Ukraine-Krieg

Britischer Verteidigungsminister enthüllt: Putins Verlust-Verhältnis im Ukraine-Krieg explodiert auf 1:25

Für jeden gefallenen Ukrainer sterben bis zu 25 Russen: Neue Zahlen aus Großbritannien zeichnen ein dramatisches Bild vom Blutzoll an der Front.

Der Ukraine-Krieg gilt als der verlustreichste militärische Konflikt seit 1945. Für den Angiffskrieg des russischen Präsidenten Wladimir Putin sterben vor allem Russen: Der britische Verteidigungsminister John Healey erklärte laut Bloomberg, dass sich das Verhältnis der Verluste an einzelnen Frontabschnitten deutlich zugunsten der Ukraine verändert habe. In bestimmten Bereichen kommen auf einen getöteten ukrainischen Soldaten bis zu 25 russische Soldaten. Zuvor habe das Verhältnis bei etwa 1 zu 6 gelegen, so Healey.

Ein verwundeter ukrainischer Soldat geht am 15. Februar 2026 an einem provisorischen Gedenkort für gefallene ukrainische Soldaten auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew vorbei (Symbolbild).

Moskau setze an der Front zunehmend auf ausländische Söldner, darunter Rekruten aus Indien, Pakistan, Nepal, Kuba, Nigeria und Senegal, erklärte Healey weiter. Hinterrund sei, dass die russischen Streitkräfte mehr Verluste erleiden, als sie ersetzen können. „Putin erweckt gerne den Eindruck, dass sie stetige und unaufhaltsame Fortschritte machen, aber er ist schwächer als zuvor und stärker auf ausländische Söldner angewiesen“, so Healy. Russische Truppen gelang es jedoch an mehreren Stellen der Front vorzurücken, darunter in Pokrowsk und Myrnohrad in der Region Donezk.

1,2 Millionen Soldaten: CSIS-Analyse beziffert Russlands Verluste im Ukraine-Krieg seit 2022

Die Zahlen zu Verlusten im Ukraine-Krieg sind Schätzungen. Russland und die Ukraine selbst geben in der Regel keine Angaben über die eigenen Verluste heraus. Zudem lassen sich die Angaben der Kriegsparteien nicht unabhängig verifizieren. Nach einer Analyse des Center for Strategic and International Studies (CSIS) in Washington hat Russland seit Beginn des Krieges im Februar 2022 rund 1,2 Millionen Soldaten durch Tod oder Verwundung verloren. Auf der Seite der Ukraine liegen die Verluste demnach bei 500.000 bis 600.000, davon etwa 140.0000 Tote.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte im Interview mit dem französischen Sender France2 zuletzt im Februar eine Zahl genannt: Er sprach von 55.000 getöteten ukrainischen Soldaten. Im Gespräch mit The Atlantic betonte Selenskyj, jeder Kilometer besetzten Territoriums koste Russland etwa 170 getötete oder schwer verwundete Soldaten. Trotz der hohen Verluste haben Putins Truppen weiterhin Kapazitäten: „Westliche Beamte gehen davon aus, dass Russland seine Militäroperationen in der Ukraine aufgrund von Rekrutierungskampagnen, Industrieproduktion und Unterstützung durch andere Länder wie China voraussichtlich 2026 fortsetzen kann“, heißt es im Bloomberg-Bericht weiter.

Schritttempo: ISW-Analyse sieht keinen Zusammenbruch der ukrainischen Linien im Ukraine-Krieg

Putins Truppen zahlen für ihre Geländegewinne einen hohen Preis und rücken nur langsam vor. Die Zugewinne an Territorium gehen weiterhin nur im Schritttempo voran und deuten nicht auf einen Zusammenbruch der ukrainischen Linien hin, so die jüngste Analyse der US-Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW). Zwischen Ende November 2025 und Mitte Februar 2026 schwankten die wöchentlichen Zugewinne demnach stark. Ukrainische Kräfte befreiten im November und Dezember ihrerseits mehrfach Gebiete, wodurch Russland zeitweise sogar Gelände verlor. Auch jüngste Gegenangriffe entlang der Flüsse Jantschur und Haitschur brachten kleinere Orte zurück unter ukrainische Kontrolle.

Der ukrainische Militärbeobachter Kostjantyn Maschowez erklärte am Sonntag (15. Februar), dass sich das Tempo der russischen Vorstöße in Richtung Oleksandriwka und Huljajpole vor etwa einer Woche zu verlangsamen begann und inzwischen weitgehend zum Stillstand gekommen sei, heißt es im ISW-Bericht. „Ukrainische Streitkräfte sind zuletzt im Norden der Oblast Charkiw sowie in Richtung Oleksandriwka und Huljajpole vorgerückt“, so die ISW-Experten weiter. (Quellen: Unian, Bloomberg, dpa, AFP, The Atlantic, ISW) (bme)

Rubriklistenbild: © Sergei SUPINSKY / AFP

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