„Noch nie ein Bild gemalt“
Dreiste Trump-Lüge? Präsident bestreitet eigene Kunstwerke – dann tauchen seine Manhattan-Skizzen auf
Trump wird von seiner Vergangenheit eingeholt. Er soll Epstein eine anzügliche Zeichnung erstellt haben. Er streitet nicht nur das vehement ab.
Washington – Lügt Donald Trump? Der US-Präsident ist berüchtigt dafür, es mit der Wahrheit manchmal nicht ganz so genau zu nehmen, doch diesmal könnte es sich um eine glatte Lüge handeln. Es geht um mehrere angeblich Zeichnungen des Republikaners aus den 1990er- und frühen 2000er-Jahren, die am Donnerstag (17. Juli 2025) auftauchten. Doch der Präsident behauptet klar, er habe „noch nie in seinem Leben ein Bild gemalt“. Trump hatte indes zuletzt auch Ärger mit seinem „ekelhaften“ Parfüm.
Donald Trump: Anzügliche Zeichnung für Sexualstraftäter Epstein?
Das Wall Street Journal hatte berichtet, Trump habe 2003 einen Geburtstagsbrief an den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein geschrieben, der die Zeichnung einer nackten Frau enthielt, deren Schamhaare aus Trumps Unterschrift geformt waren. Der Grund, warum Trump dies abstreiten könnte, liegt auf der Hand: Er will nicht mit Epstein in Verbindung gebracht werden. Trumps angeblicher Brief an Epstein aus dem Jahr 2003 enthält laut Wall Street Journal aber „mehrere Zeilen maschinengeschriebenen Text, eingerahmt von der Silhouette einer nackten Frau, die offenbar mit dickem Filzstift handgezeichnet ist. Zwei kleine Bögen stellen die Brüste der Frau dar, und die Unterschrift des zukünftigen Präsidenten ist ein verschnörkeltes ‚Donald‘ unterhalb ihrer Taille, das Schamhaare imitiert.“
Zeitlinie: So hat Trump den Zoll-Krieg vom Zaun gebrochen




Der Brief war Teil eines Albums, das von Epsteins Vertrauter Ghislaine Maxwell zu Epsteins 50. Geburtstag zusammengestellt wurde, die derzeit eine 20-jährige Haftstrafe wegen Kinderhandels verbüßt. Epstein beginn 2019 in Untersuchungshaft Suizid. „Seiten aus dem ledergebundenen Album – zusammengestellt vor Epsteins erster Verhaftung im Jahr 2006 – gehören zu den Dokumenten, die von Beamten des Justizministeriums untersucht wurden, die vor Jahren gegen Epstein und Maxwell ermittelten, so Personen, die die Seiten überprüft haben“, erklärte das Wall Street Journal.
Trump bezeichnet Zeichnung an Epstein als „Fälschung“
„Das ist eine Fälschung. Es ist eine erfundene Wall Street Journal-Geschichte“, äußert Trump. Er werde „das Wall Street Journal verklagen, so wie ich alle anderen verklagt habe“, drohte er. Er habe die Zeitung „persönlich“ vor einer Veröffentlichung des Artikels gewarnt, erklärte Trump. „Sie haben trotzdem einen falschen, böswilligen und diffamierenden Artikel veröffentlicht“, fügte er hinzu. Wenn der Artikel auch nur „die kleinste Spur von Wahrheit“ enthalten würde, wäre die Informationen längst von der gegnerischen Seite öffentlich gemacht worden, schreib Trump weiter.
Und weiter: „Ich habe noch nie in meinem Leben ein Bild gemalt. Ich zeichne keine Bilder von Frauen.“ Dass Trump noch nie einen Stift zum Zeichnen in die Hand genommen hat, ist schwer zu glauben. So zeigte etwa die Washington Post eine Zeichnung Trumps von der Skyline Manhattans aus dem Jahr 2004, die er Berichten zufolge für eine Wohltätigkeitsauktion angefertigt hatte.
Kalifornien-Gourverneur Newsom postet Trump-Behauptung und Gegenbeweis
Trump neigt dazu, in Extrema zu sprechen. Nur allzu gern benutzt er Steigerungen wie „das Beste“, oder „niemals“. Diesmal jedoch ist es allzu einfach, ihn mit dem Gegenteil seiner Behauptung zu konfrontieren. Auch Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom griff Trumps Worte auf und postete bei X dessen Behauptung (“Im Leben noch kein Bild gemalt“) und das von Trump unterzeichnete Werk.
“I never wrote a picture in my life.” pic.twitter.com/sxYydO4LcJ
— Gavin Newsom (@GavinNewsom) July 18, 2025
Der Demokrat Newsom und Trump stehen auf Kriegsfuß – Trump sandte etwa die Nationalgarde nach Kalifornien, weil die Proteste gegen seine Einwanderungsgesetze zu gewalttätigen Protesten führten. Auch 2005 soll Trump erneut für einen guten Zweck die Skyline gezeichnet haben. Ebenso zeichnete der Immobilienmagnat laut Berichten im Jahr 1995 das Empire State Building.
Trump wegen Nähe zu Epstein unter Druck
Trump steht wegen der Affäre um Epstein im eigenen Lager zunehmend unter Druck. Viele seiner Anhänger hatten sich zuletzt empört geäußert, weil seine Regierung ein Versprechen zum Epstein-Skandal nicht eingehalten hat: Sie wollte Licht in den Skandal um den US-Milliardär bringen, der 2019 tot in seiner Gefängniszelle in Manhattan aufgefunden wurde. Dem Investmentbanker wurde vorgeworfen, zahlreiche Mädchen und junge Frauen missbraucht und Prominenten zugeführt zu haben.
Wegen früherer Aussagen zu Epstein steht Trump in der Affäre auch selbst im Fokus. Er hatte seinen damaligen Nachbarn Epstein 2002 noch als „tollen Typen“ bezeichnet und gesagt, dieser möge „schöne Frauen genauso wie ich“ – und viele von ihnen seien eher jung. Eine andere junge Frau teilte jüngst gegen Trump aus: Seine Nichte behauptete, er könne sich noch nicht mal die eigenen Schuhe binden. (cgsc mit afp)
Rubriklistenbild: © IMAGO/Lamkey Rod/CNP/ABACA
