Epstein-Akten im Fokus

Musk thematisiert Trumps Epstein-Verwicklungen – brisante Forderung folgt

Elon Musk fordert die Offenlegung der Epstein-Akten: Trumps Reaktion sorgt für Unruhe in seiner Basis – die Diskussion um Transparenz verschärft sich.

Washington, D.C. – Elon Musk hat sein Schweigen gebrochen: Der Milliardär schließt sich nun jenen Stimmen an, die auf eine Veröffentlichung der Akten des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein beharren.

Die Forderung nahm erneut an Fahrt auf, nachdem der ehemalige Präsident Donald Trump in einem Social-Media-Post am Samstag seine Anhängerschaft aufgefordert hatte, Generalstaatsanwältin Pam Bondi nicht länger ins Visier zu nehmen. Dabei erwähnte Trump den Namen Epsteins gleich mehrfach. Paradoxerweise verbunden mit der Aufforderung, nicht mehr über Epstein zu sprechen. Musk reagierte prompt und forderte Trump via X auf: „Veröffentlichen Sie einfach die Akten, wie versprochen.“

Geheime Epstein-Liste birgt Überraschungen: Die 15 prominentesten Namen

Jeffrey Epstein und seine ehemalige Geliebte Ghislaine Maxwell
Ghislaine Maxwell war Epsteins „rechte Hand“.
 Prinz Andrew (l-r), Herzog von York, Virginia Giuffre aus den USA und Ghislaine Maxwell.
Prinz Andrew steckt mittendrin im Epstein-Skandal.
Geheime Epstein-Liste birgt Überraschungen: Die 15 prominentesten Namen

„Veröffentlichen Sie die Akten“: Musk fordert Trump heraus

Musk äußerte zudem seine tiefe Besorgnis über den Zustand des Justizsystems. Als Antwort auf einen anderen Beitrag über Trumps Aufruf zur Einheit schrieb der 54-jährige Milliardär: „Was zum Teufel ist das für ein System, in dem Tausende von Kindern missbraucht wurden, die Regierung Videos der Täter besitzt und trotzdem keiner der Täter überhaupt angeklagt wird!?“, schrieb der 54-jährige Milliardär via X.

Musk nannte die ausbleibende Veröffentlichung „eine sehr große Sache“. Seit seinem Rücktritt als Trump-Berater hat Musk seine Kritik an der Regierung online stetig verstärkt. Seine Haltung zum 78-jährigen US-Präsidenten hat sich seitdem ebenfalls ständig verschärft.

Musk erhebt Vorwürfe: „MAGA-Stratege“ Bannon in Epstein-Akten?

Die Kontroversen um die Epstein-Akten nahmen noch eine weitere, persönlichere Wendung: Musk machte die explosive Behauptung, dass auch Trumps ehemaliger Stratege Steve Bannon in den Epstein-Akten genannt werde. Die Behauptung wiederholte er später und fügte hinzu, Bannon müsse „zurück ins Gefängnis“.

Hintergrund der Anschuldigung war eine Frage des langjährigen Trump-Beraters Roger Stone: Stone wollte wissen, warum Bannon Jeffrey Epstein sowohl in New York als auch in Paris getroffen und ihn für einen „60 Minutes“-Auftritt gecoacht habe. Der Auftritt fand statt, nachdem Epstein bereits wegen Sexualverbrechen in Florida verurteilt worden war.

Bannon hatte zuvor vier Monate im Gefängnis verbracht, nachdem er 2024 wegen Missachtung des Kongresses verurteilt worden war. Er war einer Vorladung des Untersuchungsausschusses zum 6. Januar – dem Sturm auf das Kapitol – nicht nachgekommen.

Musk wollte Bombe fallen lassen: Trump in den Epstein-Akten?

Musk hatte bereits in der Vergangenheit ähnliche, aber später zurückgenommene Anschuldigungen gegen Donald Trump persönlich gemacht. Er postete: „Es ist Zeit, die wirklich große Bombe fallen zu lassen: @realDonaldTrump ist in den Epstein-Akten. Das ist der eigentliche Grund, warum sie nicht veröffentlicht wurden“.

Die Posts wurden später von Musk gelöscht, gefolgt von einer Entschuldigung: „Ich bereue einige meiner Posts über Präsident Donald Trump letzte Woche. Sie gingen zu weit“. Trotz dieser Entschuldigung setzte sich die Diskussion mit voller Wucht fort und löste eine regelrechte Spaltung aus.

Zwist im Trump-Lager: Musk attackiert Trump und Bondi

Musks erneute Forderung und Trumps umstrittener Post über Epstein lösten eine neue Welle der Empörung und innerhalb von Trumps Basis aus. Kurz zuvor hatten das Justizministerium und das FBI bekannt gegeben, dass es keine geheime Liste von Klienten des verurteilten Sexhändlers Jeffrey Epstein gäbe. Weiter kommunizierten sie, dass Epstein – entgegen unzähligen Verschwörungstheorien – durch Suizid im Gefängnis gestorben sei und nicht ermordet wurde.

Generalstaatsanwältin Bondi hatte noch im Februar geäußert, eine Epstein-Kundenliste läge zur Prüfung auf ihrem Schreibtisch, was das Weiße Haus später als Missverständnis deklarierte.

Noch im Wahlkampf kokettierte Trump (s. Foto links) mit einer Veröffentlichung der Epstein (s. Foto mitte)-Akten, jetzt macht er einen Rückzieher. Elon Musk (s. Foto rechts) deutete es via X an, aber hat der US-Präsident etwas zu verstecken? (montage)

Musk und die Epstein-Akten – eine neue politische Front

Dass Elon Musk nur kurz nach der Ankündigung einer eigenen Partei erneut die Diskussion um die Epstein-Akten befeuert, zeigt, wie sehr das Thema weiterhin die öffentliche Debatte in den USA bestimmt. Auch innerhalb von Trumps Anhängerschaft sorgt es für Spannungen: Die „MAGA“-Bewegung ist tief gespalten zwischen Skepsis, Erwartung und verschwörungsideologischen Narrativen.

Trump reagierte auf Nachfragen zum Thema zuletzt ungehalten und zeigte wenig Verständnis dafür, dass weiterhin über Epstein gesprochen wird. Dabei hatte er laut Tagesschau selbst im Wahlkampf angekündigt, die Epstein-Akten offenzulegen – ein Versprechen, das seine Fans nun einfordern. Eine Bewegung, die sich auf Enthüllung und Misstrauen gegenüber Eliten stützt, lässt sich von solchen Themen nicht einfach wieder lösen, resümiert die Neue Zürcher Zeitung. (kox)

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