„Ich mag schöne Orte“
Trump verkündet auf G7-Gipfel: „Ich bin der Boss“ – und freut sich auf Abendessen mit Macron in Versaille
US-Präsident Donald Trump soll gut gelaunt beim G7-Gipfel erschienen sein. Andere Gipfelteilnehmer, darunter auch Merz, zeigen sich erleichtert.
Im französischen Évian haben die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten ihren Gipfel mit Beratungen über die Lage der Weltwirtschaft fortgesetzt. Bei einer Arbeitssitzung am Mittwochvormittag ging es um Strategien, wie das Wirtschaftswachstum nachhaltig gestärkt und wirtschaftliche Ungleichgewichte beseitigt werden können. US-Präsident Donald Trump erschien, wie es von Beobachtern heißt, zwar eine Stunde später als Kanzler Friedrich Merz (CDU) – jedoch sichtlich gut gelaunt. Nach seinem Eintreffen verkündete der 80-Jährige in scherzendem Ton: „Ich bin der Boss.“
Die Bemerkung löste Lachen in der Runde aus, und nicht einmal Frankreichs Präsident und Gastgeber Emmanuel Macron zeigte sich verärgert. Grund dürfte die Erleichterung sein, dass Trump die Veranstaltung nicht gesprengt hat, wie es bei ähnlichen Treffen in der Vergangenheit der Fall war. Laut Tagesschau.de fand auch Merz lobende Worte: Trump sei kooperativ und aufmerksam gewesen, und insbesondere beim Thema Ukraine habe es eine länger nicht existente Gemeinsamkeit mit Trump gegeben: „Neu ist, dass sich alle G7-Partner einig sind in der Bewertung der Lage. Die Ukraine hat sich eine neue Position der Stärke erkämpft. Russland kann diesen Krieg militärisch nicht gewinnen.“
Trump freut sich auf Dinner mit Macron: „Versailles, das ist kein Blattgold, das ist das Original“
Trumps harmonische Stimmung könnte mit dem bevorstehenden Abendessen zusammenhängen, das Macron im Schloss Versailles veranstaltet. „Ich mag schöne Orte“, hatte Trump am Vortag zu dem festlichen Event gesagt. „Versailles, das ist kein Blattgold, das ist das Original.“ Der US-Präsident selbst plant für das Weiße Haus einen Ballsaal für 600 Millionen Dollar.
Macron hatte das Essen mit Trump am Mittwochabend in Versailles nicht zuletzt deswegen eingeplant, um den US-Präsidenten bei der Stange zu halten, wie es heißt. Beim G7-Gipfel in Kanada 2025 war Trump vorzeitig abgereist. Es sei aber „kein Galadiner“, sagte Macron. Der Anlass sei der 250. Jahrestag der USA, betonte er.
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Derweil hat Merz angekündigt, nach den zwei Gipfeltreffen die Staats- und Regierungschefs von Frankreich, Großbritannien, Italien und Polen nach Berlin einzuladen. Der Gipfel der sogenannten E5 solle nächste Woche stattfinden, sagte der Kanzler in Évian. Ein Datum nannte er nicht. Bei dem Treffen soll es um die Nachbereitung der beiden Gipfel in dieser Woche gehen. Die 27 EU-Staaten treffen sich am Donnerstag und Freitag in Brüssel. Außerdem soll der NATO-Gipfel in Ankara am 7. und 8. Juli vorbereitet werden.
Polen nicht bei G7-Gipel vertreten
Polen war als einziges Land der E5 nicht beim G7-Gipfel vertreten. Zuletzt hatte es vorwiegend Gipfeltreffen im E3-Format mit Deutschland, Frankreich und Großbritannien gegeben. Diese drei Länder versuchen gemeinsam, die diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs wieder anzuschieben. (Quellen: Tagesschau.de, AFP, dpa) (ktho)
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