Gouverneurin fordert Reaktion

Puerto Rico sendet SOS an Trump – „Kleiner, mörderischer Diktator“

In einem Brief auf X appelliert Puerto Rico an Trump, Hilfe gegen Maduro zu leisten. Allerdings ist Trumps Beziehung zur Karibikinsel problematisch.

San Juan – Er schwöre, dass seine neue Amtszeit eine „des Friedens“ sein werde, sagte der autoritär herrschende venezolanische Präsident Nicolás Maduro bei seiner Vereidigung vor wenigen Tagen. Kurz darauf war es schon vorbei mit dem angekündigten Frieden: Maduro drohte mit einer Invasion in das US-amerikanische Außengebiet Puerto Rico. Der Inselsaat sendete nun einen Hilferuf an Donald Trump.

Maduro will „Freiheit“ Puerto Ricos mit Truppen erreichen – Hilferuf an Trump

Maduro sprach auf einem internationalen antifaschistischen Festival in Caracas an von einer „Befreiung“: „Die Freiheit Puerto Ricos steht bevor, und wir werden sie mit brasilianischen Truppen erreichen.“ Puerto Ricos Einwohnerinnen und Einwohner sind jedoch nicht an solch einer Aktion interessiert: Erst im November stimmten sie per Referendum dafür, Außengebiet der USA zu bleiben.

Puerto Rico

Die Karibikinsel Puerto Rico ist ein Außengebiet der USA, nicht aber ein eigener US-Bundesstaat. Die 3,4 Millionen Bewohnerinnen und Bewohner von Puerto-Rico besitzen nicht sämtliche in der US-Verfassung festgeschriebenen Rechte, sondern nur die Grundrechte. Als Teil der USA hat Puerto Rico außerdem keine eigene Außenpolitik. Währung ist der US-Dollar. Weitere US-Außengebiete sind die pazifischen Inseln Guam, Amerikanisch-Samoa, die Nördlichen Marianen sowie einige unbewohnte Inseln.

Gouverneurin wendet sich auf X an Trump – Maduro sei „kleiner, mörderischer Diktator“

Die Gouverneurin von Puerto Rico, Jenniffer González-Colón, sieht die Ankündigung Maduros als offene militärische Drohung. In einem Brief, den sie auf der Plattform X veröffentlichte, wandte sie sich jetzt direkt an Donald Trump, der ab dem 20. Januar neuer US-Präsident sein wird.

Maduros Äußerungen seien eine „offene Bedrohung für die Vereinigten Staaten und unsere nationale Sicherheit“, schrieb González-Colón in dem veröffentlichten Brief. Sie vertraue darauf, dass die kommende Trump-Regierung „schnell reagieren und dem Maduro-Narco-Regime klarmachen wird, dass die USA das Leben und die Souveränität der Amerikaner schützen und sich nicht vor kleinen, mörderischen Diktatoren beugen werden“.

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro (l.) hat mit der Annexion Puerto Ricos gedroht. Das Außengebiet der USA hat Donald Trump um Hilfe gebeten.

USA versprechen Millionen-Belohnung für Maduros Verhaftung – Puerto Rico sendet Hilferuf

Trotz internationaler Kritik und Vorwürfen des Wahlbetrugs wurde Nicolás Maduro für eine dritte Amtszeit als Präsident Venezuelas vereidigt. Die USA und andere Regierungen erkennen Maduro nicht als rechtmäßigen Präsidenten an und bezeichnen die Wahl als „Farce“. Die USA versprechen eine Belohnung von 25 Millionen Dollar für Informationen, die zu Maduros Verhaftung oder Verurteilung führen.

Donald Trumps Verhältnis zu Puerto Rico ist schwierig

Trumps Verhältnis zu Puerto Rico war in der Vergangenheit nicht einfach. Für massive Schlagzeilen sorgte der Auftritt eines Comedians bei einem seiner Wahlkampfauftritte. Er hatte Puerto Rico als „Insel aus Müll“ bezeichnet.

Während Trumps erster Amtszeit als US-Präsident weigerte sich Trump außerdem zunächst, Hilfe zu schicken, nachdem ein Hurrikan Puerto Rico 2017 verwüstet hatte und fast 3000 Menschen gestorben waren. Laut Berichten des CNN und der New York Times soll Trump danach den Verkauf von Puerto Rico vorgeschlagen haben.

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Trump denkt laut über Kauf von Grönland und Annexion Kanadas nach

Jetzt dagegen hegt Trump vor seiner Vereidigung am 20. Januar selbst imperialistische Ambitionen: Er denkt laut über den Kauf von Grönland nach, sähe offenbar Kanada gerne als 51. US-Bundessaat und drohte mit der Annexion des Panama-Kanals, sollte das Land nicht nach seinen Regeln spielen. Unklar ist, wie der kündigte US-Präsident auf den Hilferuf aus Puerto Rico reagieren wird. (smu/AFP)

Rubriklistenbild: © Mary Altaffer/Juan Barreto/AFP (Montage)

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