Wegen Ukraine-Verlusten

Putins Krise: Freiwilliger Arbeitsdienst für Kranke zeigt Probleme von Russlands Wirtschaft

Der Ukraine-Krieg belastet Russlands Wirtschaft erheblich. Putin steht vor einem massiven Arbeitermangel. Die Zukunftsaussichten für 2026 erscheinen düster.

Moskau – Wiederkehrende Angriffe auf Öl-Raffinerien, Versorgungsengpässe und Probleme beim Exportgeschäft: Zu Beginn des nächsten Kriegswinters ist Russlands Wirtschaft in einer prekären Ausgangssituation. Knapp 3,5 Jahre nach Beginn des Konflikts hat Wladimir Putin längst sein Land auf Kriegsbetrieb ausgerichtet. Doch Russland schlittert aufgrund der aktuellen Verluste im Ukraine-Krieg immer mehr in einen akuten Arbeitskräftemangel.

Wladimir Putin steht unter Druck: Russlands Wirtschaft fehlen wegen der Auswirkungen des Ukraine-Kriegs immer mehr Arbeitskräfte. (Symbolbild)

Um den Missstand aufzuräumen oder zumindest abzuschwächen, ist nun ein neues Gesetz in der russischen Staatsduma präsentiert worden. Yaroslav Nilov, Vorsitzender des Ausschusses für Arbeit, Sozialpolitik und Veteranenangelegenheiten, präsentierte einen Entwurf, der einen „temporären adaptiven Arbeitsmodus“ einführen soll. Dieser würde es ermöglichen, dass Arbeitnehmer bei leichteren Erkrankungen freiwillig in einem reduzierten Arbeitspensum tätig bleiben können, anstatt vollständig krankgeschrieben zu werden.

Russlands Wirtschaft in der Krise: Auswirkungen des Ukraine-Kriegs stellen Putin vor Probleme

Laut Moscow Times entstand der aktuelle Vorschlag vor dem Hintergrund eines akuten Arbeitskräftemangels in Russland, der sich durch den Ukraine-Krieg verstärkt hat. Die Arbeitslosenquote erreichte zuletzt einen Tiefstand, während 1,8 Millionen offene Stellen nur 1,6 Millionen Arbeitslosen gegenüberstehen. Erwartet wird, dass sich die Lage für Russlands Wirtschaft noch weiter verschärfen könnte. Um Russlands Verluste auszugleichen, versuchen Behörden verschiedene Strategien umzusetzen: verstärkte Anwerbung von Arbeitsmigranten, vereinfachte Einstellung von Jugendlichen ab 14 Jahren und Rentenindexierung für arbeitende Rentner.

Dass Russland wegen der Folgen des Ukraine-Kriegs ein gravierendes Bevölkerungsproblem droht, analysierte im August bereits Forbes. Der demografische Abwärtstrend existiert allerdings nicht erst seit Ausbruch der Kämpfe in der Ukraine. Vielmehr übersteigen die Sterberaten seit Jahren die Geburtenraten. Zusätzlich kämpft der Kreml mit Massenauswanderungen. In der Vergangenheit hatte die Regierung in Moskau unterschiedliche Programme gestartet und sogar das Bevölkerungswachstum zur nationalen Priorität erklärt.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Laut Forbes herrscht in Russland auch ohne die Verluste durch den Ukraine-Krieg bereits eine akute Bevölkerungskrise, deren Auswirkungen dramatische Folgen für Russlands Wirtschaft nach sich ziehen könnten. Die einzig wirkliche Lösung für Moskau besteht darin, sich verstärkt auf ausländische Arbeitskräfte zu stützen. Hierbei besteht allerdings das wachsende Problem, dass Putins nationalistisch geprägter Regierungsstil abschreckend auf Arbeitsmigranten wirkt.

Putins Dilemma: Russlands Wirtschaft fehlen die Arbeitskräfte

Nach Einschätzung von Kyiv Independent ist der Mangel an Arbeitskräften im verarbeitenden Gewerbe, im Handel und im Transportwesen am gravierendsten. Die Folgen spüren Putins Truppen mittlerweile auch an der Front im Ukraine-Krieg. Immer wieder gibt es Berichte über Versorgungsengpässe. Und die Ukraine weiß diesen Umstand auszunutzen. Seit Monaten verstärken die Truppen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gezielte Angriffe auf Russlands Wirtschaft.

Mithilfe von Drohnen werden immer wieder Öl-Raffinerien und -Depots angegriffen. In mehreren russischen Regionen kam es in den vergangenen Monaten zu Versorgungsengpässen. Bereits im Sommer 2025 zeigte sich die Effizienz dieser Taktik: 21 von 38 großen russischen Raffinerien waren angegriffen und die Raffinierungskapazität um 17 Prozent reduziert worden – das entspricht 1,1 Millionen Barrel pro Tag. Inzwischen sollen sich die Preise wieder stabilisiert haben, weil Rohöl ins Hinterland umgeleitet und weiter verarbeitet wurde.

Im Ukraine-Krieg: Kiew attackiert Russlands Wirtschaft

Nach Einschätzung des ukrainischen Portals Pravda ist es naheliegend, dass Selenskyjs Truppen mit Beginn der kalten Jahreszeit die Angriffe auf Russlands Wirtschaft fortführen werden. Denn das ukrainische Ziel ist es weiterhin, Russlands Möglichkeiten zur Fortsetzung der Kampfhandlungen einzuschränken. Das Medium mutmaßt, dass Kiew versuchen könnte, Öl-Raffinerien jenseits des Urals zu erreichen. Und zwar nicht nur mit Raketen und Drohnen, sondern auch durch Sabotage.

Für Putin besonders prekär: Energieangriffe und Personalmangel verstärken einander und haben deutliche Auswirkungen auf Russlands Wirtschaft. Experten warnen laut The Insider, dass Russland bei anhaltenden Angriffen bis 2026 systemische Treibstoffengpässe und eine breitere Raffinerie-Krise erleben könnte. Gleichzeitig mache es der Personalmangel schwieriger, sowohl die Kriegsproduktion aufrechtzuerhalten als auch die zivile Wirtschaft zu stabilisieren.

Putin unter Druck: Herausforderung für Russlands Wirtschaft droht ab 2026

Für Putins Ukraine-Krieg ergibt sich laut einer Analyse von „Oxford Analytica“ ein folgenschweres Dilemma: Russlands Militär ist hauptsächlich auf Diesel und Flugbenzin angewiesen. Gegenwärtig ist die Versorgung noch möglich. Sollten die Störungen jedoch bis 2026 andauern, könnten die Angriffe Moskaus Fähigkeit zur Aufrechterhaltung der Reserven beeinträchtigen.

Die Analysten weisen zudem auf den psychologischen Effekt der Kampagne hin. Indem die Ukraine die Verwundbarkeit der Infrastruktur im rückwärtigen Gebiet aufzeigt, untergräbt sie die Kreml-Erzählung von Kontrolle und Widerstandsfähigkeit. (Quellen: Moscow Times, Forbes, Kyiv Independent, Pravda, The Insider, Oxford Analytica) (fbu)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Alexander Kazakov/Kremlin Pool/ZUMA Press Wire

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare