1500 Kilometer von Grenze entfernt

Drohnen-Attacke tief in Russland: Ukraine setzt Putins Ölraffinerie in Brand

Kiew hat Russland im Ukraine-Krieg womöglich einen herben Schlag versetzt. Weit von der Front entfernt brannte es in einem Öllager.

Saratow – Die Ukraine nimmt in ihrem Abwehrkampf gegen die russischen Invasoren immer wieder Öldepots und -raffinerien auf russischem Boden ins Visier. Jetzt ist den Streitkräften ein empfindlicher Schlag gegen einen wichtigen Industriezweig von Kremlchef Wladimir Putin gelungen – und das tief in russischem Staatsgebiet.

Dem ukrainischen Militärgeheimdienst (HUR) sei es in der Nacht auf den 8. November gelungen, in der 1500 Kilometer von der Grenze entfernten Stadt Saratow eine Ölraffinerie mit Drohnen zu attackieren, die Teil des Staatskonzerns Rosneft ist. Das habe eine Quelle des HUR dem ukrainischen Onlinemedium Kyiv Independent bestätigt.

Erfolgreiche Drohnenattacke auf Putins Öllager? Brand nahe Raffinerie tief auf russischem Staatsgebiet

Dem HUR zufolge hätten im Ukraine-Krieg Drohnen Heizöltanks der Raffinerie an der Wolga getroffen und diese in Brand gesteckt. Die Verantwortlichen verwiesen dabei auf örtliche Medien, die über mehrere Explosionen in der Stadt berichteten. Doch an der Darstellung gibt es – wie sooft in der Kriegsberichterstattung – Zweifel.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Der Gouverneur der Oblast Saratow, Ruslan Busargin, erklärte, dass es einen Drohnenangriff gegeben habe, das Flugobjekt von der Luftabwehr aber abgeschossen worden sei und lediglich Trümmerteile in einem Industriegebiet im Stadtbezirk Zavodsky niedergegangen seien. Zu Opfern oder Schäden sagte er nichts. Das russische Verteidigungsministerium schrieb in einem Bericht von sechs abgeschossenen Drohnen über dem Gebiet.

Galt der Drohenangriff gar nicht der Ölraffinerie?

Einwohner von Saratow meldeten laut der ukrainischen Nachrichtenagentur Unian einen Brand im Bereich der Ölraffinerie nach einer Drohnenattacke. So behaupteten einige, dass die Fackel der Anlage gebrannt habe. In online kursierenden Videos befinde sich diese aber rechts vom Feuer.

Womöglich galt der Drohnenangriff gar nicht der Raffinerie, sondern einem Flughafen, den die Ukraine schon einmal ins Visier genommen hatte. Unian berichtete in einem Update unter Berufung auf Geheimdienstquellen von einer Sonderoperation der Hauptnachrichtendirektion des Verteidigungsministeriums der Ukraine. Bewohner der Stadt Engels auf der anderen Seite der Wolga haben von einem Luftalarm in der Nacht gesprochen. Nahe der Stadt befindet sich einer der wichtigsten Luftwaffenstützpunkte von Putin. Engels-2 ist die einzige Basis für die schweren Bomber des Typs Tupolew Tu-160. (mt)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa | Soeren Stache

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