Russland setzt Kinschal ein
Großflächiger Stromausfall in der Ukraine nach russischen Angriffen mit Hyperschallraketen
Russland hat Kinschal-Hyperschallwaffen sowie Marschflugkörper und ballistische Raketen auf ganzes Gebiet der Ukraine abgefeuert.
Kiew – Russische Streitkräfte haben in der Nacht zum Freitag Städte in der gesamten Ukraine mit Raketen und Drohnen beschossen. Die Angriffe im Ukraine-Krieg führten zu Opfern und großflächigen Stromausfällen. Nach Angaben der ukrainischen Behörden setzte Moskau dabei Kinschal-Hyperschallraketen sowie Marschflugkörper und ballistische Raketen ein.
Die Bombardements trafen die Städte Krementschuk, Kyjiw, Dnipro, Charkiw und Tschernihiw. Auch in Sumy und im Oblast Odessa waren Explosionen zu hören. Betroffen waren zudem Gebiete in den Oblasten Dnipropetrowsk, Charkiw und Poltawa. In sozialen Medien geteilte Aufnahmen zeigen den Einschlagsmoment und die Folgen der Angriffe.
Russland überzieht die Ukraine mit Drohnenangriffe: eine Tote - elf Verletzte
Besonders schwer traf es Dnipro: Dort wurde bei einem Drohnenangriff ein Wohnhaus beschädigt. Eine Frau kam ums Leben, elf Menschen wurden verletzt – darunter ein 13-jähriges Mädchen. Dies meldete das ukrainische Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation.
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Die russischen Attacken richteten sich gezielt gegen die ukrainische Energieinfrastruktur. Energieministerin Switlana Hrynchuk bestätigte Notabschaltungen in verschiedenen Regionen. Der ukrainische Staatliche Notfalldienst berichtete, dass auch Energieinfrastruktur im Oblast Odessa während des ballistischen Raketenangriffs getroffen wurde. Landesweit müsse mit Stromausfällen von sechs bis 18 Stunden pro Tag gerechnet werden, erklärte der Notfalldienst in sozialen Medien.
Scheitern der Gespräche zwischen Russland und den USA: Putin startet Bombardierungskampagne
Nichita Gurcov, Analyst beim Armed Conflict Location & Event Data Project (ACLED), sieht in der Offensive eine gezielte Strategie. Gegenüber Newsweek erklärte er, Moskau verstärke nach dem Scheitern der jüngsten Russland-USA-Gespräche seine Bombardierungskampagne, um die ukrainische Strom- und Heizungsinfrastruktur zu stören – gerade jetzt, wo der Winter Einzug hält.
Die bisherige Bilanz ist verheerend: Frühere russische Angriffe im Oktober zerstörten bereits rund 60 Prozent der ukrainischen Gasproduktionsanlagen. Nach ACLED-Daten vernichtete Russland im vergangenen Monat fast 60 Prozent der ukrainischen Erdgasproduktionskapazität, beschädigte mindestens vier Wasserkraftwerke, griff Übertragungs- und Speicherinfrastruktur in der Westukraine an und beeinträchtigte den Betrieb von drei Kernkraftwerken.
Die nächtlichen Angriffe erfolgen vor dem Hintergrund umfassenderer russischer Attacken auf Städte näher an den ukrainischen Frontlinien. Dies deutet darauf hin, dass Moskau weder die Absicht hat, die Infrastrukturangriffe zu verringern noch einem Waffenstillstand zuzustimmen. Laut Gurcov versucht Russland, vor Einsetzen des schlechten Wetters so viel ukrainisches Territorium wie möglich zu besetzen. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com)
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