Ausflüge

Crange als Ausflugsziel abseits der Kirmes: Fachwerkhäuser und uralte Burgruinen

Crange ist auch abseits der Kirmes ein besonderes Ausflugsziel. Neben pittoresken Fachwerkhäuser gibt es beispielsweise ein uraltes Wasserschloss.

Herne – Wehende Haare, kreischende Menschen und der Geruch von Zuckerwatte – das dürften wohl die ersten Bilder sein, die vielen Menschen in Kopf kommen, wenn sie an Crange denken. Der Stadtteil von Herne in NRW ist vor allem für die Cranger Kirmes bekannt. Dabei gibt es dort auch außerhalb der Kirmestage viel zu entdecken.

Auch ohne Kirmes ein Ausflugsziel: Kleine Fachwerkhäuser im Ortsteil Crange

Crange ist auch unter dem Namen „Unser Fritz“ bekannt. Das liegt daran, dass das Gelände, auf dem heute die Cranger Kirmes stattfindet, einst zum Steinkohlebergwerk „Zeche Unser Fritz“ gehörte. Deswegen heißt das Maskottchen der Cranger Kirmes, ein stilisiertes Grubenpferd, ebenfalls Fritz. Anstecknadeln mit Fritz-Motiv sind ein beliebtes Souvenir der Cranger Kirmes.

Die Zeche Unser Fritz in Crange

► Die Zeche Unser Fritz war ein Steinkohlebergwerk, das zur Zeit seines Betriebs zu Wanne-Eickel gehörte.

► Die Zeche war von 1874 bis 1928 in Betrieb.

► Namenspatron war Kaiser Friedrich III. aus dem Haus Hohenzollern.

► Unser Unser Fritz gehörte während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu den bedeutendsten Bergwerken im Regierungsbezirk Arnsberg.

►Die Cranger Kirmes findet heute am Schacht 5 des ehemaligen Zechengeländes statt.

Westlich neben dem Gelände der ehemaligen Zeche liegt das historische Dorf Crange. Wer beim Ruhrgebiet an rostige Industriebrachen und Großstadtflair denkt, lernt dort eine andere Seite kennen. Wie an einigen anderen Orten im Ruhrgebiet, die sich für gemütliche Ausflüge eignen: Im historischen Crange steht ein Fachwerkhaus neben dem anderen.

Zwischen Lost Place und Ausflugsziel: Die Wasserburg Crange hat eine lange Geschichte

Die alten Häuser sind ein Relikt aus der Zeit, als Crange im 13. Jahrhundert als Sitz der Adelsfamilie Crange diente. Zu dieser Zeit entstand auch das Haus Crange, eine ehemalige Wasserburg. Sie soll von Herzog Adolf II. errichtet worden sein. Wer damals auf die Burg wollte, erreichte sie nur über eine Zugbrücke.

Rund 300 Jahre wird die Wasserburg unter wechselnden Besitzern genutzt, bis sie 1761 abbrannte. Sie wurde zwar im gleichen Jahr wieder aufgebaut, doch in den nächsten 200 Jahren wechselte sie erneut mehrfach den Besitzer und verfiel immer mehr.

Neben der Kirmes gibt es in Crange auch andere Dinge zu entdecken.

Erst 2012 wurde das Gelände der der Öffentlichkeit wieder zugängig gemacht. Zuvor war es zehn Jahre lang saniert worden. Heute führt ein Rundweg um die Burgruine. Informationstafeln erzählen ihre Geschichte und die Geschichte des Dorfes Crange.

Ein alter Bunker auf dem Gelände der Cranger Kirmes ist ein besonderes Symbol

Noch ein Ort in Crange ist von historischer Bedeutung. Wenn bei der Cranger Kirmes die Achterbahnen und Fahrgeschäfte stehen, fällt er kaum auf. Doch an den 355 anderen Tagen im Jahr ist der einstige Bunker auf dem Gelände der Zeche Unser Fritz gut zu sehen.

Besonderes Merkmal: zwei Kuppeln, die links und rechts über der Eingangstür zu sehen sind. Auf einer Kuppel ist ein Halbmond, auf der anderen ein Kreuz. Der Bunker wurde in dieser Form 2007 durch den Künstler Helmut Bettenhausen gestaltet. Er soll an die Geschichte der Arbeitsmigration im Ruhrgebiet erinnern.

Die Cranger Kirmes

► Eines der größten Volksfeste Deutschlands im Herner Stadtteil Crange

► Sie findet jährlich zehn Tage ab dem ersten Freitag im August statt

► Rund 4 Millionen Menschen besuchen die Cranger Kirmes jährlich

► Die Cranger Kirmes ist über die Autobahn A42 mit dem Auto oder mit dem ÖPNV von Wanne-Eickel, Herne und Gelsenkirchen erreichbar

► Der Festplatz der Cranger Kirmes ist mehr als 83.000 Quadratmeter groß

► Mehr als 500 Schausteller sind auf der Kirmes mit Fahrgeschäften, Souvernirständen, Los- und Imbissbuden vertreten

► Insgesamt gibt es mehr 50 Fahrgeschäfte wie Kettenkarussells, Achterbahnen und Autoscooter

Wie die Kunstmuseen Ruhr auf ihrer Website schreiben, wollte der Künstler mit den beiden Symbolen vor allem die Migration von Polen und Türken beziehungsweise Kurden hervorheben. Die überwiegend katholischen Polen kamen Ende des 19. Jahrhundert aus den preußischen Ostprovinzen ins Ruhrgebiet, um dort zu arbeiten.

In den 1960ern Jahren kamen wiederum viele türkische und kurdische Migranten ins Ruhrgebiet. Wenn keine Kirmes ist, ist der Bunker am Ende des Adolf-Brenne-Weg gut zu finden. (ebu)

Rubriklistenbild: © Hans Blossey/imago

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