Krieg in der Ukraine

Russlands Luftangriffe zeigen Wirkung: Ukraine kämpft gegen Dunkelheit und Kälte

Fast alle Kraftwerke in der Ukraine sind zerstört, täglich fällt der Strom aus. Das Land braucht Luftverteidigung, damit es durch den Winter kommt.

Kyjiw – Der Ukraine geht langsam das Licht aus: Russland habe seit Beginn des Ukraine-Kriegs neun Gigawatt an Kraftwerksleistung zerstört. Diese Zahl nannte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei der Wiederaufbaukonferenz in Berlin.

Selenskyj zur Energiekrise in der Ukraine: „Luftverteidigung ist die Antwort auf alles“

Insgesamt hätten die Spitzen des Energieverbrauchs im vergangenen Winter bei 18 Gigawatt gelegen, erklärte der Regierungschef – die Hälfte davon ist also weg. Die drei verbliebenen Atomkraftwerke – das vierte und leistungsstärkste, Saporischschja, ist abgeschaltet, seit Russland das AKW besetzt hatte – können bis zu 7,7 GW an Strom produzieren. Das Importmaximum beträgt 1,7 GW. Angesichts dieser Engpässe kündigte der staatliche Netzbetreiber Ukrenerho an, zeitweise planmäßig den Strom abschalten zu müssen, erklärte der ukrainische Ministerpräsident Denys Schmyhal.

Die Energieversorgung der Ukraine für den Winter ist kritisch.

Auf der Ukraine-Wiederaufbaukonferenz warb Selenskyj gemeinsam mit Kanzler Olaf Scholz (SPD) deswegen dafür, die Ukraine beim Ausbau ihrer Luftverteidigung zu unterstützen. „Luftverteidigung ist die Antwort auf alles“, sagte Selenskyj. Solange Wladimir Putin diese Möglichkeit nicht genommen werde, die Ukraine zu terrorisieren, „wird es für Putin kein wirkliches Interesse geben, einen fairen Frieden anzustreben“, unterstrich der ukrainische Präsident. 

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Putin greift gezielt Energie-Infrastruktur an

Um die Energieversorgung zu verbessern, plant die Ukraine bisher, in diesem Jahr bis zu ein Gigawatt durch dezentrale und flexible Gasgewinnung sicherzustellen. Vier weitere Gigawatt sollen in den nächsten Jahren dazu kommen. Zudem will Ukrenerho den Stromimport bis kurz vor der Maximalkapazität steigern und sich unter anderem aus Polen, Rumänien, der Moldau und Ungarn beliefern lassen.

Gleichzeitig müssen die beschädigten Kraftwerke wiederaufgebaut und repariert werden. Doch ohne die von Selenskyj verlangten Patriot-Systeme zur Flugabwehr ist das kaum sinnvoll: Energie-Infrastruktur sei für Putin „eine der wichtigsten Zielscheiben“, merkte der Regierungschef der Ukraine in Berlin an, „Energie ist für Russland eine Waffe“. (ah mit dpa)

Rubriklistenbild: © Thomas Trutschel/AA/phototek.de

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