Heikles NATO-Manöver

Abschreckung gegen Putin: Bundeswehr-Kampfjets üben Abwurf von Atomwaffen

Nach Provokationen durch Wladimir Putin: Die NATO will Russland offenbar weiter abschrecken. So beteiligt sich die Bundeswehr an einer Atomwaffen-Übung.

Brüssel – Im Umfeld von Ukraine-Krieg und angesichts zahlreicher Provokationen des Moskau-Regimes von Wladimir Putin verstärkt die NATO ihre Abschreckung gegen Russland. Mittendrin: die deutsche Bundeswehr. So schickt Deutschland nun Tornados zu einer Atomwaffenübung der Verteidigungsallianz. So beteiligt sich die deutsche Luftwaffe ab kommender Woche mit mehreren Kampfflugzeugen an einem NATO-Manöver zur theoretischen Verteidigung des Bündnisgebiets mit Atomwaffen.

Ein Tornado-Kampfjet der deutschen Bundeswehr. (Symbolfoto)

Das Manöver passiert in einer Gemengelage, in der Politikerinnen und Politiker Putins „hybride Kriegsführung“ gegen europäische Staaten, wie es EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nannte, beklagen. Zuletzt hatten mutmaßlich russische Drohnen polnischen Luftraum und laut Angaben aus Tallinn nachweislich russische MiG-31-Kampfjets NATO-Luftraum über Estland verletzt. Zudem kam es zu ungeklärten Sichtungen großer Drohnen an den Flughäfen in Kopenhagen sowie in Oslo sowie an Militärstützpunkten.

Abschreckung gegen Wladimir Putin: NATO simuliert Abwurf von Atomwaffen

Wie nun ein Verantwortlicher im militärischen NATO-Hauptquartier im belgischen Mons der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sagte, hat die Bundeswehr drei für das Abwerfen von US-Atombomben ausgerüstete Tornados sowie vier Eurofighter-Kampfjets für die am Montag (13. Oktober) beginnende Militärübung „Steadfast Noon“ angemeldet. Die deutsche Luftwaffe hat insgesamt 68 alte Tornados und 138 Eurofighter-Kampfjets in ihrem Bestand, die Tornados sollen in den kommenden Jahren durch 35 bestellte F-35 ersetzt werden.

An dem Manöver nehmen laut dpa rund 2000 Militärs aus 14 Bündnisstaaten mit mehr als 70 Flugzeugen teil, wie Chefplaner Daniel Bunch schilderte. Dazu gehören neben deutschen Tornados und Eurofightern amerikanische F-35 sowie Überwachungs- und Tankflugzeuge. Hauptstützpunkt für die jährliche Übung der NATO ist die niederländische Luftwaffenbasis Volkel unweit der deutschen Grenze und dem Combined Air Operations Centre (CAOC), dem Zentrum für Luftoperationen der Militärallianz, in Uedem am Niederrhein.

Von Taurus bis Leopard – die Waffensysteme der Bundeswehr im Überblick

Die Bundeswehr ist zu See, an Land und in der Luft mit verschiedenen Waffensystemen präsent.
Ein Startfahrzeug eines Patriot-Luftabwehrsystems der Bundeswehr. (Symbolfoto)
Ein Flugabwehrsystem Skyranger 35 von Rheinmetall, in diesem Fall auf einem GTK Boxer als Waffenplattform.
Die Fregatte F 222 Baden-Württemberg nimmt an der multinationalen Formationsfahrt teil auf dem Transit im Ostchinesischen Meer im Rahmen des Indo-Pacific Deployment, am 11.09.2024.
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Die Tornado-Kampfjets, die bei der Bundeswehr im Rahmen der nuklearen Teilhabe mit den Amerikanern eingeplant sind, sind am Luftwaffen-Stützpunkt im rheinland-pfälzischen Büchel stationiert. Dort sollen unbestätigten Berichten zufolge kleinere Atombomben aus den USA lagern, die im aller äußersten Ernstfall von deutschen Piloten zu ihrem Einsatzort gebracht würden. Die Tornados sind entsprechend ausgerüstet, dass sie besagte Atombomben tragen und abwerfen können - theoretisch. (Quelle: dpa) (pm)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Bernhard Herrmann

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