Wegen Umgang mit L.A.-Demonstranten

Bruce Springsteen teilt gegen „Demagogen“ Trump aus – „korrupte, verlogene Regierung“

Bruce Springsteen ist sauer. Der US-Rockmusiker nutzt seinen Auftritt in Berlin, um Donald Trumps Umgang mit den Demonstrationen in Los Angeles zu kritisieren.

Berlin – Ein Mann der klaren Worte ist Bruce Springsteen schon immer gewesen. Der US-Rockmusiker, der seit rund 50 Jahren auf den Bühnen dieser Welt steht, ist um eine klare Meinung nicht verlegen. So auch nicht im Berliner Olympiastadion, wo „The Boss“ im Rahmen seines Auftritts am Mittwoch, 11. Juni 2025, harsche Kritik an US-Präsident Donald Trump und dessen Umgang mit den anhaltenden Demonstrationen in Los Angeles gegen dessen Asylpolitik übte.

Als Reaktion auf Umgang mit L.A.-Demonstranten: Bruce Springsteen kritisiert Donald Trump scharf

Noch ehe Springsteen den ersten Song des Abends anstimmte, fuhr es aus dem 75-Jährigen heraus. „Sie setzen das amerikanische Militär auf Amerikas Straßen ein, basierend auf Unwahrheiten über eine ausländische Invasion“, so Springsteen. Damit bezog sich der aus New Jersey stammende Musiker auf die seit Tagen währenden Proteste in Los Angeles, die sich gegen den strikten Migrationskurs von US-Präsident Donald Trump richten.

Prangert den „Demagogen“, namentlich US-Präsident Donald Trump (rechts), an: US-Rockmusiker Bruce Springsteen.

Die Demonstranten üben zudem lautstark Kritik an den Abschieberazzien der Einwanderungsbehörde United States Immigration and Customs Enforcement, kurz ICE. Die US-Regierung mobilisierte deshalb 4.000 Soldaten der Nationalgarde und 700 Marineinfanteristen der regulären Streitkräfte für den Einsatz in Los Angeles. Und das gegen den Willen des Gouverneurs von Kalifornien, Gavin Newsom, mit dem sich Trump bereits ein verbales Gefecht geliefert hat. Auszuteilen, das weiß auch Springsteen.

„Korrupte, inkompetent, verlogen“: Springsteen knöpft sich US-Regierung um „Demagogen“ Trump vor

Der „Born in the U.S.A.“-Interpret sprach in Berlin über das Amerika, das er liebe, das er immer wieder in seinen Texten thematisiere und das 250 Jahre lang ein Leuchtturm der Hoffnung und der Freiheit gewesen sei. Dieses Land sei nun „in den Händen einer korrupten, inkompetenten und verlogenen Regierung“. Ob vor oder nach einem Song, immer wieder sprach Springsteen diese Thematik an und erntete dafür frenetischen Jubel seiner Fans.

Brennende Autos, Tränengas, Nationalgarde: Proteste in L.A. gegen Trump eskalieren

Alles begann mit einer Razzia der US-Einwanderungsbehörde ICE, jetzt brennen Autos und die Nationalgarde ist im Einsatz. In Los Angeles demonstrieren seit Samstag Menschen überwiegend friedlich, teils gewaltsam, gegen die das ICE. Im Foto steht ein Demonstrant auf einem brennenden Waymo-Taxi in der Nähe des Metropolitan Detention Center in der Innenstadt von Los Angeles.
Die US-Behörde „Immigration and Customs Enforcement“ (ICE) ist eine Strafverfolgungsbehörde in den Vereinigten Staaten von Amerika.
Polizeibeamte aus Los Angeles patrouillieren in der Nähe des Metropolitan Detention Center in der Innenstadt. Demonstranten protestierten gegen Operationen der Bundeseinwanderungsbehörde ICE am 7. Juni, bei der sie Dutzende von Menschen festgenommen hatte.
Eine Frau schwenkt die mexikanische Flagge, als während einer Demonstration in der Innenstadt von Los Angeles Flammen aus einem brennenden Müllcontainer auflodern.
Brennende Autos, Tränengas, Nationalgarde: Proteste in L.A. gegen Trump eskalieren

„Wenn die Bedingungen in einem Land reif für einen Demagogen sind, dann kann man darauf wetten, dass einer auftauchen wird“, widmete „The Boss“ seinen Song „Rainmaker“ sogar Donald Trump. Im Laufe des Abends kam Springsteen auch darauf zu sprechen, dass er selbst immer wieder versucht habe, ein guter Botschafter für die USA zu sein. Doch: „Gerade geschehen Dinge, die das Wesen der Demokratie in unserem Land verändern und die zu wichtig sind, um sie zu ignorieren“. Diese gelte es laut dem 75-Jährigen explizit anzusprechen.

Trump-Kritiker wider Willen: Bruce Springsteen wettert gegen US-Präsidenten

Dem Konzert im Berliner Olympiastadion wohnten laut dem Veranstalter fast 68.000 Menschen bei. Und wohl keinen hielt es bei den Songs, aber eben auch bei den Reden von Springsteen still. Amerika habe zwar Fehler, sei aber dennoch ein „großartiges Land“ mit „großartigen Menschen“, wurde der 75-Jährige nicht müde zu betonen. „Wir werden auch diesen Moment überleben“, zeigte sich „The Boss“ am Ende des Abends optimistisch.

Nicht das erste Mal übrigens, dass Springsteen gegen Trump austeilt. Auch auf den vorherigen Konzerten seiner Europatournee – die ihn in Deutschland noch nach Frankfurt (18. Juni) und Gelsenkirchen (27. Juni) führt – nahm sich der 75-Jährigen den aktuellen US-Präsidenten vor. Erst bei einem Auftritt in Manchester hatte Springsteen gegen die US-Regierung gewettert, auf seiner Plattform Truth Social reagierte Trump umgehend und verunglimpfte ihn als „aufdringlichen, unausstehlichen Trottel“.

Und Bruce Springsteen, der schon im US-Wahlkampf vor Trump gewarnt hatte? Tourt unbeirrt weiter, unter dem Titel „Land of Hope & Dreams“. Wie das in Bezug auf die USA zu interpretieren ist, darüber haben der Musiker und Trump wohl ganz unterschiedliche Ansichten. (han mit dpa)

Rubriklistenbild: © MPG/Alexis Fischer/imago/Montage

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