News-Ticker

Ukraine-Krieg: Selenskyj nennt Angriff auf Charkiw „reinen Terrorismus“ – General beziffert Putins Verluste

News zum Ukraine-Krieg: Die Lage an der Front bleibt angespannt. Nach dem Charkiw-Angriff spricht Selenskyj von „Terrorismus“. Neue Details zu Operation „Spinnennetz“.

Dieser News-Ticker zum Ukraine-Krieg ist beendet. In unserem neuen Ukraine-Ticker halten wir Sie weiterhin auf dem Laufenden.

Update vom 8. Juni um 6.15 Uhr: Knapp eine Woche nach dem verheerenden Drohnenangriff der Ukraine auf Ziele in Russland schätzt der deutsche Generalmajor Christian Freuding, dass Wladimir Putin durch den Schlag wohl knapp 10 Prozent der strategischen Bomberflotte Russlands verloren hat. „Nach unserer Einschätzung wurden mehr als ein Dutzend Flugzeuge beschädigt, strategische Bomber vom Typ TU-95 und TU-22 sowie Überwachungsflugzeuge vom Typ A-50“, sagte der Soldat in einem Podcast, über den Reuters berichtet.

Transparenzhinweis

Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von den Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Krieg in der Ukraine lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Bezogen auf die A-50-Flugzeuge sagte Freuding: „Wir gehen davon aus, dass sie nicht mehr als Ersatzteile verwendet werden können. Das ist ein Verlust, da nur noch eine Handvoll dieser Flugzeuge existieren.“ Und weiter: „Was die Langstreckenbomberflotte betrifft, so wurden unserer Einschätzung nach zehn Prozent davon bei dem Angriff beschädigt“, fügte Freuding hinzu.

Schwerste Angriffe auf Charkiw im Ukraine-Krieg: Selenskyj spricht von „Terrorismus“

Update, 20.15 Uhr: Russland hat nach den schwersten Luftangriffen seit Kriegsbeginn auf die ostukrainische Stadt Charkiw laut Behörden am frühen Abend erneut Gleitbomben im Stadtzentrum abgeworfen. Eine 30 Jahre alte Frau sei getötet worden, teilte Militärgouverneur Oleh Synjehubow bei Telegram mit. Demnach gab es auch mehr als 40 Verletzte, wie Präsident Wolodymyr Selenskyj mitteilte. „Das macht militärisch keinen Sinn. Reiner Terrorismus“, sagte er.

Russland habe vier Gleitbomben im Stadtzentrum abgeworfen; zwei Gebäude einer Kindereisenbahn, Zugwaggons und zwei Privathäuser seien beschädigt worden, sagte Synjehubow. Es handele sich um einen beliebten Ort, an dem Familien samstags ihre Freizeit verbringen.

Ukrainischer Großangriff auf Putin-Stützpunkte: Bundeswehr liefert Einschätzung

Update, 19.10 Uhr: Bei der ukrainischen Großoperation gegen russische Stützpunkte mit Drohnen wurden nach deutscher Einschätzung rund zehn Prozent der russischen Langstreckenbomberflotte beschädigt oder zerstört. Dies sagte Generalmajor Dr. Christian Freuding im Bundeswehr-Podcast „Nachgefragt“. „Es wird nicht morgen oder übermorgen zu einer Abnahme russischer Luftangriffe führen“, sagte Freuding. Schließlich würden immer noch rund 90 Prozent der russischen Langstreckenflotte zur Verfügung stehen. Allerdings könne Russland die zerstörten Flieger nicht nachproduzieren und somit ersetzen. Das werde zur größeren Beanspruchung der vorhandenen Flotten führen.

Update, 14.56 Uhr: Das Koordinierungshauptquartier für die Behandlung von Kriegsgefangenen hat russische Behauptungen zurückgewiesen, die Ukraine habe einen für das Wochenende geplanten Gefangenenaustausch und die Rückführung von Leichen verschoben. Das geht aus einer Mitteilung der Einrichtung hervor. Zugleich gab es Kritik an der Gegenseite. Die Ukraine habe für den Austausch Listen vorgelegt, die den in Istanbul vereinbarten Kategorien entsprächen, teilte das Koordinationshauptquartier mit. Russland habe jedoch Listen vorgelegt, die diesen Vereinbarungen nicht entsprächen. „Bezüglich der Rückführung der Leichen wurde zwar eine Einigung erzielt, jedoch kein Termin vereinbart.“

Gefangenenaustausch im Ukraine-Krieg verzögert sich – Russland beschuldigt Kiew

Update,14.29 Uhr: Russland hat die Ukraine zur Umsetzung eines vereinbarten Gefangenenaustauschs und der Übernahme von 6000 getöteten Soldaten aufgefordert. Die russische Seite warte mit 1212 tiefgefrorenen Leichen in Kühlschränken am Übergabepunkt, teilte Moskaus Verhandlungsführer Wladimir Medinski bei Telegram mit. Auch die anderen Überreste seien auf dem Weg. Zudem sei der Ukraine für den geplanten neuen Gefangenenaustausch eine Liste mit 640 Inhaftierten übergeben worden. Vereinbart hatten beide Seiten am Montag in Istanbul den Austausch von 1200 Gefangenen, darunter Unter-25-Jährige, Verletzte und Schwerkranke.

Update, 13.55 Uhr: Russland hat sich zu den Angriffen in der Nacht geäußert. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, dass die russischen Streitkräfte mit hochpräzisen Langstreckenwaffen und Drohnen militärische Ziele angegriffen hätten. „Das Ziel der Angriffe wurde erreicht. Alle vorgesehenen Ziele wurden getroffen“, erklärte das Ministerium laut Reuters. Die Ukraine spricht dagegen davon, dass in Charkiw private Wohngebäude, Bildungs- und Infrastruktureinrichtungen angegriffen worden seien.

Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Generalstab im Kiew meldet Abschuss eines russischen Su-35-Kampfjets

Update, 11.55 Uhr: Die ukrainische Luftwaffe hat eigenen Angaben zufolge am Morgen einen russischen Su-35-Kampfjet abgeschossen. Die erfolgreiche Operation der Luftwaffe habe sich in Richtung Kursk ereignet, verkündete das Militär über Telegram, wie Reuters berichtete. Zusätzliche Einzelheiten wurden nicht bekanntgegeben. Eine Stellungnahme der russischen Streitkräfte zu diesem Vorfall steht noch aus. Reuters konnte die Angaben bislang nicht unabhängig überprüfen.

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben einen Su-35-Kampfjet abgeschossen. (Archivbild)

Luftangriffe im Ukraine-Krieg nehmen aktuell an Intensität zu

Update, 11.25 Uhr: Die Luftangriffe im Ukraine-Krieg dauern unvermindert an. In der Nacht ist die Ukraine nach Angaben ihres Militärs mit insgesamt 206 Drohnen, zwei ballistischen sowie sieben anderen Raketen von Russland angegriffen worden. Die Luftabwehr habe 87 Drohnen abgeschossen. 80 weitere seien Attrappen ohne Sprengköpfe gewesen oder verschwunden. Das bedeutet in der Regel, dass sie durch elektronische Störmanöver abgelenkt wurden. Zehn Orte seien getroffen worden.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Update, 10.20 Uhr: Die Angriffe im Ukraine-Krieg gehen weiter. Die Attacke von Russland auf Charkiw war besonders heftig, aber auch die Ukraine hat Russland erneut mit Drohnen überzogen. Davon betroffen war auch die Hauptstadtregion Moskau. Drei Flughäfen mussten nach Behördenangaben den Betrieb vorübergehend einstellen.. 

Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Russland attackiert Charkiw

Update, 9.25 Uhr: So einen schweren Angriff hat Charkiw im Ukraine-Krieg noch nicht erlebt. Die Zerstörungen sind enorm. Bürgermeister Ihor Terechow zufolge sind 18 Wohnblöcke und 13 Privathäuser beschädigt worden. Auf Bildern waren schwere Zerstörungen an den Gebäuden zu sehen – mit vielen unbewohnbaren Wohnungen.

Update, 8.30 Uhr: Charkiw ist von Russland massiv angegriffen worden. Bürgermeister Ihor Terechow schrieb bei Telegram von drei Toten bei den Schlägen auch gegen Wohnhäuser. 21 Menschen seien verletzt worden, darunter ein Säugling und ein 14-jähriges Mädchen. An verschiedenen Orten in der zweitgrößten Stadt des Landes schlugen nach Darstellung des Bürgermeisters 48 Drohnen, zwei Raketen und vier Gleitbomben ein. Infolge der Angriffe, die am frühen Morgen andauerten, seien mehrere Brände ausgebrochen.

Update vom 7. Juni, 6.30 Uhr: Bei massiven russischen Luftangriffen auf die ostukrainische Stadt Charkiw hat es in der Nacht Berichten zufolge mehrere Opfer gegeben. „Charkiw erlebt derzeit den stärksten Angriff seit Beginn des Krieges. In den letzten anderthalb Stunden waren mindestens 40 Explosionen in der Stadt zu hören“, schrieb Bürgermeister Ihor Terechow auf Telegram. An verschiedenen Orten schlugen sogenannte Kamikaze-Drohnen, Raketen und Gleitbomben ein, wie die Nachrichtenagentur RBK-Ukraine berichtete.

Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Kiew arbeitet an Selenskyj-Trump-Treffen und nennt mögliches Datum

Update, 21.21 Uhr: Das Präsidialamt der Ukraine soll sich um ein Treffen zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und US-Präsident Donald Trump am Rande des G7-Gipfels im Juni bemühen. Andrii Jermak, Leiter des ukrainischen Präsidialamtes, erklärte im ukrainischen Fernsehen, dass dies eines der Ziele des jüngsten Besuchs einer ukrainischen Delegation in den USA gewesen sei. Jermak sprach von einem „wichtigen Schritt in der Vorbereitung“ auf ein weiteres Gespräch zwischen Selenskyj und Trump über den Ukraine-Krieg gewesen. Der Gipfel findet vom 15. bis 17. Juni in Kanada statt.

Ukraine-Krieg aktuell: Trump will Russland-Sanktionen verwässern

Update, 20.27 Uhr: US-Präsident Donald Trump scheint die bevorstehenden Sanktionen gegen Russland abschwächen zu wollen. Im US-Senat befürworten über 80 der 100 Senatoren einen Gesetzentwurf, der härtere Sanktionen gegen Wladimir Putin und Russland vorsieht. Einem Bericht des Wall Street Journals zufolge setze Trump und das Weiße Haus den republikanischen Senator Lindsey Graham unter Druck, um ihn dazu zu bewegen, den Entwurf abzuschwächen. Die geplanten Sanktionen würden Länder mit einem US-Importzoll von 500 Prozent belegen, die weiterhin russisches Öl und andere Rohstoffe erwerben. Senator Graham und der demokratische Senator Richard Blumenthal hatten den Entwurf am 1. April im Senat eingebracht.

Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Russland meldet verhinderten Drohnenangriff Kiews

Update, 19.13 Uhr: Russische Sicherheitskräfte berichten, dass sie einen Drohnenangriff auf eine militärische Anlage verhindert und den Verdächtigen getötet haben. Die russische Nationalgarde gab am Freitag bekannt, dass der Mann in der Region Rjasan, südöstlich von Moskau, versucht habe, Drohnen mit Granaten zu starten. „Während der Festnahme leistete der Kriminelle bewaffneten Widerstand und wurde neutralisiert.“

Die Nationalgarde veröffentlichte Videoaufnahmen einer Überwachungskamera. Diese zeigen einen maskierten Mann, der in einem Feld kniet und mit einer Drohne arbeitet. Danach flieht er vor den bewaffneten Einsatzkräften. Auf den Aufnahmen sind keine Schüsse zu hören. Vor Ort fand die Nationalgarde nach eigenen Angaben eine Pistole sowie zwei Drohnen, die mit Granaten bestückt und startbereit waren.

Angriff auf Russlands Militärluftbasen – Ölraffinerie in Engels getroffen: Ukraine-Krieg aktuell

Update, 17.17 Uhr: Ukrainische Medien berichten, dass die Ukraine neben dem Angriff auf den Flughafen Brjansk auch andere strategisch bedeutende Ziele in Russland getroffen haben soll. Ukrainische Drohnen sollen die Luftbasis Engels im Saratow Oblast angegriffen haben. Der Kyiv Independent meldet, dass nach dem Angriff eine Ölraffinerie in Engels in Flammen gestanden habe. Auf dem Militärstützpunkt sind Bomberflugzeuge der Typen Tu-95 und Tu-160 stationiert.

Laut der Kyiv Post sollen zudem der russische Militärflugplatz Djagilewo und die Rüstungsproduktionsanlage „Progress“ bei Mitschurinsk getroffen worden sein. Andriy Kovalenko, der Leiter des ukrainischen Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation, erklärte über die russische Produktionsstätte: „Von hier aus bezieht Russland die Komponenten für seine Raketen- und Artilleriesysteme.“

Ukraine-Krieg aktuell: Kiew trifft russische Flugbasen – Helikopter wohl bei Luftangriff zerstört

Update, 16.33 Uhr: Berichten zufolge hat die Ukraine möglicherweise erfolgreich den Flughafen in Brjansk in Russland angegriffen. Diese Information stammt vom Kyiv Independent. In der Nacht des 6. Juni habe eine ukrainische Drohne einen russischen Mi-8 Helikopter zerstört. Zudem sei ein Mi-35 Helikopter bei diesem Angriff beschädigt worden. Der Luftangriff sei vermutlich Teil einer umfassenderen ukrainischen Operation gewesen, bei der das ukrainische Militär mehrere russische Luftbasen ins Visier genommen habe.

Update, 15.54 Uhr: Russland hat in der Nacht zum Freitag erneut heftige Luftangriffe auf die Ukraine durchgeführt. Meaghan Mobbs, die Tochter des US-Sonderberaters Keith Kellogg, der für die Ukraine zuständig ist, äußerte sich dazu auf der Social-Media-Plattform X. An ihren Vater schrieb sie: „Laute Nacht in Kiew, Dad.“ Sie ergänzte: „Vielleicht liegt es an den Explosionen und Schüssen mitten in der Nacht, aber ich habe das seltsame Gefühl, dass die Russen keinen Frieden wollen.“

Keith Kellogg selbst hat sich bisher nicht zu den russischen Angriffen geäußert. Mobbs ist Präsidentin der R.T. Weatherman Foundation, die die Ukraine mit medizinischen Geräten versorgt und humanitäre Hilfe in der Region bereitstellt.

Ukraine-Krieg aktuell: Kreml verärgert über Trump-Analogie – Peskow: „existenzielle Frage“

Update, 14.44 Uhr: Der Kreml zeigte sich verärgert über einen Vergleich von US-Präsident Donald Trump, der den Krieg in der Ukraine mit einem heftigen Streit zwischen Kleinkindern gleichsetzte. In Moskau äußerte Kremlsprecher Dmitri Peskow, dass Trump möglicherweise dieser Ansicht sei. „Aber für uns ist das eine existenzielle Frage, eine Frage unserer nationalen Interessen, eine Frage unserer Sicherheit, der Zukunft unserer Kinder, der Zukunft unseres Landes“, erklärte Peskow laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass.

Peskow ging nicht auf Russlands Rolle als Aggressor im Konflikt ein. Er behauptete, Russland kämpfe, weil der Westen sämtliche Moskauer Vorschläge zur Konfliktlösung abgelehnt habe. Tatsächlich hat Russland einen von der Ukraine und den USA unterstützen Vorschlag über eine bedingungslose 30-tägige Waffenruhe bisher abgelehnt.

Erstmeldung: Moskau/Kiew – Es war abzusehen, dass Russlands Präsident Wladimir Putin auf die ukrainischen Drohnenangriffe auf Militärflugplätze reagieren würde. US-Präsident Donald Trump sagte nach einem Telefonat mit Putin, dieser habe „sehr deutlich gesagt“, dass eine Reaktion im Ukraine-Krieg folgen müsse. In der Nacht zum Freitag (6. Juni) nahm Russland deswegen erneut mit Raketen und Drohnen die ukrainische Hauptstadt Kiew ins Visier. Doch auch der Ukraine gelangen wohl erneut erfolgreiche Schläge gegen Russland.

Unklar ist jedoch noch, ob es sich bei dem groß angelegten Angriff um die von Präsident Putin angekündigte Vergeltung für den Drohnenangriff auf die russischen Bomber handelt oder ob diese noch aussteht. Im Rahmen der „Operation Spinnennetz“ hatte der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU am Sonntag (31. Mai) mehrere Flugplätze im russischen Hinterland angegriffen. Dabei wurden nach SBU-Angaben über 40 Flugzeuge zerstört oder schwer beschädigt. Russland äußerte sich bislang nicht zu den Verlusten bei der Aktion im Ukraine-Krieg.

News zum Ukraine-Krieg: Ukraine greift erneut russische Flugplätze an

Parallel zu den Angriffen auf Kiew meldete das russische Verteidigungsministerium den Abschuss von 174 Drohnen über den Gebieten Brjansk, Rostow, Saratow, Woronesch, Kaluga, Kursk, Orjol, Rjasan, Tula, Belgorod, Tambow und der seit 2014 annektierten Halbinsel Krim. „Zudem sind über dem Schwarzen Meer drei Lenkwaffen vom Typ Neptun-MD von der Flugabwehr zerstört worden“, heißt es in der Mitteilung weiter. Trotz der Meldungen soll es in Russland erneut mehrere Einschläge gegeben haben.

Auch in der Region Brjansk gab es einen Einschlag in der Nähe eines Militärflugplatzes. Auf Videos von Anwohnern ist ein großer Feuerball zu sehen. Zudem sind mehrere Explosionen zu hören. Laut dem unabhängigen Militärblogger Jan Matwejew deutet dies darauf hin, dass ein Munitionslager getroffen wurde. Möglich, dass die ukrainischen Truppen im Ukraine-Krieg erneut Putins Flugplätze ins Visier genommen hatten.

Währenddessen sind die Verluste an der Front im Ukraine-Krieg weiter hoch. Der ukrainische Generalstab meldete am Freitagmorgen (6. Juni), dass innerhalb von 24 Stunden 1160 russische Soldaten getötet oder verwundet wurden.

KategorieVerluste (in den letzten 24 Stunden)
Soldaten993.910 (+1160)
Panzer10889 (+2)
Artillerie28794 (+44)
Mehrfachraketenwerfer1406 (0)
Drohnen39193 (+174)

Die von der Ukraine gemeldeten Verluste nähern sich damit weiter unaufhaltsam der Millionen-Marke. Sollten sich die Verluste Russlands in den kommenden Tagen ähnlich entwickeln wie in den letzten Wochen, dürfte Russland in der kommenden Woche den traurigen Meilenstein überschreiten. Die Zahlen lassen sich jedoch nicht unabhängig überprüfen. (Redaktion mit Agenturen)

Rubriklistenbild: © Daniel Cardenas/Imago

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