraine-Krieg: Russland erhöht Druck im Raum Pokrowsk

Erstmeldung: Kiew – Am umkämpften Frontabschnitt Pokrowsk bleibt die Lage im Ukraine-Krieg aktuell weiter angespannt: Russlands Streitkräfte haben nach ukrainischen Angaben die Zahl der Angriffe auf Stellungen der ukrainischen Truppen im Raum Pokrowsk in der Region Donezk erhöht. Auf Telegram berichtet das 7. Schnellreaktionskorps der ukrainischen Luftlandetruppen, dass die heftigsten Kämpfe in Pokrowsk im Industriegebiet stattfinden würden. Die Truppe halte dennoch ihre Verteidigungslinie.

Unterdessen weist auch der ukrainische Generalstab die russische Meldung einer Einkesselung im Raum Pokrowsk weiter zurück. Ein Sprecher des Generalstabs in Kiew gestand jedoch gegenüber dem Nachrichtenportal Ukrainska Pravda Probleme beim Nachschub für die bedrängten Städte Pokrowsk und Myrnohrad im Osten ein.

Die genaue Lage an dem im Ukraine-Krieg strategisch wichtigen Frontabschnitt ist unklar – die Eroberung von Pokrowsk und Myrnohrad durch Russlands Truppen scheint jedoch bevorzustehen. Lageberichte des ukrainischen Generalstabs klangen zuletzt oft nach Zweckoptimismus, schreibt die Deutsche Presse-Agentur.

Nicht nur bei Pokrowks fährt Russland im Ukraine-Krieg aktuell seine Angriffe hoch: Moskau verstärkt auch ballistische Attacken auf ukrainische Wärmekraftwerke. Wie die ukrainische Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine berichtet, seien in den vergangene Tagen einige Wärmekraftwerke von DTEK, dem größten privaten Energieunternehmen des Landes, in mehreren ukrainischen Regionen von fünf bis sechs ballistischen Raketen angegriffen worden.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Nachrichtenagentur beruft sich auf Aussagen von Dmytro Sakharuk, CEO von D.Trading, dem Handelszweig von DTEK, während einer Sondersitzung zum ukrainischen Energiesektor auf dem Kiewer Sicherheitsforum am Montag (10. November). Sakharuk erklärte demnach, dass bei den jüngsten Angriffen in großem Umfang ballistische Raketen zum Einsatz gekommen seien, weshalb die Verstärkung der Luftabwehr besonders wichtig sei: „Die Erholung des Energiesektors hängt davon ab, wie gut wir uns verteidigen können.“

Ukraine-Krieg aktuell: Russische Angriffe auf ukrainische Energieanlagen – anhaltende Stromausfälle

Kiews Luftabwehr im Ukraine-Krieg ist laut Experten ohnehin zunehmend überfordert. Wladimir Putins Armee gelinge es zunehmend, „die ukrainische Luftabwehr zu umgehen und kritische Infrastruktur zu schädigen“, heißt es im vom Europäischen Austausch und der Konrad-Adenauer-Stiftung monatlich herausgegebenen Bericht „Monitor Luftkrieg Ukraine“ zur Lage im Oktober. Auch in dem Bericht wird auf den russischen Einsatz ballistischer Raketen im Ukraine-Krieg hingewiesen: Dieser habe sich mit 108 Stück mehr als verdoppelt, während gleichzeitig die Abfangquote auf der Basis ukrainischer Angaben bei nur etwa 15 Prozent liege.

Der Fokus der russischen Luftangriffe liege insbesondere auf ukrainischen Energieanlagen wie Kraftwerke, Umspannwerke und Gasspeicher. Die Ukraine leidet in vielen Regionen unter anhaltenden Stromausfällen. Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Sonntagabend würden die Reparaturarbeiten auf Hochtouren laufen.

Aktuelle Zahlen zu Russlands Verluste im Ukraine-Krieg

Nach ukrainischen Angaben bleiben allerdings auch Russlands Verluste im Ukraine-Krieg hoch. Am Montagmorgen meldete der ukrainische Generalstab 1.090 getötete oder verwundete russische Soldaten binnen eines Tages. Russlands Verluste seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Überblick:

  • 11.342 (+7) Panzer
  • 23.562 (+7) gepanzerte Kampffahrzeuge
  • 34.349 (+9) Artilleriesysteme
  • 1.538 (+3) Mehrfachraketenwerfer
  • 1.239 (+0) Luftabwehrsysteme
  • 79.425 (+57) operativ-taktische Drohnen
  • 3.926 (+0) Marschflugkörper
  • rund 1.152.100 (+1090) Soldaten

(Quellen: dpa, Ukrainska Pravda, ukrinform) (Redaktion)

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