Streit mit der US-Regierung

Musk im Streit mit Trump: Hat „völlig den Verstand verloren“

Elon Musk und Donald Trump hatten eine gute und enge Beziehung. Doch inzwischen führen die beiden einen öffentlichen Streit.

Washington D. C. – Elon Musk zählte zu den lautesten Unterstützern von Donald Trump im Wahlkampf gegen Kamala Harris – und soll rund 300 Millionen Dollar in dessen Kampagne investiert haben. Noch vor wenigen Tagen schienen die Verhältnisse zwischen Trump und Musk in Ordnung zu sein. Nun geht die Beziehung in die Brüche.

Auslöser ist das geplante Steuergesetz der US-Regierung. Trump reagierte mit scharfer Kritik an dem Tesla- und SpaceX-Chef, nannte Musk „verrückt“ und drohte, dessen Unternehmen von künftigen Regierungsaufträgen auszuschließen. Musk wiederum warf Trump Undankbarkeit vor und sprach sich auf seiner Plattform X öffentlich für ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten aus.

Elon Musk: Erst US-Schattenpräsident – und jetzt Trump-Gegenspieler?

Geboren wurde Elon Musk 1971 in Pretoria in Südafrika.
Errol Musk baute als Maschinenbau- und Elektroingenieur ein Vermögen auf.
Mitte der 1990er Jahre begann der Aufstieg Elon Musks in den USA.
Im Jahr 2002 gründete Elon Musk das Unternehmen SpaceX.
Elon Musk: Erst US-Schattenpräsident – und jetzt Trump-Gegenspieler?

„Ich wünsche ihm alles Gute“ – Donald Trump zeigt kein großes Interesse an Versöhnung mit Musk

Das Weiße Haus wollte laut Politico ein Gespräch mit Elon Musk vereinbaren, um die angespannte Lage zu entschärfen. Dennoch griff Trump Musk am Freitag scharf an. Gegenüber Fox News erklärte Trump: „Elon hat völlig den Verstand verloren.“ Zuvor hatte sich Musk öffentlich gegen den von Trump im Senat eingebrachten „großen, schönen Gesetzesentwurf“ ausgesprochen und ihn eine „abscheuliche Abscheulichkeit“ genannt. 

Nach dem öffentlichen Zerwürfnis mit Tech-Milliardär Elon Musk ist US-Präsident Donald Trump nach eigenen Angaben nicht an Bemühungen um eine Versöhnung interessiert. Er sei so beschäftigt, dass er gar nicht über Musk nachdenke, sagte Trump an Bord des Regierungsfliegers Air Force One. „Ich wünsche ihm alles Gute.“ 

Eskalation im Streit zwischen Elon Musk und Donald Trump. (Symbolbild)

Trump und Musk im Streit: Republikaner ignoriert Versöhnungsversuche und will sich auf USA konzentrieren

Trump bestätigte auf Nachfrage, dass es Versuche gebe, ihn und Musk wieder zusammenzubringen. „Aber das interessiert mich nicht wirklich“, sagte der Präsident. Stattdessen will er sich darauf konzentrieren, „Probleme für die USA und die Welt zu lösen.“

Trump hatte auf seiner Plattform Truth Social am Donnerstag davon gesprochen, Aufträge und Subventionen für Musk zu streichen, um damit Milliarden Dollar einzusparen. Auf die Frage, ob er tatsächlich in Erwägung ziehe, Musks Firmen wie Tesla und SpaceX Aufträge der Regierung zu entziehen, blieb Trump vage. Man werde sich alles ansehen, aber nur das machen, was für das Land und Musk „fair“ sei. 

Rückblick auf die ersten 100 Tage: Trump krempelt die USA um – eine Chronik

Donald Trump
Donald Trump
Amtseinführung Trump
Grenze zu Mexiko
Rückblick auf die ersten 100 Tage: Trump krempelt die USA um – eine Chronik

Streit mit Trump: Musk erwägt seine eigene Partei zu gründen

Elon Musk brachte im Zuge des Streits eine neue politische Partei ins Gespräch. Auf seiner Plattform X teilte er einen Beitrag, in dem er in Betracht zieht, eine neue Partei zu gründen, die sogenannte „America Party“. Diese soll laut Musk die politische Mitte repräsentieren und die Wählerinnen und Wähler ansprechen, die sich weder den Demokraten noch den Republikanern zugehörig fühlen. Gegenüber Fox-News-Moderator Bret Baier zeigte sich Trump unbeeindruckt von Musks Vorschlag, eine neue Partei zu gründen. Er verwies auf seine guten Umfragewerte und die breite Rückendeckung durch die Republikaner im US-Kongress. (jal/dpa)

Rubriklistenbild: © IMAGO / UPI Photo, IMAGO / ABACAPRESS

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare