Beziehung verschärft sich

Dänemark in „großer Sorge“: Trump lässt Grönland ausspionieren – erste Maßnahme eingeleitet

Trump soll US-Geheimdienste beauftragt haben, Grönland auszuspionieren und Verbündete für seine Rohstoff-Ziele zu finden. In Dänemark ist man besorgt.

Washington - US-Präsident Donald Trump will offenbar seine Spionage-Aktivitäten in Grönland ausweiten. Auf der autonomen Insel, die offiziell zum Königreich Dänemark gehört, sollen mithilfe von verdeckten Maßnahmen potentielle Verbündete ausfindig gemacht werden, um mehr Kontrolle zu erlangen.

In Dänemark will man die Neuigkeit aus den USA nicht einfach hinnehmen. Außenminister Lars Lokke Rasmussen äußerte sich angesichts der Entwicklungen außerordentlich „besorgt“ - und will als Antwort den US-Botschafter einbestellen. Die grönländische Regierung hielt sich mit einer Reaktion auf Trumps Vorstoß zunächst zurück.

Trump will offenbar seine Spionage in Grönland intensivieren

Zuvor hatte ein Bericht des Wall Street Journals vom Dienstag (6. Mai) das Spionage-Vorhaben der USA aufgedeckt. US-Geheimdienste sollen die Anweisung erhalten haben, die Unabhängigkeitsbewegung in Grönland und insbesondere deren Positionen zum Abbau von Rohstoffen durch die USA auszukundschaften. Die Information habe man von „zwei mit dem Vorgang vertrauten Personen“ erhalten, hieß es in dem Bericht.

Der dänische Außenminister Lars Lokke Rasmussen (re.) reagierte besorgt auf die US-Spionage-Informationen des „Wall Street Journals“.

Der Auftrag sei an Behörden wie die CIA, die Defense Intelligence Agency und die NSA gegangen. Die US-Geheimdienste wurden demnach angewiesen, unter Verwendung von Überwachungssatelliten, abgefangenen Kommunikationssignalen und Spionen vor Ort herauszufinden, welche Personen in Grönland und Dänemark die US-Ziele für die Insel unterstützen. 

„Sehr ernste Angelegenheit“: Dänischer Außenminister reagiert auf Trumps Vorstoß in Grönland

Der dänische Außenminister Lars Lokke Rasmussen kündigte als Reaktion die Einbestellung des US-Botschafters an. Der Bericht des Wall Street Journal habe „große Sorge ausgelöst, weil Freunde einander nicht ausspähen“, sagte Rasmussen am Mittwoch (7. Mai) am Rande eines EU-Außenministertreffens in Warschau. Es handle sich um eine „sehr ernsthafte“ Angelegenheit.

Tulsi Gabbard, Chefin der Geheimdienste in den USA, habe unterdessen die Arbeit der Reporterinnen und Reporter kritisiert: „Das Wall Street Journal sollte sich schämen, Akteure des tiefen Staates zu unterstützen, die den Präsidenten durch Politisierung und Weitergabe geheimer Informationen zu schwächen versuchen“, ließ Gabbard laut der Zeitung in einer Stellungnahme verlauten. „Sie verstoßen gegen das Gesetz und untergraben die Sicherheit und Demokratie unseres Landes.“

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Die Beziehung zwischen den USA und Dänemark sind seit einigen Monaten angespannt. Grund sind wiederholte Drohungen des US-Präsidenten, die Kontrolle über die rohstoffreiche Rieseninsel Grönland zu übernehmen. Am Wochenende schloss Trump auch militärische Gewalt für sein Vorhaben erneut nicht aus. Die Regierungen von Grönland und Dänemark weisen die Bestrebungen aus den USA immer wieder zurück. Grönland, die größte Insel der Erde, ist zwar autonom, gehört aber zum Königreich Dänemark. (nz/afp)

Rubriklistenbild: © Johan Nilsson TT/IMAGO // Mark Alfred/IMAGO/ZUMA Press Wire

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