Gespräche an der Front

„Fleischwolf“-Strafkommando: Russland geht gegen Deserteure vor

Russia Ukraine Military Operation Artillery Unit
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Russische Soldaten beim Einsatz an der Front in Krasnoarmeysk (Symbolbild)

Viele russische Soldaten wurden gegen ihren Willen an die Front geschickt. Deserteuren drohen im Falle einer Desertion „Fleischangriffe“.

Kiew – Der ukrainische Militärgeheimdienst (HUR) hat ein am 20. Januar abgefangenes Gespräch veröffentlicht, in dem ein russischer Soldat seinem Kameraden mit sogenannten „Fleischangriffen“ droht, falls dieser desertiert. In dem Gespräch warnt der Soldat seinen Kameraden, der vermutlich eine Flucht plant, vor den schwerwiegenden Konsequenzen: Sollte die Desertion auffliegen, werde der Kommandeur einen Sturm-Befehl erteilen. Mit dieser Drohung versucht der Soldat, seinen Kameraden von seinem Vorhaben abzubringen.

Russische Deserteure im Ukraine-Krieg werden mit Fleischwolf-Angriffen bestraft

Der Beitrag des Geheimdienstes auf der Website wurde mit einer klaren Botschaft beendet: „Jeder Kriegsverbrecher wird eine gerechte Vergeltung erfahren“. Bereits im vergangenen Jahr berichtete die Kyiv Post von schweren Verlusten russischer Truppen im Sektor Torezk in der Region Donezk. Atesh-Partisanen erklärten damals: „Das Personal wird in ,Fleisch‘-Angriffe geworfen. Die Verwundeten und Toten werden durch abgeordnetes Militärpersonal ersetzt.“

Laut der Nachrichtenplattform sprach auch eine Abhörspezialistin des ukrainischen Geheimdienstes Anfang letzten Jahres über ihre Erfahrungen mit abgehörten Gesprächen. „Sie sind alle echt, auch wenn sie verrückt erscheinen mögen.“ Russland behauptete bereits in der Vergangenheit wiederholt, die vom ukrainischen Geheimdienst abgehörten und veröffentlichen Gespräche seien gefälscht.

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Ukraine-Krieg: Russland erzwingt den Kampfwillen seiner Soldaten mit „Barrieretruppen“

In Russland gibt es verschiedene Wege, um an die Front geschickt zu werden: Man kann einen Vertrag mit dem Verteidigungsministerium unterzeichnen oder durch Mobilisierung eingezogen werden. Darüber hinaus werden Kadermilitärs, Strafgefangene und Wehrpflichtige eingesetzt, sofern Letztere einem Vertrag zustimmen.

Russland greift im andauernden Ukraine-Krieg verstärkt zu drastischen Mitteln, um den Kampfeswillen der eigenen Soldaten zu sichern. Nach Informationen des britischen Verteidigungsministeriums setzt das Militär sogenannte „Barrieretruppen“ oder „Blockierer“ ein – Spezialeinheiten, deren Aufgabe es ist, fliehende Soldaten an der Front durch Waffengewalt zu stoppen. (jal)

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