Ende des Ukraine-Kriegs

Kushner als Verhandler im Ukraine-Krieg – Kiew vorsichtig optimistisch

Jared Kushner rückt in den Ukraine-Verhandlungen in den Fokus. Der Immobilienentwickler ohne offizielle Position im Trump-Kabinett bekommt Lob aus Moskau und Kiew.

Kiew – Jared Kushner, der Schwiegersohn des US-Präsidenten Donald Trump, hat in der US-Regierung keinen offiziellen Posten inne, ist aber dennoch maßgeblich an den Verhandlungen über einen möglichen Frieden im Ukraine-Krieg beteiligt. Der Immobilienentwickler traf sich am vergangenen Dienstag (2. Dezember) zusammen mit dem US-Sondergesandten für den Nahen Osten, Steve Witkoff, mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau. Kushner bekam Lob aus dem Kreml. Präsidentenberater Juri Uschakow sagte, die Anwesenheit bei dem Treffen sei „äußerst nützlich“ gewesen.

Der US-Sondergesandte Steve Witkoff (links) mit Jared Kushner, dem Schwiegersohn des US-Präsidenten Donald Trump, bei einem Treffen in Moskau.

Kushner habe der amerikanischen Seite eine „systematische Präsenz“ verliehen und den „Charme und die Freundlichkeit“ des Sondergesandten Steve Witkoff gelungen ergänzt, wie das russische Exilmedium Moscow Times zitiert. „Wenn weiterhin ein Plan auf Papier ausgearbeitet wird, der zu einer Lösung führt, dann wird Herr Kushner in vielerlei Hinsicht die Feder führen“, so Uschakow weiter.

Witkoff zu russlandnah? Ukraine-Vertreter sieht Kushners Beteiligung positiv

In der Ukraine blickt man ebenfalls positiv auf die Teilnahme Kushners an den Gesprächen. „Allein die Tatsache, dass Trump Kushner in sein Team aufgenommen hat, ist ein gutes Zeichen“, sagte Oleksandr Merezhko, Vorsitzender des außenpolitischen Ausschusses des ukrainischen Parlaments, laut Kyiv Independent. Er scheint nicht „im Bann Putins zu stehen“, so Merezhko weiter. Witkoff hingegen wiederholte teils öffentlich Forderungen Russlands. Für Aufsehen sorgten auch von Bloomberg veröffentlichte Mitschnitte, in denen Witkoff einem russischen Beamten Tipps für die Einflussnahme aufs Weiße Haus gab.

Vor diesem Hintergrund gilt Kushners Anwesenheit in den Verhandlungen manchen Beobachtern als Gegengewicht. „Ich vertraue Kushner mehr als Witkoff“, kommentierte der Ukrainer Merezhko laut Kyiv Independent. Zudem habe der Schwiegersohn Trumps mehr diplomatische Erfahrung, betonte der Vorsitzende des außenpolitischen Ausschusses unter Verweis auf Kushners politische Erfolge wie etwa das Abraham-Abkommen. Die Einigung hatte im Jahr 2020 eine Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und mehreren arabischen Staaten wie den Vereinigten Arabischen Emiraten erzielt.

Treffen in Florida: Fortschritt hin zu Friedensabkommen hängt laut Ukraine von Russland ab

Nach den Gesprächen in Moskau in der vergangenen Woche hatten Kushner und Witkoff ursprünglich ein Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj geplant, sagten dies allerdings kurzfristig ab. Stattdessen entschied man sich laut Informationen Kyiv Independent für die Entsendung von Beamten auf niedrigerer Ebene. Am Freitag kamen Kushner und Vertreter der Ukraine und der USA zu Gesprächen in Florida zusammen, die Gespräche sollen am Samstag weitergehen. „Beide Seiten waren sich einig, dass echte Fortschritte in Richtung einer Einigung davon abhängen, dass Russland bereit ist, sich ernsthaft für einen langfristigen Frieden einzusetzen“, hieß es in einer Erklärung des US-Außenministeriums. 

Grundlage der Verhandlungen ist ein „Friedensplan“ der USA: Im November war bekannt geworden, dass die USA einen 28-Punkte-Plan zur Beendigung des Ukraine-Kriegs vorgelegt hatten, der weitgehend Russlands Forderungen entsprach. Dies stieß auf scharfe Kritik, insbesondere aus Europa. Später aktualisierten die USA, unter anderem Pentagon-Staatssekretär Dan Driscoll, den Vorschlag und reduzierte ihn laut Politico auf 19 Punkte. Dem Bericht zufolge war etwa die Forderung gestrichen worden, Kiew müsse den Donbass an Moskau abtreten. Details zur überarbeiteten Fassung wurden zunächst nicht bekannt.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Ukraine-Krieg: Was Putins Schweigen zum US-Vorschlag bedeutet

Wie Quellen NBC News verrieten, weigerte sich der russische Präsident jedoch, in mehreren Kernpunkten Kompromisse einzugehen. Etwa beim Status der Donbass-Gebiete, der Begrenzung der Stärke der ukrainischen Streitkräfte und der internationalen Anerkennung besetzter Gebiete. Analysten gehen davon aus, dass der Kremlchef den neuen „Friedensplan“ der USA ablehnt, dies aber zu verschleiern versuche.

Putin erklärte, es gebe Punkte im US-Vorschlag, denen Russland nicht zustimmen könne, er wolle aber keine weiteren Details nennen, um Trumps Friedensprozess nicht zu „stören“, wie die US-Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW) zitiert. Der russische Präsident thematisiere das Treffen bewusst nicht, da der US-Vorschlag nicht den russischen Maximalforderungen entsprach, so die ISW-Analyse weiter. Indes führte Moskau seine Angriffe in der Ukraine in unverminderter Härte fort. (Quellen: ISW, dpa, AFP, Moscow Times, Kiew Independent, Politico, NBC News, US-Regierung) (bme)

Rubriklistenbild: © Alexander Kazakov / dpa

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