PR-Stunt des Präsidenten

Trump besucht Nationalgarde in US-Hauptstadt – verzichtet aber auf Patrouille mit Militär

Am Donnerstagabend (Ortszeit) will US-Präsident Donald Trump gemeinsam mit dem Militär die Straßen Washingtons patrouillieren.
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Am Donnerstagabend (Ortszeit) will US-Präsident Donald Trump gemeinsam mit dem Militär die Straßen Washingtons patrouillieren.

Seit Wochen fabuliert Donald Trump über ausufernde Kriminalität in Washington, D.C. Im Rahmen eines PR-Stunts hält er eine Rede.

Washington, D.C. – Donald Trump hat seine Ankündigung nicht wahr gemacht. Eigentlich wollte er in der Nacht persönlich mit Polizei und Militär die Straßen der US-Hauptstadt Washington patrouillieren. „Ich gehe mit der Polizei und dem Militär raus“, hatte der US-Präsident in einem Interview mit dem ultrakonservativen Sender Newsmax erklärt. Auch Radiomoderator Todd Starnes berichtete auf X davon.

Nun besuchte er tatsächlich Polizisten und Soldaten in der US-Hauptstadt – allerdings auf einem Polizeigelände statt auf den Straßen der Stadt. Er fühle sich jetzt sehr sicher, sagte er in einer Rede und erklärte dann, wie er die Hauptstadt verändern wolle. Dabei ging es nicht nur um Kriminalität, sondern auch um Parks. Diese wolle er verschönern lassen. Er wisse durch seine Golfplätze sehr viel über Rasen, sagte Trump. Danach ließ sich der Präsident zurück ins Weiße Haus fahren.

Donald Trump will Washington „wieder sichermachen“

Trump hatte zuvor bereits die Nationalgarde in der Hauptstadt aktiviert und die örtliche Polizei unter Bundeskontrolle gestellt – angeblich um die außer Kontrolle geratene Kriminalität einzudämmen. In einem beispiellosen Schritt hatte Trump vor zehn Tagen Soldaten in Washington stationiert, um die Stadt „wieder sicherzumachen“.

Im Stadtbild Washingtons sind bereits vermehrt Nationalgardisten zu sehen. Sie patrouillieren auch an Orten mit hohem Touristenaufkommen, die nicht als Brennpunkte für Gewalt oder Kriminalität bekannt sind – darunter um das Weiße Haus herum und auf der von Touristen bevölkerten National Mall zwischen Kongress und Lincoln-Denkmal. Die Präsenz der Nationalgarde und die Unterstellung der Hauptstadtpolizei unter Bundesaufsicht haben bereits Proteste ausgelöst.

PR-Stunt in Washington: Trump will mit der Nationalgarde patrouillieren – trotz sinkender Kriminalität

Die Behauptung des Präsidenten über steigende Kriminalität in der US-Hauptstadt steht im Widerspruch zu offiziellen Daten. Weder die Statistiken der Polizei noch Informationen der Staatsanwaltschaft des Hauptstadtbezirks belegen einen solchen Anstieg. Die Kriminalitätsraten sind seit zwei Jahren rückläufig, Bürgermeisterin Muriel Bowser spricht sogar von einem 30-Jahres-Tief.

Die US-Hauptstadt ist eine Hochburg der Demokratischen Partei und hat als „District of Columbia“ (kurz: DC) einen Sonderstatus. Kritiker sehen in dem Vorgehen einen Versuch, die Bevölkerung einzuschüchtern. Zudem will Trump den PR-Stunt vermutlich nutzen, um sich als heroischer Anführer zu inszenieren.

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Trump nutzte die Nationalgarde bereits, um Proteste in den USA zu beenden

US-Vizepräsident JD Vance und Pentagonchef Pete Hegseth waren am Mittwoch bei einem Treffen mit Nationalgardisten im Hauptbahnhof Union Station ausgebuht worden. Eine kleine Protestgruppe rief „Free DC“ (Befreit Washington). Der Vizepräsident machte sich über die Kundgebung lustig und sprach von einer „Gruppe verrückter Demonstranten“.

Es ist das erste Mal seit 60 Jahren, dass ein US-Präsident die Nationalgarde gegen den Willen der örtlichen Behörden entsendet. Im Juni hatte Donald Trump bereits in Los Angeles die Nationalgarde und Marineinfanteristen mobilisiert, um Proteste gegen seine Einwanderungspolitik zu beenden. (nak)

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