Pläne der schwarz-roten Koalition

Raketenabwehr für Deutschland: Details zu Milliarden-Projekt der Bundeswehr sickern durch

Die Marine der Bundeswehr soll bis zu fünf neue Fregatten erhalten. Die Schiffe sollen die Luftabwehr Deutschlands stärken. Jetzt werden Kosten genannt.

Berlin – Während die russischen Provokationen gegen die NATO zunehmen, rüstet die schwarz-rote Bundesregierung von Kanzler Friedrich Merz (CDU) weiter die Bundeswehr auf. Ein aktuelles Beispiel sind fünf geplante Fregatten 127. Zu dem Rüstungsprojekt für die deutsche Marine sickerten nun in Umfeld von Ukraine-Krieg und internationaler Russland-Aggression neue Details durch.

Planen die Aufrüstung der Bundeswehr: Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD, li.) und Kanzler Friedrich Merz (CDU).

Wie das amerikanische Nachrichtenmagazin Politico laut CPM Defence Network berichtet, soll das Vorhaben im Juni 2026 im Deutschen Bundestag zur Abstimmung kommen. Die Kosten für die fünf großen Militärschiffe sollen sich demnach nach aktuellen Schätzungen auf bis zu 26 Milliarden Euro belaufen. Jede der Fregatten kostet demzufolge über fünf Milliarden Euro.

Raketenabwehr für Deutschland: Fregatte 127 soll Teil der Luftverteidigung sein

Die Schiffe sollen im Rahmen des NATO-Bündnisses ein Teil der künftigen Raketenabwehr für Deutschland werden. So sollen offenbar Luftabwehrsysteme mit großer Reichweite in die Schiffe integriert sein. Im Rüstungsbericht des Bundesverteidigungsministeriums ist vom „Erhalt der Fähigkeit zur maritimen Luftverteidigung und Verbandsflugabwehr im Weitbereich“ die Rede. Zudem solle die „seebasierte Fähigkeit zur Abwehr von hypersonischen und ballistischen Flugkörpern“ mit der Fregatte 127 realisiert werden.

Die Fregatte 127 solle einen „wesentlichen Beitrag“ zur „Gewährleistung der Sicherheit im deutschen Luftraum“ sowie zur territorialen Flugkörperabwehr leisten. Dies schließe die „Unterstützung von Frühwarn- und Abwehrmaßnahmen gegen die Bedrohung durch hypersonische und ballistische Flugkörper“ mit ein. Die Besatzung soll mit dem Marineschiff zudem in die Lage versetzt werden, Landziele auf große Entfernungen zu bekämpfen. Was zum Beispiel Marschflugkörper ermöglichen könnten, die von Deck aus abgefeuert werden.

Von Taurus bis Leopard – die Waffensysteme der Bundeswehr im Überblick

Die Bundeswehr ist zu See, an Land und in der Luft mit verschiedenen Waffensystemen präsent.
Ein Startfahrzeug eines Patriot-Luftabwehrsystems der Bundeswehr. (Symbolfoto)
Ein Flugabwehrsystem Skyranger 35 von Rheinmetall, in diesem Fall auf einem GTK Boxer als Waffenplattform.
Die Fregatte F 222 Baden-Württemberg nimmt an der multinationalen Formationsfahrt teil auf dem Transit im Ostchinesischen Meer im Rahmen des Indo-Pacific Deployment, am 11.09.2024.
Von Taurus bis Leopard – die Waffensysteme der Bundeswehr im Überblick

Welche Waffen- und Luftverteidigungssysteme die Fregatte 127 genau an Bord haben soll, ist bislang nicht öffentlich geworden. Die fünf Schiffe sollen ab etwa Mitte der 2030er Jahre die drei Fregatten 124 ersetzen, die seit 2004 bei der Deutschen Marine im Dienst sind. Der Auftrag für den Bau der Schiffe soll an den Rüstungskonzern ThyssenKrupp Marine Systems GmbH mit Sitz in Kiel gehen.

Aufrüstung der Bundeswehr: Aktuell werden sechs Fregatten für die Marine gebaut

Die hochmodernen Fregatten werden demnach in Norddeutschland zusammengebaut, während sie laut Rüstungsbericht des Bundesverteidigungsministeriums auch US-Komponenten integriert haben sollen. Aktuell werden für die Deutsche Marine bereits sechs neue Fregatten 126 gebaut, von denen die erste im Juni 2024 auf Kiel gelegt wurde. Die Bundeswehr übernimmt in der NATO-Allianz indes bereits durch Eurofighter-Kampfjets für das Baltikum und Polen erhebliche Anstrengungen zur Luftraum-Überwachung. (Quellen: Rüstungsbericht, Politico, CPM Defence Network) (pm)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Mike Schmidt

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