US-Präsident unter Druck
Epsteins Freunde unter sich: Trump gab Prinz Andrew Liste mit Frauennamen
Ein neues Buch erzählt, wie Donald Trump und Prinz Andrew sich auf einer Party von Heidi Klum kennenlernten. Beide galten als gute Freunde Epsteins.
London – Es könnte Schockwellen auslösen, die vom Buckhingham Palace in London bis ins Weiße Haus in Washington DC rollen: die Rede ist vom neuen Buch des renommierten Historikers Andrew Lownie. Der Experte der britischen Royals hat eine Biografie mit explosivem Inhalt veröffentlicht. In „Entitled: The Rise and Fall of the House of York“ enthüllt der Autor schockierende Details über die Bekanntschaft zwischen dem US-Präsidenten Donald Trump, dem in Ungnade gefallenen Prinz Andrew, Bruder des britischen Königs Charles III.
Donald Trump soll den 14 Jahre jüngeren Prinz Andrew Ende der 1990er Jahre kennengelernt haben. Laut der britischen Boulveard-Tageszeitung Daily Mail, die Auszüge aus Lownies Buch veröffentlichte, entwickelte sich schnell eine enge Freundschaft zwischen dem amerikanischen Geschäftsmann und dem britischen Prinzen. Im Jahr 2000 besuchte Andrew sogar Trumps exklusiven Mar-a-Lago Club in Palm Beach, wo er auch eine Runde Golf mit dem späteren Präsidenten spielte.
Miteinander bekannt gemacht habe Trump und Prinz Andrew vor allem ein Pärchen, mit dem beide unabhängig voneinander befreundet waren, und das in der jüngsten Vergangenheit wieder die Schlagzeilen dominierte: Die Rede ist von Jeffrey Epstein und seiner Vertrauten Ghislaine Maxwell.
Donald Trump und Prinz Andrew: Gute Freunde und gemeinsame Bekannte von Jeffrey Epstein
Beide sind verurteilte Sexualstraftäter. Während Ghislaine Maxwell ihre Strafe in einem US-Gefängnis absitzt, beging der Investmentbanker Selbstmord in Haft. Die Umstände seines Todes lösen bis heute Diskussionen aus und sind Bestandteil zahlreicher Verschwörungsmythen, die vor allem in Trumps MAGA-Umfeld hohen Kurs genießen. Trump selbst nutzte die Causa Epstein im Wahlkampf für Angriffe auf die Demokraten und warf ihnen vor, Ermittlungsergebnisse geheim zu halten, um weitere Freunde Epsteins, wie den ehemaligen Präsidenten Bill Clinton und seine Frau Hillary, zu schützen.
Die lange Liste Jeffrey Epsteins: Donald Trump, Prinz Andrew und viele mehr




Donald Trump ist wegen Epstein-Ermittlungen weiter unter Druck
Doch kaum im Amt hüllte auch die Regierung von Donald Trump wie ihre Vorgänger den Mantel des Schweigens über den Fall von Jeffrey Epstein. Angeblich existierende Listen mit den Namen der Geschäftspartner Epsteins wurden entgegen der Ankündigungen nicht veröffentlicht – zum großen Ärger des Trump-Lagers.
Der Präsident versucht seitdem, vom Epstein-Skandal abzulenken. Trump kämpft verzweifelt, doch bislang vergeblich, darum, die Kontrolle über das Narrativ zurückzugewinnen, in dem er alte Feindschaften wiederbelebt, eigene Erfolge betont oder neue Nachrichten über seine Verwicklungen im Fall Epsteins herunterzuspielen. Das neue Buch aus London dürfte dieses Bemühen weiter erschweren.
Prinz Andrew und Donald Trump trafen sich auf Halloween-Party von Heidi Klum
Besonders brisant sind in diesem die Enthüllungen über Gespräche, die Trump angeblich mit Prinz Andrew geführt haben soll. Lownie berichtet, dass Trump und Andrew bei einer Halloween-Party des deutschen Supermodels Heidi Klum aufeinandertrafen. „Andrew ist nicht arrogant. Es macht viel Spaß, mit ihm zusammen zu sein“, soll Trump über den Skandal-Prinzen gesagt haben. Kurz darauf sollen beide erneut auf einer Party aufeinandergetroffen sein und sich dabei über die Pläne des US-Amerikaners unterhalten haben, ein neues Golf-Ressort in Schottland zu eröffnen.
Andrew ist nicht arrogant. Es macht viel Spaß, mit ihm zusammen zu sein.
Doch laut Lownies Buch soll es in dem Gespräch vor allem ein dominierendes Thema gegeben haben: Beide hätten sich „ausschließlich über Frauen“ und deren Geschlechtsorgane unterhalten haben. Trump soll dem Prinzen sogar eine Liste mit Masseurinnen überreicht haben, die er ihm empfehlen könne. Das US-amerikanische News-Portal Daily Beast bestätigte diese Darstellung und verwies auf weitere kompromittierende Details aus dem Buch. Weder Trump noch Andrew äußerten sich bislang zu den Vorwürfen.
Der Fall Jeffrey Epstein in der Übersicht
Jeffrey Epstein war ein US-amerikanischer Investmentbanker und verurteilter Sexualstraftäter, der am 20. Januar 1953 in New York City geboren wurde und am 10. August 2019 ebenda starb. Der Multimillionär war bekannt für seine Verbindungen zu Prominenten, Politikern und Milliardären wie Bill Clinton, Donald Trump und Prinz Andrew.
Epstein wurde 2005 erstmals verhaftet, nachdem er beschuldigt wurde, ein 14-jähriges Mädchen für Sex bezahlt zu haben. 2008 entging er durch einen umstrittenen Deal mit der Staatsanwaltschaft in Florida einer harten Verurteilung und saß lediglich 13 Monate im Gefängnis. 2019 wurde er erneut verhaftet und angeklagt, zwischen 2002 und 2005 einen illegalen Sexhandelsring mit Minderjährigen aufgebaut zu haben.
Laut Ermittlungsakten sollen mindestens 80 seiner Opfer zum Zeitpunkt der Tat 14 Jahre oder jünger gewesen sein. Bevor es zum Prozess kommen konnte, wurde Epstein am 10. August 2019 tot in seiner Gefängniszelle im Manhattan Metropolitan Correctional Center aufgefunden. Offiziell starb er durch Suizid, doch die Umstände seines Todes lösten einen Justizskandal und zahlreiche Verschwörungstheorien aus.
Enge Beziehung zwischen Donald Trump und Jeffrey Epstein
Und der Royal-Experte Lownie ist nicht der Einzige, der die Beziehungen zwischen Prinz Andrew, Donald Trump und Jeffrey Epstein intensiver beschreibt, als bislang bekannt. Laut dem Trump-Biografen Michael Wolff bezeichnete Epstein Trump als seinen „engsten Freund über zehn Jahre“. Trump selbst sagte einst im Interview bei CNN über Epstein: „Er ist ein großartiger Kerl. Es macht Spaß, mit ihm zusammen zu sein.“ Andrew wiederum soll mehrfach auf die Dienste Epsteins zurückgegriffen haben.
Laut des neuen Buchs soll der Adlige die Dienste von Epsteins Fahrer Ivan Novikov genutzt haben, wenn er zu Gast in New York City war. „Immer wenn Andrew in der Stadt war, habe ich junge Mädchen mitgenommen, die im Grunde genommen Prostituierte waren. Einmal habe ich ihn und zwei junge Mädchen im Alter von etwa 18 Jahren zu einem Hotel gefahren. Beide Mädchen haben Kokain geschnupft. Prinz Andrew hat mit einer von ihnen rumgemacht“, so Novikov in dem neuen Buch.
Donald Trumps Orbit: Einflüsterer, Berater und Vertraute des Präsidenten




Trump gewinnt Zeit: Maxwell-Aussage über Epstein verschoben
Für Trump kommen die neuen Details zu seiner Verwicklung im Fall rund um Jeffrey Epstein zu einer ungünstigen Zeit. Der Präsident scheiterte bislang damit, seine eigene Basis von dem Thema abzulenken. Und noch immer droht eine Aussage Ghislaine Maxwells vor dem US-Kongress. Die Vertraute Epsteins soll dort vor einem Ausschuss Rede und Antwort stehen. Zu Trumps vorübergehendem Glück wurde die Vernehmung Maxwells dort aber bis auf Weiteres verschoben. Das gab der Ausschussvorsitzende James Comer, wie Trump Mitglied der Republikaner, Ende letzter Woche bekannt.
Die frühere Komplizin des verstorbenen Sexualstraftäters hat einen Richter gebeten, einen Antrag des US-Justizministeriums auf Freigabe von Protokollen der Grand Jury in ihrem Strafverfahren sowie dem Verfahren Epsteins abzulehnen. „Jeffrey Epstein ist tot. Ghislaine Maxwell ist es nicht“, erklärten Maxwells Anwälte am Dienstag in einem Antrag an den Bundesrichter in New York, der über die Anfrage der Regierung entscheidet.
„Welches Interesse auch immer die Öffentlichkeit an Epstein haben mag, dieses Interesse kann keine umfassende Verletzung der Geheimhaltungspflicht der Grand Jury in einem Fall rechtfertigen, in dem die Angeklagte lebt“, betonten die Anwälte. Sie verwiesen auf Maxwells „rechtliche Möglichkeiten“ und ihr Recht auf ein „ordentliches Verfahren“. (dd)
Rubriklistenbild: © imago
