Pferde in freier Wildbahn

Fang von Wildpferden – ein einzigartiges Spektakel in NRW

Pferde in freier Wildbahn sieht man nicht häufig. Die Herde in Dülmen ist da einmalig. Jedes Jahr im Mai verwandelt sich die Pferdebahn in eine Arena.

Dülmen - NRW ist die Heimat einer einzigartigen Pferde-Herde: Im Merfelder Bruch bei Dülmen leben knapp 400 Wildpferde. Einmal im Jahr zieht es Besucherscharen zu der Pferdewiese. Ende Mai findet ein eindrucksvolles Spektakel bei den Dülmener Wildpferden statt. Junge Hengste werden von starken Männern mit bloßen Händen gefangen. Warum ist das so?

Faszination Wildpferde: Einzigartiges Spektakel in Dülmen

Die Wildpferde-Herde in Dülmen soll es laut Urkunde schon seit 1316 geben. Aus dieser Urkunde geht hervor, dass sich der Herr von Merfeld damals das Recht für die Wildpferde einholte, berichtet Oberförsterin Friederike Rövekamp im Gespräch mit wa.de. Es sei davon auszugehen, dass die Pferde früher gejagt wurden.

Einmal im Jahr werden die Wildpferde in Dülmen in die Arena eingetrieben.

Heute wäre das undenkbar. Denn die Pferde-Herde im Merfelder Bruch ist eine Besonderheit in Europa. Nur selten lebe heutzutage noch eine große Herde so unabhängig von den Menschen wie die Dülmener Wildpferde, so Friederike Rövekamp. Bemerkenswert sei bei den Pferden in Dülmen zudem, dass sie schon so lange an derselben Stelle zu Hause sind.

Traditioneller Wildpferdefang

Einmal im Jahr, am letzten Samstag im Mai, wird aus der Pferdebahn bei Dülmen eine Arena: Dann werden die jungen Hengste aus der Herde traditionell seit 1907 eingefangen. Das ist für den Erhalt der Wildpferde notwendig. Eigentlich leben Pferde geschlechtergetrennt, das ist hier aber nicht möglich. Zudem können junge Hengste auf dem begrenzten Gelände keine eigenen Herde gründen und es kann zu Rivalitäten kommen. Für die Pferde entstehe so ein Stressfaktor, der durch den Fang vermieden werden kann, erläutert Friederike Rövekamp.

Spektakulär ist die Art und Weise, wie die Wildpferde gefangen werden. Die Fänger verzichten auf jegliche Hilfsmittel und ergreifen die Tiere mit bloßen Händen. Die jungen Hengste ausfindig zu machen, ist dabei gar nicht so leicht. „Da die Herde in Bewegung ist, zeigen die Hengste an dem Tag des Wildpferdefangs nicht ihr übliches Verhalten. Die Fänger suchen deshalb zunächst nach allen einjährigen Pferden. Diese erkennt man recht einfach“, so Friederike Rövekamp. „Die einjährigen Pferde stehen vor dem Fellwechsel und sind noch etwas magerer. Die Fänger müssen dann aber nah ran gehen und sich bücken, um endgültig das Geschlecht zu erkennen“.

Im Anschluss an das Spektakel werden die eingefangenen Vierbeiner versteigert. Ihre neuen Besitzer können die Pferde dann zum Beispiel als Reitponys einsetzen. „Die Besitzer gewöhnen die Pferde an sich und prägen sie“, berichtet die Oberförsterin. Das Wilde in den Pferden würde so verloren gehen. Warum das funktioniert, erklärt Friederike Rövekamp so: „Die Pferde sind wild, aber nicht im Sinne von aggressiv, sondern haben ein Freiheitsgefühl“.

Wildpferdefang 2024 ausverkauft

2024 findet der Wildpferdefang am 25. Mai statt. Die Plätze auf der Tribüne sind laut Website des Veranstalters bereits ausverkauft. Es besteht aber trotzdem noch die Möglichkeit, die Wildpferde an diesem Tag zu besuchen. Ein Platz auf der Tribüne wird es dann zwar nicht, aber die Wildpferdebahn kann trotzdem erkundet werden. Besonders den eindrucksvollen Eintrieb der Pferde in die Arena können auch Gäste ohne Tribünenplatz um 15 Uhr live miterleben.

Der Tageseintritt liegt bei 5 Euro pro Person. Auch an anderen Tagen kann die Wildpferdebahn besichtigt werden. Das Gebiet ist von März/April bis einschließlich zum 1. November an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen für Besucher geöffnet.

Wer weitere Tiere beobachten will, der kann zum Beispiel in den Zoo gehen. Ein Portal hat 25 Zoos bewertet. Ermittelt werden sollte, welcher der beste in Deutschland ist. Ein Zoo in NRW schafft es auf einen der ersten Plätze.

Rubriklistenbild: © Marco Steinbrenner / Kirchner-Media / imago

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