„Ziemlich gutes Gefühl dabei“
Iran-US-Abkommen in Sicht: Fortschritte bei Waffenruhe – doch Trump pocht auf guten Deal
US-Vize JD Vance sieht Fortschritte bei dem Iran-US-Abkommen. Eine endgültige Einigung im Iran-Krieg steht aber noch aus. Unklar ist Trumps Reaktion.
Vor mehr als 24 Stunden beschossen sich die USA und der Iran in der Straße von Hormus noch mit Raketen, nun gibt es angeblich Fortschritte bei einer vorläufigen Einigung, die auf eine Verlängerung der Waffenruhe im Iran-Krieg und weitere Verhandlungen hindeutet. Vizepräsident JD Vance erklärte, dass bezüglich einer Absichtserklärung deutliche Fortschritte erzielt worden seien, es werde nur noch an einigen Punkten gearbeitet.
Aus Teheran hieß es, eine vorläufige Einigung sei bisher nicht ausformuliert und dementsprechend auch nicht bestätigt. Das meldete die den Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf eine dem Verhandlungsteam nahestehende Quelle. Zuvor hatten US-Medien über das mögliche Iran-US-Abkommen berichtet. Die New York Times schrieb mit Verweis auf US-Beamte, dass die Konfliktparteien kurz vor einer Einigung stünden. Axios teilte mit, Unterhändler beider Seiten hätten sich bereits auf eine 60-tägige Absichtserklärung zur Verlängerung der Waffenruhe und zur Aufnahme von Verhandlungen über das iranische Atomprogramm geeinigt.
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„Ich glaube, es ist schwer zu sagen, wann genau oder ob der Präsident die Absichtserklärung unterzeichnen wird“, sagte Vance laut Deutscher Presse-Agentur. Die Iraner schienen – zumindest Stand jetzt – in guter Absicht zu verhandeln. „Hoffentlich machen wir weiterhin Fortschritte“, fügte der Vize von Donald Trump mit Blick auf das mögliche Iran-US-Abkommen hinzu. US-Finanzminister Scott Bessent erklärte Reportern ebenfalls, dass ein Deal mit Teheran kurz bevorstünde. Allerdings hätte Trump das Iran-US-Abkommen bislang noch nicht unterschrieben.
„Wir haben hier möglicherweise die Anfänge einer Einigung“, sagte Bessent und merkte an, dass beide Seiten Vorschläge ausgetauscht hätten. „Alles hängt davon ab, was der Präsident will, und Präsident Trump wird keinen schlechten Deal abschließen.“ Der Iran müsse zustimmen, sein hochangereichertes Uran zu entsorgen, sich verpflichten, niemals nach einer Atomwaffe zu streben, und die Straße von Hormus vollständig wieder zu öffnen, so Bessent weiter.
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Laut CNN führte Vance gegenüber Reportern auf dem Rollfeld der Joint Base Andrews aus, dass es gegenwärtig unklar sei, wann oder ob Trump die Absichtserklärung für ein Iran-US-Abkommen unterschreiben werde. „Es gibt einige Streitpunkte im Bereich der Nuklearwaffen, insbesondere des hochangereicherten Urans und der Frage der Urananreicherung. Wir verhandeln daher intensiv mit ihnen. Wir glauben, dass sie zumindest bisher in gutem Glauben verhandeln.“ Zugleich betonte er, dass die Waffenruhe im Iran-Krieg trotz der jüngsten Angriffe weiter bestehe. „Ich kann nicht garantieren, dass wir ans Ziel kommen, aber im Moment habe ich ein ziemlich gutes Gefühl dabei.“
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In der Nacht kam es trotz der gegenwärtigen Bemühungen um eine Einigung zu weiteren Kämpfen: US-Medien berichteten von amerikanischen Streitkräften, die einen iranischen Abschussplatz in Bandar Abbas an der Straße von Hormus angegriffen haben. Zuvor waren fünf iranische Angriffsdrohnen abgeschossen worden, wie das US Central Command mitteilte. Laut Axios wird das Iran-US-Abkommen festlegen, dass die Schifffahrt durch die Straße von Hormus wieder „uneingeschränkt“ und ohne Gebühren ermöglicht wird. Zudem würde der Iran demnach innerhalb von 30 Tagen sämtliche Minen in der für den globalen Öl- und Flüssiggashandel wichtigen Meerenge räumen. Im Gegenzug werde die US-Seeblockade von iranischen Häfen aufgehoben.
Zudem soll die Absichtserklärung vorsehen, dass die USA einige Ausnahmen bei Sanktionen gegen den Iran gewähren, damit das Land Öl frei verkaufen kann. Allerdings wird die Trump-Regierung weiter gegen Schiffe der sogenannten Schattenflotte vorgehen. Teheran hatte mithilfe eines Netzwerks aus Tankern Rohöl nach China exportieren können. Künftige US-Sanktionen richten sich nun gegen mehrere Organisationen, Personen und Schiffe, die das „Rückgrat des illegalen Ölhandels im Iran bilden“. Die Maßnahmen zielten auf die „finanziellen Lebensadern“ der Revolutionsgarden und des iranischen Militärapparats. (Quellen: dpa, New York Times, CNN, Axios) (fbu)
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