Drohnenangriffe gemeldet

Putins Rache für Russlands Wirtschaft: In der Ukraine geht das Licht aus – Energiekrieg eskaliert

Seit Wochen setzt die Ukraine im Krieg auf Attacken gegen Russlands Wirtschaft. Der Druck auf Putin steigt: Der Kreml lässt die Energiesysteme angreifen.

Kiew/Moskau – Im Ukraine-Krieg setzen Kiew sowie Moskau seit Wochen auf gezielte Angriffe auf die Energieinfrastrukturen des Gegners. Allerdings verfolgen die Akteure dabei ganz unterschiedliche Ziele: Wolodymyr Selenskyjs Armee versucht, durch Drohnenangriffe Putins Ölraffinerien zu beschädigen. In der Folge soll es zu Engpässen für Russlands Wirtschaft kommen. Die Strategie zeigt inzwischen Erfolge – und wird unter anderem durch die USA unterstützt: Die Geheimdienste von Donald Trump sollen seit Sommer wichtige Informationen für die Attacken liefern.

Angriffe auf Putins Energiezentrale: Putin intensiviert die Attacken als Reaktion auf Schläge gegen Russlands Wirtschaft. (Archivbild)

Russland verfolgt mit den Angriffen auf die ukrainischen Energiesysteme hingegen andere Ziele. Bereits in den vergangenen Kriegsjahren nahm Wladimir Putin zu Beginn der kalten Jahreszeit Strom- und Gaswerke ins Visier, um die Versorgung im Nachbarland auszubremsen. Dabei setzt der russische Präsident auf Zermürbung im Ukraine-Krieg und will so den Willen der Ukrainer und Ukrainerinnen brechen. Die jüngste Intensivierung der Angriffe folgt unmittelbar auf die gestiegenen Erfolge der ukrainischen Attacken auf Russlands Wirtschaft.

Nach Attacken auf Russlands Wirtschaft: Putin greift Energiesysteme an

Die russischen Angriffe im Ukraine-Krieg auf die Energieinfrastruktur der Oblast Tschernihiw häufen sich seit einigen Tagen. Nach dem verheerenden Angriff auf eine Energieanlage im Bezirk Korjukiwka am Sonntagabend, der rund 55.000 Menschen ohne Strom ließ, traf es nun erneut die Region. Diesmal war der Bezirk Nischyn das Ziel der russischen Streitkräfte.

„Der Feind setzt seine groß angelegten Angriffe auf das Energiesystem unserer Oblast fort. Ein weiterer Angriff auf eine Energieanlage im Bezirk Nischyn fand statt, wodurch 2700 Verbraucher ohne Strom blieben“, teilte Tschernihiwoblenergo, der Verteilnetzbetreiber der Oblast Tschernihiw, mit. Das Unternehmen beschreibt die Schäden an der Anlage als „sehr umfangreich“.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Energietechniker arbeiten seit dem Abend intensiv daran, die Folgen des Angriffs zu beseitigen und die Stromversorgung so schnell wie möglich wiederherzustellen. Bei dem vorherigen Angriff auf die Energieanlage im Bezirk Korjukiwka am 19. Oktober gegen 19:00 Uhr waren die Schäden nach Angaben von Tschernihiwoblenergo „sehr erheblich“. Die Notfall-Reparaturarbeiten sollten beginnen, sobald die Sicherheitslage dies zulässt.

Attacken auf Russlands Wirtschaft: Trump treibt Debatte um Ende des Ukraine-Kriegs voran

Während die Angriffe auf Russlands Wirtschaft im Ukraine-Krieg weiter an Wirkung zeigen und Putin die Attacken auf die ukrainischen Energiesysteme intensiviert, geht die Debatte um ein mögliches Ende des Ukraine-Kriegs weiter. Nach Ansicht von Donald Trump sollte dafür der Frontverlauf eingefroren werden – inklusive einer daraus folgenden Teilung der östlichen Donbass-Region. Russland und die Ukraine sollten jeweils dort bleiben, wo sich ihre Truppen aktuell befänden, alles Weitere sei „sehr schwer auszuhandeln“, sagte Trump vor Journalisten auf einem Flug mit seiner Regierungsmaschine Air Force One.

Der Donbass solle entlang des Frontverlaufs aufgeteilt werden, argumentierte er. Russland kontrolliert aktuell den Großteil der ostukrainischen Region. (Quellen: Ukrainska Pravda, dpa) (fbu)

Rubriklistenbild: © Vladimir Smirnov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

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