Sorge um AKW-Ruine

„Schaden erheblich“: Selenskyj meldet russischen Drohnenangriff auf Tschernobyl-Reaktor

Russland soll den Beton-Sarkophag des Tschernobyl-Reaktors angegriffen haben. Die Kernschmelze im Block 4 führte am 26. April 1986 zu einem weltweiten Super-Gau.
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Russland soll den Sarkophag des Tschernobyl-Reaktors angegriffen haben. Die Kernschmelze im Block 4 führte am 26. April 1986 zu einem weltweiten Super-Gau.

Der Tschernobyl-Reaktor soll von einer russischen Drohne getroffen worden sein. Selenskyj teilt ein Video des Angriffs. Die Strahlungswerte sollen normal sein.

Update vom 14. Februar, 16.28 Uhr: Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas geht davon aus, dass die in der Nacht gemeldeten Beschädigungen am ukrainischen AKW Tschernobyl auf einen gezielten Angriff Russlands zurückzuführen sind. „Wir haben heute gesehen, dass Russland das Atomkraftwerk bombardiert“, sagte die frühere estnische Regierungschefin bei der Münchner Sicherheitskonferenz. Solche Angriffe auf zivile nukleare Anlagen seien nicht hinnehmbar. 

Kallas wertete das Ereignis zudem als Beleg dafür, dass Russland nicht ernsthaft an den von US-Präsident Donald Trump gewünschten Verhandlungen für eine Beendigung des Krieges in der Ukraine interessiert ist. „Das zeigt eindeutig, dass sie keinen Frieden wollen“, sagte sie. Alle bisherigen Gespräche seien völlig überflüssig gewesen.

Russland soll Tschernobyl-Hülle beschädigt haben – Selenskyj nennt weitere Details

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fügte am Freitag auf einer Pressekonferenz auf der Sicherheitskonferenz in München hinzu, dass die Drohne in einer Höhe von 85 Metern geflogen sei. „Mir scheint, dass es wichtig ist zu begreifen, dass die Radare auf dieser Höhe nicht sehen“, sagte er. Er wertete dies im Zusammenhang mit dem Zeitpunkt des Beschusses unmittelbar vor der Konferenz als Hinweis darauf, dass das russische Militär das AKW gezielt beschossen habe und der Treffer kein unglücklicher Zufall sei. Die aus Stahl bestehende Schutzhülle hat eine Höhe von 110 Metern.

Selenskyj meldet russischen Angriff im Ukraine-Krieg: Putins Drohne habe Tschernobyl-Hülle beschädigt 

Erstmeldung: Tschernobyl – Laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj soll Russland den neuen Sarkophag des Tschernobyl-Reaktors mit einer Drohne angegriffen haben. Das teilte Selenskyj auf der Social-Media-Plattform X mit. Die Schutzvorrichtung des Reaktorblocks 4 sei beschädigt worden. Die Strahlungswerte seien bisher nicht angestiegen und werden weiter überwacht. Weiter schrieb der ukrainische Präsident: „Ersten Einschätzungen zufolge ist der Schaden an dem Bunker erheblich.“

Selenskyj teilte auch ein Überwachungsvideo der Tschernobylanlage, auf dem der Angriff zu sehen ist. Um 2.02 Uhr am Morgen sieht man, wie etwas in den Sarkophag des Reaktorblocks einschlägt. Die Explosion war allem Anschein nach heftig, die Überwachungskamera wackelt. Eine Drohnenaufnahme nach dem Einschlag zeigt das Loch in der Reaktorschutzhülle und einen Brand. Im Inneren der Schutzhülle sieht man wie die Flammen gelöscht werden und die Überreste der vermeintlichen Drohne.

Video zeigt Angriff auf den Tschernobyl-Sarkophag – Strahlungswerte laut Selenskyj im Normalbereich

Sorge um Tschernobyl zu Beginn des Ukraine-Kriegs – neue Konstruktion schützt vor Strahlung

Zu Beginn des Ukraine-Kriegs hatte die russische Armee Tschernobyl besetzt. Aktuell ist sie wieder unter ukrainischer Kontrolle. Schon damals bestand die Sorge, dass die Russen den Sarkophag beschädigen könnten. Die Vorrichtung soll verhindern, dass die durch die Reaktorkatastrophe im Jahr 1986 entstandene Strahlung des zerstörten Blocks nach außen dringt. Sollte das Gerüst zusammenbrechen, ist unklar, wie stark die Strahlenbelastung für das angrenzende Gebiet und die Region ausfallen könnte.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Der neue Sarkophag steht seit November 2016 und umgibt den alten Sarkophag aus Beton. Die Konstruktion wiegt 25.000 Tonnen und ist 165 Meter breit und 110 Meter hoch. Neben dem alten Tschernobyl-Reaktor ist auch der noch laufende ukrainische Atommeiler Saporischschja immer wieder von russischen Angriffen bedroht. (sischr)

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