Streit über Epstein-Akten

Trump distanziert sich von „verrückter“ MTG öffentlich und startet massive Attacke

Der Streit zwischen Trump und seiner langjährigen Verbündeten eskaliert: Trump entzieht Marjorie Taylor Greene die Unterstützung. Ursache ist die Epstein-Affäre.

Washington, DC – Die Epstein-Affäre spaltet weiter die MAGA-Welt. Jüngstes Beispiel: Donald Trump hat sich mit seiner langjährigen Unterstützerin Marjorie Taylor Greene überworfen. Am späten Freitagabend (14. November) griff der US-Präsident die republikanische Abgeordnete scharf an.

Im Juni herrschte noch gute Laune zwischen Donald Trump und Marjorie Taylor Greene (Mitte).

In einem Beitrag auf Truth Social bezeichnete Trump die 51-Jährige als „wütende Irre“ und warf ihr vor, sich „extrem links“ positioniert zu haben, weil sie in letzter Zeit die Republikaner in vielen Fragen kritisiert hatte. Trump schrieb weiter, alles, was er von Greene sehe, sei „meckern, meckern, meckern“. Er kündigte an, bei den Zwischenwahlen im nächsten Jahr einen ihrer Gegenkandidaten in ihrem Wahlbezirk in Georgia zu unterstützen.

Trump wendet sich gegen „verrückte“ MAGA-Politikerin Greene

Trump begründete den Schritt zwar mit wiederholter Kritik Greenes an seiner Politik. Doch Greene sieht das anders. Sie selbst führt den Schritt auf ihre Bemühungen zurück, die Regierung zur Freigabe von Akten im Fall des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein zu zwingen. So hatte sie kurz zuvor in einem Interview mit CBS erklärt, sie halte die Versuche des Präsidenten, die Veröffentlichung der Akten über den in Ungnade gefallenen Finanzier Jeffrey Epstein zu verhindern, für „den völlig falschen Weg“.

Trump versuche, andere Republikaner vor einer entscheidenden Abstimmung über die Aktenfreigabe in der kommenden Woche einzuschüchtern, schrieb Greene auf der Plattform X. Es sei „wirklich erstaunlich, wie hart er kämpft, um die Veröffentlichung der Epstein-Akten zu verhindern“. Sie habe Trump zwar lange unterstützt, doch verehre sie ihn nicht und diene ihm auch nicht.

Die lange Liste Jeffrey Epsteins: Donald Trump, Prinz Andrew und viele mehr

Foto von Jeffrey Epstein nach seiner Verhaftung
Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell
Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell
Palm Beach
Die lange Liste Jeffrey Epsteins: Donald Trump, Prinz Andrew und viele mehr

Trump gegen Greene: Streit über Epstein-Akten spaltet die Republikaner

Derzeit drängt eine überparteiliche Gruppe von Abgeordneten im US-Repräsentantenhaus auf die Freigabe aller Epstein-Akten – ein Vorstoß, den Greene unterstützt. „Es ist wahnsinnig, die falsche Richtung einzuschlagen“, sagte Greene auch in einem Interview mit Politico über Trumps Versuche, die Veröffentlichung zu verhindern. „Die Veröffentlichung der Epstein-Akten ist die einfachste Sache der Welt. Einfach alles freigeben. Lasst das amerikanische Volk jeden Aspekt davon durchgehen und unterstützt die Opfer“.

Trump steht wegen Epstein noch stärker unter Druck, nachdem der US-Kongress diese Woche eine Fülle von E-Mails veröffentlicht hat, in denen der verstorbene Sexualstraftäter behauptete, Trump habe „von den Mädchen gewusst“, die er rekrutierte. „Ich weiß nichts davon“, sagte Trump am Freitagabend gegenüber der Presse und bekräftigte damit seine Behauptung, die Epstein-Affäre sei ein „Schwindel“ der Demokraten, der den Republikanern schaden solle. Unterdessen hat das Weiße Haus Justizministerin Pam Bondi angewiesen, Epsteins Verbindungen zu prominenten Demokraten zu untersuchen.

Langjähhrige Trump-Verbündet: Marhjorie Taylor Greene in Stcihpunkten

NameMarjorie Taylor Greene
Geboren27. Mai 1974
GeburtsortMilledgeville (Georgia)
ParteiRepublikaner
AmtKongressabgeordnete

Risse in der MAGA-Welt: Greenes politischer Kurswechsel sorgt für Aufsehen

Greene hat in den vergangenen Monaten zunehmend Positionen eingenommen, die von Trumps Linie abweichen. So kritisierte sie das Weiße Haus für dessen Pläne, Waffen im Wert von „Milliarden Dollar“ an die Ukraine zu liefern. Zudem wandte sie sich von der traditionellen Unterstützung der Republikaner für Israel ab, indem sie den Gaza-Krieg als „Völkermord“ bezeichnete.

Während des langwierigen Shutdowns stellte sie sich auf die Seite der Demokraten in ihrem Bestreben, Subventionen für die Gesundheitsversorgung bereitzustellen. In einem Interview mit der Washington Post zeigte sie sich wegen der Haushaltskrise äußerst unzufrieden mit führenden Kongressmitgliedern ihrer eigenen Partei. Kritik übte sie in diesem Zusammenhang auch an Mike Johnson, dem Sprecher des Repräsentantenhauses. (Quellen: CBS, Politico, Guardian, Independent, X, Truth Social) (cs)

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