Mehrheit gegen Trumps Politik
LA-Proteste und Iran-Krise lassen Trumps Umfragewerte abstürzen
Proteste gegen Donald Trump und ein drohender Militärschlag auf den Iran lassen Donald Trumps Umfragewerte fallen. Vielen erscheint seine Politik zu extrem.
Washington, D.C. – Landesweit gingen mehr als fünf Millionen Menschen in den USA am „No Kings Day“ auf die Straßen – die Proteste richteten sich gegen die Politik des US-Präsidenten. Gleichzeitig droht Donald Trump in die Nahost-Eskalation militärisch einzugreifen. Das hat Folgen: Trumps Zustimmungswerte erreichen einen Tiefstand seiner zweiten Amtszeit.
„No-Kings“-Proteste und Iran-Eskalation: Trumps Umfragewerte rauschen ab
Eine Umfrage von YouGov im Zeitraum vom 13. bis 16. Juni zeigt, dass nur 41 Prozent der Amerikanerinnen und Amerikaner der Arbeit von Trump als Präsident stark oder eher zustimmen – ein Tiefststand seiner zweiten Amtszeit. 54 Prozent lehnen seine Arbeit ab, hingegen ein Höchststand.
Die Meinungen über die Proteste gegen die US-Abschiebepolitik sind gespalten: Die YouGov-Umfrage zeigt, dass 45 Prozent die Proteste (stark oder eher) befürworten, 44 Prozent lehnen sie demnach ab.
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Auch eine neue Umfrage im Zeitraum vom 11. bis 16. Juni – also nach den Protesten in Los Angeles und unmittelbar vor den „No Kings“-Demonstrationen – von Reuters/Ipsos zeigt, dass Trumps Zustimmung in der Einwanderungspolitik von 47 Prozent Mitte Mai auf 44 Prozent gesunken ist. Die generelle Zustimmung bleibt demnach bei 42 Prozent.
Eine weitere aktuelle Umfrage von CBS News, die vergangene Woche veröffentlicht wurde, bestätigt dieses Bild: Zwar unterstützen 55 Prozent der US-Erwachsenen grundsätzlich Trumps Ziel, mehr Menschen abzuschieben, aber nur 44 Prozent befürworten seine konkrete Vorgehensweise.
Schlechte Umfragewerte: Mehrheit gegen Trumps Handeln bei LA-Protesten
Laut YouGov-Umfrage lehnen 48 Prozent es ab (stark oder eher), dass ein Präsident gegen den Willen eines Gouverneurs Nationalgardisten zu einem Protest entsendet – wie Trump es bei den LA-Protesten tat. Nur 41 Prozent befürworten dieses Vorgehen.
| Institut (Zeitraum) | Zustimmung | Ablehnung |
|---|---|---|
| Yougov (13.6.-16.6.) | 41 % | 54 % |
| Reuters/Ipsos (11.6.-16.6.) | 42 % | 56 % |
Demnach sagen 60 Prozent der Amerikanerinnen und Amerikaner, dass die Reaktion auf die Proteste von lokalen und bundesstaatlichen Behörden und nicht vom Bund geleitet werden sollte. 43 Prozent sagen, dass die Reaktion der Bundesregierung auf die Anti-ICE-Proteste zu aggressiv war. Dabei handelt es sich mit 76 Prozent hauptsächlich um Demokraten, nur neun Prozent der Republikanerinnen und Republikaner sagen, die Reaktion sei zu hart gewesen. Insgesamt finden 25 Prozent sie angemessen und 17 Prozent nicht aggressiv genug.
Nahost-Konflikt: Möglicher Militärschlag kann Trumps Zustimmung beeinflussen
Gleichzeitig eskaliert der Nahost-Konflikt weiter. Ein US-Militärschlag auf den Iran wird zunehmend wahrscheinlicher. Laut einem Medienbericht der US-Nachrichtenagentur Bloomberg könnte ein Angriff bereits in den nächsten Tagen bevorstehen. Wall Street Journal berichtete zudem, dass Trump einem entsprechenden Angriffsplan gegen den Iran bereits zugestimmt hat, den endgültigen Befehl zur Durchführung jedoch bislang noch nicht erteilt. Auch diese Entwicklungen haben anscheinend Einfluss auf die Umfragewerte.
Die Hälfte der Amerikanerinnen und Amerikaner (50 Prozent) betrachtet Iran als Feind der USA, heißt es laut YouGov. 25 Prozent halten das Land für „unfreundlich“, 5 Prozent sehen es als Verbündeten oder freundlich gesinnt.
| Thema (YouGov) | Stimmen zu | Stimmen dagegen |
| Iran als Feind der USA | 50 Prozent | insgesamt 30 Prozent |
| Militärische Beteiligung der USA | 16 Prozent | 60 Prozent |
| Verhandlungen mit dem Iran | 56 Prozent | 18 Prozent |
Nur 16 Prozent befürworten jedoch eine militärische Beteiligung der USA am Konflikt zwischen Israel und der Islamischen Republik Iran. 60 Prozent sind dagegen, 24 Prozent sind unentschlossen. 56 Prozent sind dafür, dass die USA Verhandlungen mit dem Iran aufnehmen – nur 18 Prozent sind dagegen. Die Entwicklungen der nächsten Tage könnten Trumps Zustimmung also weiter schrumpfen lassen. (hk)
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