Nach Drohnenangriff

Finnland unter Beschuss – Medwedew: „Werden nicht nachsichtig sein“

Russlands Hardliner Medwedew attackiert Finnland durch Drohungen. Der ehemalige Präsident beschwört den Geist des Zweiten Weltkriegs.

Helsinki – Nach den jüngsten Luftraumverletzungen über Polen nimmt Moskau nun Finnland ins Visier. Während man in Warschau noch die Ursachen der Drohnenangriffe klärt, greift das russische Außenministerium in sozialen Netzwerken zu martialischen Worten. Dmitri Medwedew, früher Präsident und Premierminister, heute stellvertretender Vorsitzender des russischen Sicherheitsrats und Wladimir Putins treuester Hardliner, warnte Finnland vor dem Bau einer neuen „Mannerheim-Linie“. Gemeint ist jene Verteidigungsanlage, mit der sich Helsinki im Zweiten Weltkrieg gegen die Rote Armee stellte.

Putins Verbündete: Diese Länder stehen im Ukraine-Krieg an der Seite Russlands

Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten
Alexander Lukaschenko und Wladimir Putin
Kim Jong-un und Wladimir Putin
russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist
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„Eine Konfrontation mit Russland kann zum Zusammenbruch der finnischen Staatlichkeit führen – diesmal für immer“, erklärte Medwedew. Und er drohte weiter: „Anders als 1944 wird man nicht nachsichtig sein. Wie es so schön heißt: sitä saa, mitä tilaa – man bekommt, was man bestellt.“

Drohnen über Polen: Medwedew erinnert an Zweiten Weltkrieg und Krieg gegen Finnland

Der Beitrag enthielt zudem einen Link zu einem längeren Telegram-Text, in dem Finnland grotesk beschuldigt wird, im Zweiten Weltkrieg „Völkermord und Kriegsverbrechen“ gegen die Sowjetunion verübt und als „Satellit Nazideutschlands“ fungiert zu haben – bevor Medwedew über den NATO-Beitritt des Landes herzog.

Der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, droht Finnland. (Symbolbild)

Drohnenangriff in Polen – Unklarheit über Absicht des Kremls

Der Beitrag war laut dem amerikanischen Online Medium MEDIAITE eine Reaktion auf Donald Tusk Äußerungen. Der polnische Präsident nenne die Drohnenangriffe eine „Annäherung an einen bewaffneten Konflikt seit dem Zweiten Weltkrieg“. Zum Hintergrund: In der Nacht zu Mittwoch gerieten Europas Sicherheitsinteressen auf den Prüfstand.

Mehr als ein Dutzend russische Drohnen verletzten laut mehreren Medien den polnischen Luftraum, viele kamen über Belarus. Binnen Minuten reagierte Warschau: Vier Flughäfen wurden geschlossen, die Abwehrsysteme aktiviert. F-16 starteten, flankiert von niederländischen F-35. Ob es sich um einen von Putin geplanten Plan handelte oder die Drohnen versehentlich den NATO-Luftraum passierten, ist derzeit noch ungeklärt. (Quellen: MEDIAITE, dpa) (ddja)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Russian Look

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