„Simulierter Feind“

Sapad 2025: Wladimir Putins russische Armee und Belarus proben Drohnen-Abwehr

Wladimir Putins Streitkräfte und die belarussische Armee studieren bei „Sapad 2025“ hypothetische Kämpfe gegen die Nato ein. Drohnen-Abwehr inklusive.

Minsk – Die Verteidigungsallianz Nato blickt sorgenvoll in Richtung Russland. Das Moskau-Regime lässt beim großen Militärmanöver „Sapad 2025“ geschätzt 13.000 Soldaten in Belarus mögliche Konfrontationen mit dem westlichen Militärbündnis trainieren. Bezeichnend: Sapad heißt übersetzt Westen. Dabei rückt offenbar eine aus dem Ukraine-Krieg bekannte Waffe in den Fokus: Drohnen.

Wladimir Putins russische Armee übt bei „Sapad 2025“ unter anderem die Flugabwehr von Drohnen.

Während sich Befürchtungen einer möglichen Mobilmachung durch „Sapad“ für den Ukraine-Krieg bislang nicht bestätigt haben, lässt Kreml-Autokrat Wladimir Putin in Belarus offenbar gezielt die Abwehr von Kamikaze-Drohnen und anderer Luftangriffe üben. The Military Watch Magazine zitiert aus einer Mitteilung des russischen Verteidigungsministeriums: „Während der gemeinsamen strategischen Übung Sapad 2025 zwischen Russland und Belarus wehrten Flugabwehrraketen-Einheiten des Moskauer Militärbezirks den Luftangriff eines simulierten Feindes ab.“

Drohnen im Ukraine-Krieg: Flugabwehr auf beiden Seiten mit der 9K38 Igla

Demnach wurden 40 simulierte Drohnen-Ziele mit schultergestützten Flugabwehrraketen vom Typ 9K38 Igla bekämpft. Dabei handelt es sich um eine Luftabwehr-Lenkwaffe, die noch in den 1970er und 1980er Jahren in der Sowjetunion entwickelt wurde. Diese habe sich aber im Ukraine-Krieg als äußerst wirkungsvoll erwiesen, heißt es in dem Bericht, so hätten die Ukrainer angeblich selbst modernere russische Su-34-Kampfjets mit den vergleichsweise alten Raketen abgeschossen.

Die 1,75 Meter lange Boden-Luft-Rakete steuert ihr Ziel mittels Infrarotsucher an. Und zwar über eine Reichweite von geschätzt bis zu vier Kilometern, was ihren Einsatz auf vergleichsweise tief fliegende Ziele begrenzt. Wie etwa Drohnen. Die neueste Variante, die 9K338 Igla-S, soll eine verbesserte Suchertechnologie und eine erhöhte Reichweite von bis zu sechs Kilometern haben.

Von Taurus bis Leopard – die Waffensysteme der Bundeswehr im Überblick

Die Bundeswehr ist zu See, an Land und in der Luft mit verschiedenen Waffensystemen präsent.
Ein Startfahrzeug eines Patriot-Luftabwehrsystems der Bundeswehr. (Symbolfoto)
Ein Flugabwehrsystem Skyranger 35 von Rheinmetall, in diesem Fall auf einem GTK Boxer als Waffenplattform.
Die Fregatte F 222 Baden-Württemberg nimmt an der multinationalen Formationsfahrt teil auf dem Transit im Ostchinesischen Meer im Rahmen des Indo-Pacific Deployment, am 11.09.2024.
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Erst kürzlich hatten die Ukrainer, die auch Putins russischer Marine im Schwarzen Meer Verluste zufügen, ein neuartiges Flugabwehrsystem vorgestellt. Die Militärblogger von Militarnyi hatten bei Social Media Fotos des Konstruktes verbreitet. Dabei ist eine Igla-Abschussvorrichtung auf einer modernen Bodendrohne auf Rädern montiert. So kann die Rakete wohl aus sicherer Entfernung bedient werden, ohne dass sich ein Soldat, der sie tragen müsste, der Gefahr von Gegenfeuer aussetzt.

Luftabwehr gegen Drohnen: Ukraine und Russland setzen auf Igla-Raketen

Auch in diesem Zusammenhang wurde darauf hingewiesen, dass sich die Igla zur Bekämpfung von Drohnen eigne. Und zur Abwehr von Kampfhubschraubern. So verweist das Military Watch Magazine in seinem Bericht darauf, dass zum Beispiel die Amerikaner Apache-Kampfhubschrauber nach Polen verlegt hatten. Das große Militärmanöver „Sapad“ findet unweit der Nato-Ostflanke und der belarussischen Grenze zur Europäischen Union (EU) statt. Vergangene Woche hatten über Polen abgeschossene russische Drohnen für große Aufregung gesorgt. (Quellen: The Military Watch Magazine, Militarnyi) (pm)

Rubriklistenbild: © Montage IPPEN.MEDIA / IMAGO / ITAR-TASS / ZUMA Press

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