Keine neuen Atomverhandlungen

Irans Außenminister widerspricht Trump: „Werden in der Lage sein, Schäden schnell zu beheben“

Der Iran könnte bald wieder Uran in seinen Atomanlagen anreichern, sagt Außenminister Araghtschi. Neue Verhandlungen mit Trumps USA lehnt er ab.

Teheran – Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat eine schnelle Wiederaufnahme der Verhandlungen mit den USA über Irans Atomprogramm erneut ausgeschlossen. Die Führung der Islamischen Republik fordert vor neuen Gesprächen Zusicherungen, dass die USA das Land nicht wieder angreifen werden, sagte Araghtschi dem US-Sender CBS. „Ich denke, dass wir bei all diesen Überlegungen noch mehr Zeit brauchen“, sagte er und fügte hinzu, dass „die Türen der Diplomatie niemals zugeschlagen“ würden.

Bereits vor einigen Tagen hatte Araghtschi dementiert, dass der Iran kurz vor der Rückkehr an den Verhandlungstisch steht. Mit seinen Äußerungen wies er US-Angaben zurück, wonach weitere Atomverhandlungen geplant seien.

Irans Außenminister: Trumps USA haben Atomanlagen nicht zerstört

Im CBS-Interview widersprach Araghtschi der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) nicht, wonach der Iran bereits in wenigen Monaten erneut Uran anreichern könnte. „Man kann die Technologie und die Wissenschaft der Anreicherung nicht durch Bombenangriffe auslöschen“, sagte Araghtschi dazu. Er fügte hinzu: „Wenn der Wille auf unserer Seite vorhanden ist, wieder Fortschritte in dieser Industrie zu machen, werden wir in der Lage sein, die Schäden schnell zu beheben und die verlorene Zeit aufzuholen.“

Verbündete, Feinde und Alternativen zum Mullah-Regime im Iran

Haft-e Tir in Teheran
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu
Noch am selben Tag schlug der Iran zurück.
Sowohl im Iran als auch wie hier in der israelischen Großstadt Tel Aviv waren die Schäden der gegenseitigen Luftangriffe enorm.
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Damit widerspricht er Donald Trump. Der US-Präsident hatte nach den US-Angriffen gesagt, dass die Luftwaffe der Vereinigten Staaten die iranischen Atomanlagen zerstört hätten. „Ich spreche auch nicht mit ihnen, da wir ihre Nuklearanlagen völlig vernichtet haben“, schrieb Trump auf seiner Nachrichtenplattform Truth Social. Er werde dem Iran kein Angebot unterbreiten: „Ich biete dem Iran nichts an, im Gegensatz zu Obama.“ Der frühere Präsident hatte mit der iranischen Führung 2015 ein Atomabkommen unterzeichnet, das Trump später aufkündigte.

Iran will Israel auslöschen

Am 13. Juni hatte Israel einen Großangriff auf den Iran gestartet, um das iranische Atomprogramm zu zerstören – mit dem Ziel: Der Iran solle niemals eine Atomwaffe besitzen. Bei den Attacken im Israel-Iran-Konflikt tötete das israelische Militär zahlreiche ranghohe Militärs und Atomwissenschaftler. Auch die USA griffen in den Krieg ein und bombardierten iranische Atomanlagen mit hochmodernen Tarnkappenbombern.

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi im UN-Menschenrechtsrat.

Der Iran bestreitet, eine Atomwaffe herstellen zu wollen. Seit mehreren Jahrzehnten verfolgt der Iran das offizielle Ziel, den Staat Israel zu vernichten. (jfw mit Nachrichtenagenturen)

Rubriklistenbild: © Martial Trezzini/KEYSTONE/dpa

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