Nukleare Bedrohung wächst

Nach Trumps Atomtest-Plan: Linke sieht „Welt am Rand eines atomaren Rüstungswettlaufs“

US-Präsident Donald Trump kündigt Atomwaffentests an. Die Linke sieht diese Ankündigung als Eskalation – und mahnt die Bundesregierung zur Vorsicht.

Washington – US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, umgehend wieder Atomwaffentests der USA aufzunehmen. Die Erklärung schürt weltweit Sorgen vor einer neuen nuklearen Eskalation. Ulrich Thoden, verteidigungspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke im Bundestag, sagte gegenüber fr.de von Ippen.Media, dass sowohl die angekündigte Wiederaufnahme von Atomwaffentests durch die USA als auch die „Zurschaustellung von neuen, nuklearfähigen Angriffswaffen durch Russland“ verdeutliche, „dass die Welt am Rand eines atomaren Rüstungswettlaufs steht.“

Donald Trump ükndigt Atomwaffen-Tests an. Die Linke warnt vor einem nuklearen Wettrüsten.

Thoden mahnt die Bundesregierung, sich einem Wettrüsten nicht anzuschließen. Deutschland solle auf „die Aufstellung von neuen Mittelstreckenraketen verzichten.“ Die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands wäre dadurch nicht beeinträchtigt, so Thoden weiter: „Sie ist mit der Bundeswehr als einer der größten Armeen in Europa, durch die nukleare Teilhabe Deutschlands innerhalb der NATO sowie durch die hier stationierten, verbündeten NATO-Streitkräfte bereits vollumfänglich gewährleistet.“

US-Präsident Donald Trump hält Atomwaffentests für „angemessen“

Donald Trump hatte auf seiner eigenen Plattform Truth Social geschrieben: „Wegen der Testprogramme anderer Länder habe ich das Kriegsministerium angewiesen, mit den Tests unserer Atomwaffen auf gleicher Basis zu beginnen.“ Welche Testverfahren und Waffensysteme konkret gemeint sind, ließ er offen. Er erklärte, er habe das Pentagon beauftragt, den Prozess sofort in Gang zu setzen; über mögliche Teststandorte solle noch entschieden werden.

Gegenüber Journalisten begründete Trump die Pläne mit der Notwendigkeit, mit anderen Atommächten Schritt zu halten. „Wenn andere testen, halte ich es für angemessen, dass wir das auch tun.“ Hintergrund könnten auch russische Aktivitäten sein: Vor wenigen Tagen erklärte Präsident Wladimir Putin, ein Test der atomaren Langstreckenrakete Burewestnik sei geglückt. Nach russischen Angaben fand er im Rahmen eines Manövers der Atomstreitkräfte am 21. Oktober statt. Dabei handelte es sich jedoch um die Erprobung eines neuen Trägersystems – nicht um den Test eines nuklearen Sprengkopfs.

Militärparade in Peking: China präsentiert unter den Augen von Putin und Kim neue Superwaffen

Eine strategischen Interkontinentalraketen von Typ DF-61 wird bei der Militärparade zum 80. Jahrestag der Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg gezeigt.
Chinesische Bomber des Typs Xian H-6 während der Militärparade in Peking.
Chinesische Kampfflugzeuge - Shenyang J-16 (r.), Chengdu J-20 Mighty Dragon (mitte), and Shenyang J-35 (l.) - fliegen während der Militärparade in Peking.
Militärparade in Peking: China hat die interkontinentalen ballistischen Raketen DF-5C zur Schau gestellt.
Militärparade in Peking: China präsentiert unter den Augen von Putin und Kim neue Superwaffen

Expertenalarm: Rückkehr zum nuklearen Wettrüsten

Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri warnt derweil vor wachsenden nuklearen Risiken und einem neuen Rüstungswettlaufs. Demnach haben nahezu alle neun Atomwaffenstaaten – die USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, China, Indien, Pakistan, Nordkorea und Israel – ihre Programme zur Modernisierung der Nukleararsenale im Jahr 2024 intensiv vorangetrieben: bestehende Systeme wurden aufgerüstet, neue Varianten kommen hinzu.

Seit dem Ende des Kalten Krieges hatte die Anzahl der jährlich demontierten Alt-Sprengköpfe in den USA und Russland in der Regel die Stationierung neuer Sprengköpfe übertroffen – die weltweite Zahl der Nuklearwaffen sank daher lange Zeit. Sipri erwartet jedoch, dass sich dieser Trend in den kommenden Jahren umkehrt: Die Demontage verlangsamt sich, während die Einführung neuer Nuklearwaffen an Fahrt gewinnt. (Quellen: Truth Social, Stockholmer Friedensforschungsinstitut, eigene Recherche) (cf)

Rubriklistenbild: © Ng Han Guan/AP/dpa

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