Handelsroute im Fokus

Trump lässt Pentagon „Rückgewinnung“ des Panamakanals vorbereiten

Trump fordert das Pentagon auf, „glaubwürdige militärische Optionen“ vorzulegen, um den freien Zugang der USA zum Panamakanal zu gewährleisten.

Washington, DC – Donald Trump ist seit etwa 50 Tagen im Amt und hat in dieser Zeit die Weltordnung in ihren Grundfesten erschüttert. In seiner Rede vor dem US-Kongress vergangene Woche sagte der Präsident: „Um unsere nationale Sicherheit weiter zu stärken, wird meine Regierung den Panamakanal zurückerobern.“

Nun soll der Republikaner einem Medienbericht von NBC News zufolge das US-Verteidigungsministerium aufgefordert haben, konkrete „Optionen für eine Erhöhung der amerikanischen Truppenpräsenz in Panama auszuarbeiten.“

Trump auf globalem Expansionskurs? USA haben Panama-Kanal im Visier

Anfang Januar machte sich Trumps Sohn, Donald Trump Jr., im Familienjet auf den Weg nach Grönland – offiziell war der Besuch privat. Auf eine Frage eines Reporters, ob er der Welt versichern könne, keinen militärische oder wirtschaftliche Macht anzuwenden, um Grönland oder den Panamakanal unter US-Kontrolle zu bringen, sagte sein Vater, Donald Trump, aber schlicht: „Nein.“ Einen Militäreinsatz schloss der Republikaner damit nicht aus. Wie der US-Sender NBC News am Donnerstag (13. März) unter Berufung auf zwei US-Regierungsvertreter berichtete, prüft der Republikaner nun die Möglichkeiten der US-Politik, den Panamakanal unter Kontrolle zu bringen.

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Die Wasserstraße ist eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt, über die rund fünf Prozent des Welthandels laufen. Die Optionen der USA reichen laut den nicht namentlich genannten Beamten von einer engeren Zusammenarbeit mit den panamaischen Sicherheitskräften bis hin zur weniger wahrscheinlichen Option einer gewaltsamen Besetzung des Panamakanals durch US-Truppen. Der Kommandeur des US Southern Command, Admiral Alvin Holsey, sowie Verteidigungsminister Pete Hegseth hatten dem US-Präsidenten demnach diese Woche Strategieentwürfe vorgelegt.

US-Präsident Donald Trump im Video-Gespräch mit Mitgliedern der US-Armee (Archivbild, 2018).

Ob in Panama militärische Gewalt eingesetzt werde, hänge davon ab, wie sehr die panamaischen Sicherheitskräfte einer Zusammenarbeit mit den USA zustimmen, hieß es von den Quellen aus dem Pentagon weiter. Auch der Sender CNN berichtete, das US-Verteidigungsministerium sei von Trump beauftragt worden, „glaubwürdige militärische Optionen“ auszuarbeiten, um den ungehinderten Zugang der Amerikaner zum Panamakanal zu gewährleisten. Dem Sender liegt demnach ein Memo des Verteidigungsministers Hegseth vor.

Panama verteidigt seine Souveränität: Droht wegen Kanal neue geopolitische Krise?

Panamas Außenminister Javier Martínez-Acha teilte gegenüber der Presse mit, sein Land verteidige „weiterhin entschlossen sein Territorium, seinen Kanal und seine Souveränität“. Der Kanal gehöre den Menschen in dem mittelamerikanischen Land und das werde so bleiben. Im Februar hatte der panamaische Präsident José Raúl Mulino bereits Zugeständnisse an die USA gemacht: Demnach will Panama kommendes Jahr die Zusammenarbeit mit Pekings globalem Handels- und Infrastrukturprojekt „Neue Seidenstraße“ beenden. Allein in Lateinamerika und der Karibik beteiligen sich 22 Nationen an dem chinesischen Projekt. Auf Druck aus den USA soll zudem der US-Finanzinvestor Blackrock die Kontrolle über zwei wichtige Häfen am Panamakanal übernehmen.

„Der Kanal sind wir alle. Gemeinsam sind wir Panama“, steht im Januar 2025 auf einem Schild an den Gatun-Schleusen des Panamakanals. Trump hat den Einsatz militärischer Gewalt nicht ausgeschlossen, um den Kanal wieder unter US-Kontrolle zu bringen.

Trump will US-Militärpräsenz am Panama-Kanal verstärken

Ziel der Trump-Regierung sei es, die US-Militärpräsenz in Panama zu verstärken, um den dortigen Einfluss Chinas zu verringern, insbesondere was den Zugang zum Kanal betreffe, sagten die Beamten NBC. Trump hatte sich zuletzt aber auch daran gestoßen, dass das US-Militär Nutzungsgebühren für den Panamakanal zahlt. Die USA hatten den Kanal errichtet und 1914 eröffnet. Im Jahr 1977 übergab Washington unter dem damaligen US-Präsidenten Jimmy Carter die Handelsroute an Panama. 1999 übernahm eine autonome Behörde des lateinamerikanischen Lands die vollständige Kontrolle über die Wasserstraße. Das US-Militär hat laut NBC-Informationen derzeit mehr als 200 Soldaten in Panama stationiert, darunter auch Spezialeinheiten. (bme mit AFP).

Rubriklistenbild: ©  IMAGO / MediaPunch/Zach Gibson

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