28-Punkte-Plan

Trumps Ukraine-Friedensplan: So könnte die Zukunft nach dem Krieg aussehen

Die USA und Russland haben anscheinend einen 28-Punkte-Plan für einen Frieden in der Ukraine ausgehandelt. Kiew soll große Zugeständnisse machen.

Frankfurt – Im Geheimen soll die US-Regierung mit Russland einen Friedensplan für die Ukraine ausgehandelt haben. Kiew soll große Zugeständnisse machen. Der Plan, der 28 Punkte umfasst, wurde offenbar ohne die Beteiligung Kiews erstellt. Federführend waren laut dem Nachrichtenportal Axios Trumps Sondergesandter Steve Witkoff und der Moskauer Vertreter Kirill Dmitrijew. Wirklich neu sind die meisten Aspekte nicht. Was bedeutet der Plan für die Ukraine?

Soldaten der Ukraine bei einer Übung in der Region Charkiw. (Archivfoto)

Geheimer Friedensplan der USA und Russland: Ukraine soll Gebietsabtritte akzeptieren

Die deutlichste mögliche Änderung für die Ukraine sind die Gebietsabtritte. Laut dem Plan soll Kiew die Teile von Donezk und Luhansk abgeben, die Russland bisher nicht erobern konnte. Allerdings soll die Region – also der gesamte Donbass – demilitarisiert werden. Im Süden in den Regionen Saporischschja und Cherson soll die Front eingefroren werden. Die Krim bleibt in russischer Hand.

Auch militärisch soll die Ukraine stark beschnitten werden. Laut dem Plan soll die Armee halbiert und auf 400.000 Soldaten begrenzt werden. Bestimmte „Schlüsselkategorien von Waffen“ darf die Ukraine nicht mehr unterhalten, auch eine Reichweitenbegrenzung ukrainischer Waffen ist vorgesehen. Die USA sollen dem Plan zufolge keine Waffen mehr an die Ukraine liefern dürfen.

Aber auch in nicht-militärischen Aspekten soll der Krieg langfristige Folgen für die Ukraine haben: Russisch soll den Forderungen zufolge als Staatssprache anerkannt werden. Zudem soll die frühere moskautreue orthodoxe Kirche wieder zugelassen werden. Im Gegenzug für die ganzen Zugeständnisse stellen Russland und die USA Sicherheitsgarantien in Aussicht. Darum kümmern soll sich dann die EU.

Trump-Putin-Plan für die Ukraine: Die Kernpunkte des Friedensplans

  • Abtretung des gesamten Donbass-Gebiets an Russland
  • Einfrieren der südlichen Frontlinie durch die Gebiete Saporischschja und Cherson
  • Halbierung der ukrainischen Armee und Einschränkung ihrer Bewaffnung
  • Anerkennung von Russisch als Staatssprache
  • Wiederzulassung der früheren moskautreuen orthodoxen Kirche

Friedensplan für die Ukraine mit großen Zugeständnissen an Russland – es gibt eine Alternative

Grundsätzlich sind die meisten dieser Punkte nicht neu. Stattdessen entsprechen sie ziemlich genau den Maximalforderungen und Kriegszielen Russlands. Zu diesen gehört aber auch eine Neuinstallation der ukrainischen Regierung. Zur Zukunft Selenskyjs im Rahmen des 28-Punkte-Plans ist bisher nichts bekannt.

Im Kontrast zum russisch-amerikanischen 28-Punkte-Plan gibt es noch einen Vorschlag: Den Zwölf-Punkte-Plan der EU, der in Zusammenarbeit mit der Ukraine entstanden ist. Darin kommt Kiew deutlich besser weg: Die Front soll eingefroren werden, Sicherheitsgarantien für die Ukraine sollen demnach unter der Aussicht von Donald Trump stehen. (Verwendete Quellen: tagesspiegel.de, zeit.de, axios.com, dpa) (spr)

Rubriklistenbild: © Anatolii Lysianskyi/dpa

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