Kemnader See
Beeindruckende Bilder enthüllen drastische Veränderung: Stausee hat Region verändert
Der Kemnader See zieht viele Besucher an. Doch es ist gar nicht so lange her, dass dort nur Felder und Wiesen waren. Es gibt beeindruckende Luftaufnahmen.
Dortmund – Die Ruhr ist der wohl wichtigste Fluss für die Region. Nicht umsonst hat sie dem Ruhrgebiet auch zu seinem Namen verholfen. Mit einer Länge von fast 220 Kilometern schlängelt sich der rechte und östliche Nebenfluss des Rheins durch Nordrhein-Westfalen. An einer besonderen Stelle wird sie gestaut – und sorgt so für ein Naherholungsgebiet. Die Rede ist vom Kemnader See. Den gibt es noch gar nicht so lange. Historische Luftbilder zeigen seinen krassen Wandel – und was vorher an seiner Stelle dort war.
Historische Aufnahmen zeigen krasse Wandlung: Stausee hat Region in NRW verändert
Auf einer Wasserfläche von 125 Hektar – ungefähr 175 Fußballfelder – erstreckt sich der Kemnader See heutzutage. Erst 1979 wurde er fertiggestellt – damit ist er der jüngste der sechs Ruhrstauseen. „Er begeistert mit weit mehr als nur seiner großen Wasserfläche und seiner idyllischen Lage direkt am Bergischen Land und am Rand des Ruhrgebietes“, heißt es auf der Seite der Freizeitgesellschaft Metropole Ruhr. Ein anderer See in NRW ist übrigens ebenfalls idyllisch – und dessen Insel kennen Millionen, ohne zu wissen, wo sie liegt.
Doch kommen wir zurück zum Kemnader See. Der ist auch als das Herz des „Freizeitzentrums Kemnade“ bekannt und hat so eine komplette Region in NRW verändert. Der Stausee hat ein Naherholungsgebiet mitten im Grünen geschaffen, „das für Outdoor-Sportler und Naturfreunde jeder Couleur kaum Wünsche offen lässt: weder zu Lande noch zu Wasser“, wie es heißt.
Bei sonnigem Wetter zieht es immer wieder unzählige Spaziergänger und Radfahrer an den See, auch Hunde sind willkommen. Der kürzeste Weg um den See beträgt circa 8,3 Kilometer – und eignet sich auch für Jogger. Der Clou: Der Kurs um den See herum bietet getrennte Wege für Radfahrer, Fußgänger und Inline-Skater, die durch Piktogramme und Schilder kenntlich gemacht sind. So kommt man sich nicht in die Quere.
Kemnader See ist beliebtes Ausflugsziel in NRW
Der See selbst ist zwar noch recht jung im Vergleich zu anderen Stauseen in NRW. Die Geschichte des Freizeitzentrums Kemnade reicht nach eigenen Angaben aber bereits bis ins Jahr 1913 – also noch in die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg – zurück. „Die beabsichtigte Schiffbarmachung der Ruhr führte schon seinerzeit zu dem Plan, im Bereich des jetzigen Kemnader Sees einen See zu errichten, der nicht nur als Wasserreservoir für die wachsende Bevölkerung dienen sollte, sondern auch als Erholungsstätte“, heißt es. Es habe allerdings noch bis ins Jahr 1962 gedauert, bis die Idee mit der Planung der Ruhr-Universität Bochum Gestalt annahm. Schneller ging es da bei Phoenix-See in Dortmund voran, von dem es ebenfalls imposante Luftbilder zur Entstehungsgeschichte gibt.
Durch einen Gesellschaftsvertrag wurde schließlich am 28. Juni 1971 das Freizeitzentrum Kemnade gegründet. Den Vertrag unterzeichneten seinerzeit die Vertreter der Städte Bochum, Witten, Herbede (jetzt Ennepe-Ruhr-Kreis), des Ruhrverbandes und des Siedlungsverbandes Ruhrkohlenbezirk (jetzt Regionalverband Ruhr).
Und auch bei dem Standort des Sees haben sich schlaue Köpfe etwas gedacht. Dieser ist nämlich so gewählt worden, dass bei einem Fahrweg von 15 bis 18 Kilometern ca. 1,2 Millionen Einwohner, bei einer 30-minütigen Fahrstrecke sogar 3,5 Millionen Einwohner erreicht werden. So hat der Kemnader See, wo einst nur Felder und Wiesen die Ruhr eingrenzten, eine gesamte Region verändert.
