Gaza-Krieg

Nach Israels Drohung: Hamas-Chefs im Ausland erhöhen Sicherheitsmaßnahmen

Israel will auch im Ausland das Führungspersonal von Hamas und Islamischer Dschihad eliminieren. Das kündigte der israelische Generalstabschef Eyal Zamir an.

Tel Aviv – Israel will auch im Ausland gegen die Hamas vorgehen. Laut Ynet erklärte Generalstabschef Eyal Zamir in einer Lagebesprechung beim Nordkommando, dass der Großteil der Hamas-Führung bereits ausgeschaltet worden sei und „der größte Teil der verbliebenen Führung sich im Ausland aufhält – und wir werden auch sie erreichen.“

Vor dem Gaza-Krieg: Die Geschichte des Israel-Palästina-Konflikts in Bildern 

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Die Aussage erfolgte, nachdem Israel den Tod von Abu Obaida, dem Sprecher des militärischen Arms der Hamas, bestätigt hatte. „Dieser Schritt folgt auf eine Reihe bedeutender israelischer Angriffe im Jemen, im Libanon, in Syrien und anderen Gebieten. Wir überraschen, wir ergreifen die Initiative und wir erreichen jedes Ziel, um die Sicherheit der israelischen Bürger zu gewährleisten“, wird Zamir zitiert.

Israel will verstärkt gegen Hamas-Chefs im Ausland vorgehen

Diese fünf Schlüsselfiguren der Hamas leben laut Ynet weiterhin im Ausland:

  • Muhammad Darwish, Leiter des Schura-Rates der Hamas
  • Khalil al-Hayya, Hamas-Führer in Gaza und Leiter des Verhandlungsteams
  • Zaher Jabareen, Führer im Westjordanland
  • Nizar Awadallah, hochrangiger Funktionär in Gaza
  • Khaled Mashal, weithin als Anführer der Hamas im Ausland angesehen

Im Oktober 2024 wurde Hamas Führer Yahya Sinwar durch das israelische Militär in Rafah getötet. Sinwar hatte Ismail Haniyeh beerbt, der drei Monate zuvor in Teheran getötet worden war. Gerüchten zufolge wolle die Hamas bis zu den nächsten Wahlen jedoch keine neuen Vorsitzenden ernennen.

Israel will auch im Ausland das Führungspersonal von Hamas und Islamischer Dschihad ausschalten.

Auch Anführer des Islamischen Dschihads im Fokus von Israel

Wie die arabische Ausgabe von The New Arab, Al-Araby Al-Jadeed, berichtet, stehen auch Führer des Islamischen Dschihads im Visier der Israels. Kairo habe deswegen vor möglichen Angriffen auf den Generalsekretär des Islamischen Dschihads, Ziyad al-Nakhalah, gewarnt, der sich in den letzten Monaten nahezu dauerhaft in der ägyptischen Hauptstadt aufhält.

Die Nachrichtenplattform berichtet zudem, dass mehrere Hamas-Funktionäre bereits aus dem Libanon abgezogen worden seien, nachdem Israel wiederholt gegen die im November 2024 geschlossene Waffenstillstandsvereinbarung verstoßen habe. Die Hamas sei von Regierungsstellen in mehreren Ländern, in denen Mitglieder des Politbüros leben, eindringlich zur Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen und zur Einrichtung von Personenschutz bei Bewegungen aufgefordert worden.

Türkei weiterhin sicherer Hafen für Hamas-Funktionäre?

Auch die Türkei gehörte seit dem Beginn des Gaza-Krieges am 7. Oktober 2023 bislang zu den sicheren Häfen für Hamas-Funktionäre. In dem Land seien inzwischen die Sicherheitsvorkehrungen für mehrere Hamas-Führer im Land sowie für einige freigelassene palästinensische Gefangene, die nach einem jüngsten Gefangenenaustausch dorthin übersiedelt seien, verschärft worden. Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte sich auch mit Hamas-Funktionären getroffen und beteuert, dass die Organisation eine Befreiungsorganisation sei, die ihr Volk und Land verteidige. Auch hat die Hamas in der Türkei Konferenzen abgehalten.

Ankara warnt Israel vor Operationen gegen Hamas in der Türkei

Allerdings könnten israelische Anschläge auf Hamas-Funktionäre in der Türkei die ohnehin angeheizte Stimmung zwischen beiden Staaten zur Eskalation führen. Nachdem im Dezember 2023 Meldungen in den Medien aufgetaucht waren, wonach der damalige Chef des israelischen Inlands-Geheimdienstes Shin Beth, Ronen Bar, solche Operation im Ausland angekündigt hatte, ließ die Antwort aus Ankara nicht lange auf sich warten: „Auf Grundlage der Berichte über Aussagen israelischer Offizieller wurden den Gesprächspartnern die notwendigen Warnungen übermittelt, und Israel wurde mitgeteilt, dass ein solcher Akt ernste Konsequenzen hätte,“ zitierte mehrere Medien unter Berufung auf Reuters einen türkischen Geheimdienstmitarbeiter. (erpe)

Rubriklistenbild: © IDF

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