Nächste Putin-Provokation?
Estland schließt Grenzübergang: „Kleine grüne Männchen“ wie 2014 auf der Krim gesichtet
An der Grenze zwischen NATO-Staat Estland und Russland werden bewaffnete Männer gesichtet. Tallinn reagiert. Hat Wladimir Putin etwas damit zu tun?
Saatse - Es gab schon wieder Aufregung mit Russland an der NATO-Ostflanke. So kam es offenbar erneut zu einer Provokation des Moskau-Regimes von Wladimir Putin. Konkret: Wie The Kyiv Independent berichtet, musste Estland am 10. Oktober einen Grenzübergang im Südosten des baltischen Landes schließen, nachdem dort sieben bewaffnete Männer in Uniformen ohne Hoheitsabzeichen gesichtet worden waren.
Mutmaßliche Soldaten ohne Hoheitsabzeichen, also etwa die Flagge eines Landes an der Schulter, wecken böse Erinnerungen an die sogenannten „grünen Männchen“, die im Frühjahr 2014 in Putins Auftrag völkerrechtswidrig die Schwarzmeer-Halbinsel Krim besetzten, auf die die Ukraine bis heute Anspruch als ihr Staatsgebiet erhebt. Es soll sich übereinstimmenden Berichten zufolge damals um Soldaten der regulären russischen Armee gehandelt haben, was der Kreml anfangs bestritt.
Provokationen aus Russland: Wladimir Putin lässt offenbar die NATO testen
Während gleichzeitig die Unzufriedenheit in der russischen Bevölkerung mit Putins Politik wachsen soll und US-Präsident Donald Trump Tomahawk-Lieferungen an die Ukraine erwägt, verschärft sich die Gangart zwischen Russland und der Verteidigungsallianz NATO zunehmend – zum Beispiel durch Moskauer Provokationen wie Luftraum-Verletzungen im Ostseeraum. Oder etwa durch ein russisches U-Boot direkt vor der Küste Frankreichs.
Die neuerliche Provokation ereignete sich diesmal beim estnischen Dorf Saatse. Dort gibt es den sogenannten „Saatse Boot“, eine schmale Landstraße, die kurz durch russisches Staatsgebiet führt, ehe wieder estnisches Territorium erreicht wird. Aus Sicherheitsgründen ließen die estnischen Behörden vorübergehend die Straße und den recht unscheinbaren Grenzübergang sperren.
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Bedrohung durch Russland: Sorgen in Estland wegen Wladimir Putin
„Wir haben deutlich mehr Bewegung als üblich bemerkt“, erklärte Kunter Pedoski, Einsatzleiter der südlichen Präfektur Estlands. Die baltische Bevölkerung sorgt sich im Umfeld von Ukraine-Krieg sowie internationaler Spannungen erheblich vor einem möglichen russischen Überfall auf die Baltischen Staaten. Im äußersten Nordosten Estlands trennt etwa nur eine rund 140 Meter lange Autobrücke die estnische Stadt Narva mit ihren rund 53.000 Einwohnerinnen und Einwohnern vom russischen Iwangorod.
Die Republik Estland, die heute rund 1,37 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner hat, hatte sich am 3. März 1991 von der durch den Kreml beherrschten UdSSR für unabhängig erklärt. Das kleine baltische Land war zwischen 1918 und 1940 schon einmal unabhängig, ehe es unter massiver Gewaltandrohung durch die damalige Sowjetunion annektiert wurde. Am 19. September 2025 hatten drei russische MiG-31-Kampfjets estnischen Luftraum verletzt, was massive Proteste aus Tallinn nach sich rief. (Quellen: Kyiv Independent, Meduza, Welt) (pm)
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