Wadephul stellt Forderung
Nach Besuch von US-Gesandtem in Belarus: Oppositioneller Sergej Tichanowski aus der Haft entlassen
In Belarus sind 14 politische Gefangene aus der Haft entlassen worden. Die Amnestie soll mit dem Besuch des US-Sondergesandten Keith Kellogg zusammen hängen.
Minsk – In Belarus wurden Medienberichten zufolge 14 politische Gefangene aus der Haft entlassen – darunter der belarussische Oppositionelle Sergej Tichanowski. Der Ehemann der im Exil lebenden Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja ist laut Bericht des unabhängigen Internetportals Nascha Niwa bereits außer Landes.
Belarus: Oppositioneller Sergej Tichanowski ist frei – nach Besuch von US-Gesandtem Kellogg
Tichanowskaja bestätigte später auf der Plattform X die Freilassung ihres Mannes. „Mein Mann ist frei. Es ist schwer, die Freude in meinem Herzen zu beschreiben“, schrieb sie. Sie bedankte sich bei den USA und der EU für die Bemühungen um die Freilassungen.
Tichanowski war im Mai 2020 festgenommen worden, nachdem er angekündigt hatte, bei der wenige Monate später stattfindenden Präsidentschaftswahl gegen Lukaschenko kandidieren zu wollen. Nach seiner Inhaftierung war seine Frau an seine Stelle gerückt und hatte den belarussischen Machthaber als Präsidentschaftskandidatin herausgefordert.
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Ein weiterer prominenter Freigelassener ist der Journalist Igor Karnej. Die Amnestie hängt laut dem Internetportal Nascha Niwa mit dem Besuch des US-Sondergesandten Keith Kellogg zusammen. Kellogg hatte zuvor den Machthaber von Belarus, Alexander Lukaschenko, besucht. Bei den Gesprächen ging es um eine friedliche Lösung für Russlands Krieg in der Ukraine, aber auch um die bilateralen Beziehungen zwischen den USA und Belarus.
Politische Gefangene in Belarus: Wadephul fordert von Lukaschenko Freilassung
„Es ist eine fantastisch gute Nachricht“, kommentierte der deutsche Außenminister Johann Wadephul die Freilassung Tichanowskis auf X. Dabei richtete Wadephul den Blick auf „die vielen anderen Gefangenen in Belarus“ – diese dürfen nicht vergessen werden. „Lukaschenko muss sie endlich freilassen“, forderte der Außenminister den belarussischen Machthaber auf.
Lukaschenko hatte sich bei umstrittenen Wahlen 2020 zum Sieger erklären lassen. Proteste der Opposition, die Tichanowskaja als Sieger sahen, ließ er damals blutig niederschlagen. (pav/dpa/AFP)