„Berlin, Bonn und Paris“

„Unsere Feinde“: Putins Chef-Propagandist droht im Staats-TV mit Einnahme von deutschen Städten

Der russische TV-Moderator Wladimir Solowjow droht der Nato mit einem direkten Angriff. Russische Soldaten könnten demnach bald vor Berlin oder Paris stehen.

München – Russlands Propagandamaschinerie im Ukraine-Krieg läuft ungehindert weiter. Auch wenn die Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus die Hoffnungen auf Verhandlungen über ein baldiges Ende des Ukraine-Kriegs wieder aufflammen ließ, bleiben die Chef-Propagandisten von Präsident Wladimir Putin bei ihrer gewohnten Stoßrichtung: erst solle die Ukraine fallen, dann der Rest der Nato. In einer neuen Ausgabe seiner TV-Show sprach Putins Chef-Propagandist erneute Drohungen gegen Großbritannien, Frankreich und Deutschland aus. Russische Soldaten würden in Zukunft auch auf Paris und Berlin marschieren.

Putins Chef-Propagandist Wladimir Solowjow präsentiert in seiner Sendung eine Plakette, die aus der eroberten Stadt Kurachowe stammen soll.

„Berlin, Bonn und Paris“: Putins Chef-Propagandist droht mit Angriff auf Nato-Städte

Zu Beginn seiner Sendung „Ein Abend mit Wladimir Solowjow“ präsentierte der gleichnamige russische TV-Moderator eine Plakette, die aus der Stadt Kurachowe stammen soll. Er selbst sei erst gestern in der Stadt gewesen, um die Plakette vom Gebäude der Stadtverwaltung persönlich abzuholen, behauptete Putins Chef-Propagandist. Das geht aus einer Übersetzung des Portals Russian Media Monitor der Journalistin Julia Davis hervor.

Die Stadt an der Frontlinie im Ukraine-Krieg war erst vor einigen Tagen nach erbitterten Kämpfen an Russland gefallen. Er habe ähnliche Andenken bereits aus anderen Städten in der Ostukraine mitgebracht, führt Solowjow weiter aus – als Warnung für die Feinde Russlands. Diese Feinde sieht der Moderator offenbar jedoch nicht nur in der Ukraine, sondern auch im Westen von Europa.

„So wie sich unsere Feinde verhalten, sollten sie sich darauf vorbereiten, dass ich diese Plaketten aus Berlin, Bonn und Paris mitbringen werde“, drohte Solowjow daraufhin. Die Bedeutung dieser Aussage ist unmissverständlich: Wenn die Nato die Ukraine weiter im Krieg gegen Russland unterstützt, müssten auch deren Mitglieder mit einem Angriff der russischen Streitkräfte rechnen. Eine Forderung, die nicht das erste Mal von Solowjow zu hören ist. Bereits in der Vergangenheit drohte der Moderator wiederholt mit direkten Angriffen auf Nato-Länder – darunter auch Deutschland.

Unterwasserdrohne „Poseidon“: Solowjow droht Großbritannien erneut mit Tsunami-Angriff

Nur aus London werde er keine Plakette mitbringen können, drohte Putins Chef-Propagandist weiter. „Ich bin nicht an Unterwassersport interessiert, deswegen werden der General und ich wohl nicht tief genug tauchen können, um die Plakette zu holen“, sagte Solowjow kryptisch. Die Aussage des Moderators dürfte eine Anspielung auf eine in der Vergangenheit gegen Großbritannien ausgesprochene Drohung sein.

In einer Sendung seiner Talkshow aus dem Jahr 2023 sprach sich Solowjow im Gespräch mit einem Gast für den Einsatz der russischen Unterwasserdrohne „Poseidon“ gegen Großbritannien aus. Die sich noch in der Entwicklungsphase befindende Waffe ist mit einem Nuklearsprengkopf ausgestattet, der nach der Detonation in Küstennähe einen Tsunami auslösen soll. „Und dann wird Großbritannien nicht mehr existieren“, hatte der TV-Moderator vor knapp zwei Jahren gedroht. Eine Drohung, die er nun offenbar noch einmal erneuert hat.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Putins Propaganda-Maschine droht der Nato: „Werden London und Paris erobern“

Solowjow bezog sich im weiteren Verlauf der Sendung auf die Pläne von Großbritannien und Frankreich im Falle eines Waffenstillstands, Friedenshüter in die Ostukraine zu entsenden. „Was für Friedenshüter, ihr Idioten? Ihr solltet lieber London und Paris beschützen. Wir werden London und Paris erobern und sie werden uns mit Blumen begrüßen“, sagte der Propagandist weiter.

Die Abschreckung und das nukleare Säbelrasseln sind fester Bestandteil der russischen Propaganda-Strategie. Neben Solowjow fiel in der Vergangenheit auch immer wieder der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew mit direkten Drohungen gegen die Nato auf. Der Kreml versucht damit, Angst in der Bevölkerung auszulösen und die Unterstützung der Nato-Staaten für die Ukraine zu brechen. Die verbalen Eskalationen sollen dabei aber wohl auch von dem ausbleibenden Erfolg Russlands im Ukraine-Krieg ablenken.

Das Putin-Regime hatte in der Ukraine mit einem nur wenige Tage andauernden Krieg gerechnet. Innerhalb von drei Tagen sollte die Armee von Putin Kiew eingenommen haben. Doch der Krieg wütet nun schon seit knapp drei Jahren und nennenswerte Erfolge sind für Russland zur Seltenheit geworden. Kleinere Erfolge, wie eben die Einnahme der Kleinstadt Kurachowe müssen deswegen umso mehr von der russischen Propaganda-Maschinerie ausgeschlachtet werden. (fd)

Rubriklistenbild: © Screenshot/Russian Media Monitor/YouTube

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