„Unmenschlich“

Trumps Horror-Knast „Alligator Alcatraz“: Gefangene decken erschütternde Details auf

Maden in Mahlzeiten, kein Wasser, keine Medikamente: Insassen beschreiben grausame Zustände in Trumps neuem Migranten-Gefängnis „Alligator Alacatraz“.

Miami – Wäre Donald Trumps Einwanderungspolitik ein Gebäude, kämen wohl nur zwei Designs infrage: die Mauer an der Grenze zu Mexiko, oder das berüchtigte „Alligator Alcatraz“-Gefängnis in Florida. Das eine hält die Migranten mit einer gigantischen Metallkonstruktion fern, und das andere sperrt diejenigen, die es doch ins Land geschafft haben, zwischen Alligatoren und Schlangen in den Sumpf der Everglades. So jedenfalls der Plan von Trump.

„Unmenschliche Bedingungen“ – Häftlinge berichten über „Alligator Alcatraz“

Trump machte noch Scherze, dass man den Alligatoren im Sumpf möglichst im Zickzack-Kurs davonrennen soll, falls die Flucht aus dem Gefängnis gelänge. Doch für die Migranten in der Haftanstalt ist laut Augenzeugenberichten wohl schon der Alltag eine Tortur. So schlug nun ein Bericht eines inhaftierten Kubaners hohe Wellen, der sich mit CBS per Telefon unterhalten hatte. Am 3. Juli kamen die ersten Häftlinge nach „Alligator Alcatraz“, das seinen Spitznamen dem geschlossenen Gefängnis auf der Insel Alcatraz in Kalifornien verdankt – und natürlich der Tierwelt der Everglades. Den Namen hat Floridas Justizminister James Uthmeier geprägt.

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Laut des Mediums wurde der Reggaeton-Künstler Leamsy La Figura in Miami wegen schwerer Körperverletzung festgenommen. Im Gefängnis in Südflorida sollen laut ihm und anderen Insassen „unmenschliche“ Bedingungen herrschen. So sollen die Gefangenen etwa mit fehlendem Zugang zu Wasser, unzureichender Ernährung und der Verweigerung religiöser Rechte zu kämpfen haben.

Maden im Essen und kein Zugang zu Medikamenten in „Alligator Alcatraz“

„Über 400 Menschen sind hier“, so La Figura. „Es gibt kein Wasser zum Baden. Ich habe seit vier Tagen nicht mehr gebadet“, sagte er. Außerdem sprach er über die Verpflegung: „Sie brachten nur einmal am Tag eine Mahlzeit, und die war voller Maden. Sie schalten 24 Stunden lang das Licht nicht aus. Die Mücken sind so groß wie Elefanten.“

Mit seinem Urteil steht La Figura nicht allein. „Sie respektieren unsere Menschenrechte nicht“, sagte ein Mann laut CBS im selben Telefonat. „Wir sind Menschen, keine Hunde“ Und weiter: „Ich kenne ihre Motive nicht, ob es eine Form von Folter ist. Viele von uns haben ihre Aufenthaltspapiere und verstehen nicht, warum wir hier sind.“

Ein weiterer Häftling gab ab, er sei „kurz davor, den Verstand zu verlieren. Ich habe drei Tage lang meine Medikamente nicht genommen. Bei diesem weißen Licht, das den ganzen Tag brennt, kann ich nicht schlafen.“ Außerdem sagte er, dass seine Bibel konfisziert worden sei. „Sie sagten, hier gäbe es kein Recht auf Religion. Und meine Bibel ist das Einzige, was meinen Glauben aufrechterhält, und jetzt verliere ich meinen Glauben“, sagte er.

Florida weist Vorwürfe zu „Alligator Alcatraz“ zurück

Beamte des Bundesstaates Florida reagierten bereits auf die Vorwürfe: „Die Berichterstattung über die Bedingungen in der Einrichtung ist völlig falsch. Die Einrichtung erfüllt alle erforderlichen Standards und ist in einwandfreiem Zustand“, äußerte Stephanie Hartman, Kommunikationsdirektorin der Florida Division of Emergency Management (FDEM).

Trump besuchte die Einrichtung in seiner Wahlheimat Florida bereits. Beim Rundgang über das abgeschottete Gelände zeigte sich Trump angetan. Hier gebe es „viele Polizisten in Gestalt von Alligatoren“, sagte der Präsident. Den Reptilien müsse man „nicht so viel bezahlen“. Florida will nach eigenen Angaben tausend „kriminelle Ausländer“ auf dem ehemaligen Flugfeld in den Everglades einsperren, einer subtropischen Sumpflandschaft. Das Weiße Haus sprach dagegen vor dem Präsidentenbesuch von 5000 Plätzen.

Donald Trump zu Besuch in „Alligator Alcatraz“.

Trump, der auch Alcatraz wieder eröffnen will, hatte vor seinem Abflug in Washington gesagt, wer von hier fliehen wolle, habe wegen der Alligatoren und Schlangen in den Sümpfen nur eine Überlebenschance von einem Prozent. „Das ist keine schöne Sache. Schlangen sind schnell, aber Alligatoren ... wir werden ihnen beibringen, wie sie vor einem Alligator weglaufen können, okay?“ Das Weiße Haus veröffentlichte zum Trump-Besuch eine Art Filmplakat in Onlinenetzwerken: „Alligator Alcatraz - Make America Safe Again“ (Macht Amerika wieder sicher), hieß es darauf - eine Anspielung auf Trumps Slogan „Make America Great Again“ (Macht Amerika wieder großartig). Es zeigt den Präsidenten neben drei Alligatoren. Sie tragen Kappen der Grenzschutzpolizei ICE. (cgsc mit afp).

Rubriklistenbild: © IMAGO / ZUMA Press Wire

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