Streit spaltet die Republikaner

Früherer Trump-Berater attackiert Musk: „Hat seine Meister in Peking“

Ein rechter Podcaster kritisiert Elon Musk wegen seiner Handelsbeziehungen zu China. Die Spannungen könnten die zweite Amtszeit von Trump prägen.

Washington, D.C. – Der Tech-Milliardär und Trump-Berater Elon Musk ist nicht bei allen Republikanern beliebt. Der bekannte rechte Podcaster Steve Bannon, der in der ersten Amtszeit des künftigen US-Präsidenten Donald Trump die Regierung beraten und Trumps Wahlkampagne 2016 geleitet hat, steht schon länger mit Musk auf Kriegsfuß. In seiner neuesten Podcast-Episode macht er Musks Handelsbeziehungen zu China zum Gespräch.

Grundlage ist eine neue Regelung für die Onlineplattform X, durch die Musk Negativität auf der Plattform weniger und positive Inhalte mehr belohnen wolle. Anlässlich der vorherigen Versprechen des Besitzers der Onlineplattform, mehr Meinungsfreiheit auf die Plattform zu bringen, warf Bannon ihm laut Newsweek Heuchlerei vor. „Er verwendet einen Social Credit Score“, kritisierte der Podcaster weiter und verwies damit Überwachungs- und Bewertungssystem aus China, das in sogenannten westlichen Ländern stark kritisiert wird.

Unterstützer der Republikaner übt Kritik an neuer X-Regelung von Musk – Vergleich zu China

„Er nutzt sie von seinen Meistern in Peking, die ihm durch das Joint Venture in Shanghai beigebracht haben, wie man Social Credit Scores nutzt“, sagte Bannon weiter. Gemeint ist mit dem Joint Venture laut Newsweek eine Kooperationsvereinbarung für Tesla. Sie wurde Mitte 2018 vom Tesla-CEO Musk bekannt gegeben und setzte den Bau der Gigafactory 3, einer neuen Produktionsstätte für Elektrofahrzeuge in Shanghai, in Gang. Die Produktivität des Unternehmens konnte durch die Fabrik erheblich gesteigert werden.

Anfang 2020 startete die Tesla-Gigafabrik in China mit der ersten Auslieferung.

Dazu kommt, dass Musk immer wieder auch Chinas technologischen Errungenschaften lobte, zum Beispiel bezogen auf die Raumfahrt oder erneuerbare Energien. „Ich liebe China und möchte öfter hierherkommen“, sagte Musk nach einem Besuch im Jahr 2019, bei dem ihm eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung angeboten wurde.

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Trumps Berater im Clinch: Bannon teilt gegen Musk aus

Bannon hatte während des US-Wahlkampfs davon abgesehen, Musk zu kritisieren – immerhin war der Tech-Milliardär die größte Geldquelle für die Trump-Kampagne. In den letzten Wochen hatte der Podcaster seine Kritik wieder hochgefahren. Bannon sei laut eigenen Aussagen im Interview mit der Nachrichtenseite Semafor in „so ziemlich allem“ anderer Meinung als Musk.

Vor diesem Hintergrund ist es für Bannon wohl ein ziemlicher Schlag, dass Musk nun auch noch offiziell die US-Regierung unter Trump beraten darf, im Rahmen des neu gegründeten US-Behörde für Regierungseffizienz. An anderer Stellen nannte der ehemalige Berater von Trump Musk einen „eiskalten Lügner“ und behauptete, dass Musk „Zahlmeister“ in der Kommunistischen Partei Chinas habe.

Vor dem Hintergrund des Streits zwischen Musk und Bannon, beide große Verbündete der Republikaner, könnte die zweite Trump-Amtszeit spannend werden. Ein Großteil der Trump-Administration steht auf der Seite von Bannon. Es ist jedoch anzunehmen, dass Musk aufgrund seiner finanziellen Ressourcen einen Vorteil haben könnte. (lismah)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/XinHua | Ding Ting

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