Untersuchung durchgeführt
Zahl der Raubfische in NRW-See steigt rasant – doch es gibt noch einen Haken
Eine Untersuchung in einem NRW-See zeigt, dass die Zahl der Raubfische deutlich zunimmt. Einen Haken gibt es dennoch. Die Stadt plant weitere Maßnahmen.
In den Gewässern Nordrhein-Westfalens finden sich verschiedene Fischarten. Insbesondere der Rhein und große Seen beherbergen eine große Vielfalt. Im Münsteraner Aasee wächst die Population jagender Fischarten – trotzdem gibt es einen Haken. Darüber berichtet die Stadt Münster.
Fachleute der Ruhr-Wasserwirtschafts-Gesellschaft mbH (RWG) sollen bei einer Bestandsaufnahme im Oktober 2025 insgesamt mehr als 3000 Fische von 14 Arten erfasst haben. Dabei machten Raubfische wie Zander, Hecht und Flussbarsch zwölf Prozent der gesamten Fischmenge aus, wie die Stadt erklärt. Das ist zwar mehr als in früheren Erhebungen, genüge aber nicht, um das Ökosystem des Sees auf natürlichem Weg zu stabilisieren.
Mehr Raubfische im Aasee – aber es gibt einen Haken
Langfristiges Ziel der Stadt ist es, die sogenannte Gesamtfischmasse auf höchstens zehn Tonnen zu begrenzen. Raubfische sollen davon rund 30 Prozent stellen. Sie halten den Bestand in Schach, indem sie kleinere Arten fressen – „und sichern so das ökologische Gleichgewicht“, wie die Stadt schreibt.
Eine Besonderheit der aktuellen Kontrolle: Zum ersten Mal konnten Experten im Aasee auch Rapfen dokumentieren – sie machten 0,8 Prozent der gefangenen Tiere aus. Unter den Raubfischen dominierte der Flussbarsch mit 3,9 Prozent, gefolgt vom Zander (2,5 Prozent) und dem Hecht (1,7 Prozent). Auffällig war laut der Mitteilung, dass es sich bei den Zandern überwiegend um junge Exemplare handelte.
Bei den friedlichen Fischarten – also solchen, die sich von Plankton oder Kleinstlebewesen ernähren – stellten Brassen mit 27 Prozent die größte Gruppe. Rotaugen folgten mit 26 Prozent, Güster mit 20 Prozent. Von den insgesamt mehr als 3000 gefangenen Tieren waren rund 2900 Friedfische und etwa 140 Raubfische.
„Bislang nur wenige ältere Tiere“ – das steckt dahinter
„Der Bestand an Raubfischen befindet sich noch im Aufbau, deshalb gibt es bislang nur wenige ältere Tiere“, sagt Julian Petrina vom Amt für Mobilität und Tiefbau. „Erfahrungen an anderen Stauseen zeigen, dass es mehrere Jahre dauert, bis sich ein ausgewogenes Verhältnis von Raub- und Friedfischen einstellt. Die vielen jungen und gut entwickelten Zander sind ein Erfolg. Unser Ziel für die nächste Untersuchung ist es, auch mehr ältere Exemplare nachweisen zu können.“
Damit sich Zander, Hechte und Co. auf natürliche Weise vermehren, setzt die Stadt auf verschiedene Maßnahmen: Spezielle Laichnester werden im See ausgebracht, schwimmende Vegetationszonen geschaffen und Uferbereiche ökologisch aufgewertet. All das bietet den räuberischen Arten Rückzugsmöglichkeiten und geeignete Laichplätze, heißt es weiter.
Parallel dazu greift die Verwaltung auch direkt in die Bestände ein. Seit 2021 seien rund 14,6 Tonnen Friedfische aus dem Aasee geholt worden. Der Verein für Fischerei und Gewässerschutz „Frühauf“ Münster habe seit 2019 über 41.000 Zander sowie rund 600.000 junge Hechte eingesetzt.
Nächste Entnahme für April 2026 geplant
Im April 2026 will die Stadt erneut Friedfische entnehmen und zusätzliche Raubfische in den Aasee einbringen. Die herausgefangenen Tiere werden schonend in andere Gewässer umgesiedelt. Freizeitnutzungen wie Bootsfahrten oder Segelregatten sollen durch die Maßnahme nicht gestört werden, betont die Stadt in ihrer Mitteilung.
Übrigens: Wer einen Städtetrip plant, sollte über einen Ausflug nach Münster nachdenken. In der unterschätzten Stadt im Münsterland gibt es sogar echte Geheimtipps für Reisende.
Rubriklistenbild: © Christoph Reichwein/dpa





