Massenunfall

Nach Lkw-Chaosfahrt auf NRW-Autobahnen mit 19 Verletzten – Fahrer in psychiatrischer Klinik

Ein Lkw hat auf der A1 eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Er verursachte einige Unfälle. Der Fahrer wurde vorerst in einer psychiatrischen Klinik untergebracht.

  • Ein Lkw hat am Samstag, 30. November, auf Autobahnen in NRW mehrere Unfälle verursacht.
  • Es gibt 19 Verletzte. Eine Person wurde lebensgefährlich verletzt, sieben weitere erlitten schwere Verletzungen.
  • Der Fahrer befindet sich in einer psychiatrischen Klinik. Die Ursache für die unkontrollierte Fahrt ist unklar.

Update vom 3. Dezember, 16.26 Uhr: Bei der Chaosfahrt mit 50 beschädigten Autos ist ein Millionenschaden entstanden. Laut Polizei betrage der Schaden Schätzungen zufolge mindestens 1,8 Millionen Euro.

Inzwischen seien außerdem mehr als 120 Hinweise, beispielsweise in Form von Handyaufnahmen, bei der Polizei eingegangen. Sie sollen dabei helfen, die Chaosfahrt zu rekonstruieren.

Update vom 1. Dezember, 15.52 Uhr: Laut Polizei gebe nach aktuellen Erkenntnisstand Hinweise darauf, dass der Lkw-Fahrer, der am Samstag auf drei Autobahnen in NRW mehrere Unfälle verursacht und dabei ein Trümmerfeld hinterlassen hat, „psychisch erkrankt sein könnte“. Dies sei der Grund, weshalb der 30-Jährige aus Polen vorübergehend in einer psychiatrischen Klinik unter polizeilicher Bewachung untergebracht worden ist. „Der Mann wird im Laufe des Sonntags einem Haftrichter mit dem Vorwurf des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr vorgeführt“, heißt es weiter.

19 Verletzte nach Lkw-Chaosfahrt auf Autobahnen in NRW – Fahrer in psychiatrischer Klinik

Zudem soll beantragt werden, dass der Mann nicht in eine Justizvollzugsanstalt überstellt wird. Stattdessen soll er in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht werden. Nach Informationen der Bild-Zeitung soll der Fahrer „stark alkoholisiert“ gewesen sein. Die Polizei sprach am Samstagabend zunächst nur von „Hinweisen auf einen möglichen Alkohol- bzw. Drogenkonsum“. „Mit einem validen Ergebnis der Blutproben ist frühestens in den kommenden Tagen zu rechnen“, erklärt die Polizei.

Unfälle und Verletzte: Lkw hinterlässt Spur der Verwüstung auf der A1

Ein Lkw hat auf NRW-Autobahnen eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Er kollidierte mit mehreren Fahrzeugen, ehe er auf der A1 zum Stehen kam.
Ein Lkw hat auf NRW-Autobahnen eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Er kollidierte mit mehreren Fahrzeugen, ehe er auf der A1 zum Stehen kam.
Ein Lkw hat auf NRW-Autobahnen eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Er kollidierte mit mehreren Fahrzeugen, ehe er auf der A1 zum Stehen kam.
Ein Lkw hat auf NRW-Autobahnen eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Er kollidierte mit mehreren Fahrzeugen, ehe er auf der A1 zum Stehen kam.
Unfälle und Verletzte: Lkw hinterlässt Spur der Verwüstung auf der A1

Die Polizei konkretisierte am Sonntagnachmittag „nach einer erneuten Erhebung“ noch einmal die Anzahl der Verletzten. Demnach sei eine Person lebensgefährlich, sieben Menschen schwer und elf leicht verletzt worden.

Update vom 1. Dezember, 12.15 Uhr: Der Lkw-Fahrer wurde sei vorübergehend in einer psychiatrischen Klinik untergebracht worden, teilt ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur mit. Ob der Fahrer dort bleiben muss, werde im Laufe des Tages entschieden.

Wie der WDR berichtet, seien inzwischen alle betroffenen Autobahn-Abschnitte wieder befahrbar.

26 Verletzte bei Chaosfahrt eines Lkw auf NRW-Autobahnen: A1 ein „absolutes Trümmerfeld“

Update vom 1. Dezember, 11.37 Uhr: Die A1 ist teilweise wieder freigegeben. Wie der WDR mitteilt, sei die Autobahn zwischen Hagen und Gevelsberg in Richtung Dortmund wieder frei. Die Fahrtrichtung Köln sei voraussichtlich noch für zwei Stunden gesperrt.

Update vom 1. Dezember, 10.25 Uhr: Die Unfallfahrt eines Lkw am Samstagabend auf der A57, A46 und A1 hat für viel Chaos auf den Autobahnen gesorgt. „Bei dem Unfall ist beinahe die komplette Baustellenverkehrsführung für den Ersatzneubau der Brücke Nöhstraße zerstört worden“, sagt der Leiter der Autobahnmeisterei Hagen, Christoph Heer. Seit sieben Uhr seien zwei Sattelzüge und zwei Kräne im Einsatz. Sie sollen die zerstörten Teile abbauen und neue Wände aufbauen. Der Leiter der Autobahnmeisterei hoffe, dass die „Arbeiten bis zum späten Vormittag erledigt sind und zumindest eine Fahrtrichtung wieder freigegeben werden kann“, teilt die Autobahn GmbH mit.

Die Autobahn GmbH ist an den Aufräumarbeiten beteiligt.

Update vom 1. Dezember, 7.46 Uhr: Die beidseitige Sperrung der A1 bei Hagen hält nach der Unfallserie, bei der insgesamt 50 Fahrzeuge beteiligt waren, weiter an. Laut WDR bleibt die Strecke voraussichtlich bis zum Sonntagmittag, 1. Dezember, gesperrt. Die A46 bei Wuppertal wurde hingegen inzwischen wieder freigegeben.

Die Polizei hat die Zahl der Verletzten nach oben korrigiert. Demnach seien acht Personen schwer verletzt worden, eine von ihnen schwebt in Lebensgefahr. 18 Menschen wurden leicht verletzt. Insgesamt haben sich 26 Personen bei dem Massenunfall Verletzungen zugezogen.

„Der Unfallfahrer konnte zwischenzeitlich identifiziert werden“, teilt die Polizei mit. Hinter dem Steuer habe ein polnischer Staatsangehöriger gesessen. Außerdem gebe es Hinweise auf einen möglichen Alkohol- und Drogenkonsum.

A1 ein „absolutes Trümmerfeld“: 20 Verletzte bei Chaosfahrt eines Lkw auf NRW-Autobahnen

Update vom 30. November, 23.15 Uhr: Bei der Chaosfahrt des Lkw über mehrere NRW-Autobahnen sind nach einem ersten Überblick der Polizei 20 Personen verletzt worden, sechs von ihnen schwer. Das teilte eine Sprecherin der Polizei der Deutschen Presse-Agentur mit.

[Ursprungstext] Hagen – Verkehrschaos und Großeinsatz auf der A1: Ein Lkw hat am Samstag, 30. November, auf Autobahnen in Nordrhein-Westfalen Unfälle verursacht. Die nach Schätzungen 70 bis 80 Kilometer lange Chaosfahrt endete in einer Baustelle zwischen Volmarstein und bei Hagen-West. Die A1 wurde am späten Nachmittag zwischen dem Westhofener Kreuz und dem Kreuz Wuppertal-Nord in beiden Richtungen gesperrt. Laut Polizei soll sie die ganze Nacht über dauern.

„Absolutes Trümmerfeld“: Lkw hinterlässt auf der A1 Spur der Verwüstung – lange Sperrung

Auch mehrere Stunden nach der Wahnsinnsfahrt, die gegen 17 Uhr endete, war die Lage unübersichtlich. Es gab zunächst keine offiziellen Angaben zum Fahrer sowie zur Zahl der Verletzten und der beschädigten Fahrzeuge. Die im Stau stehenden Autofahrer auf der A1 standen vor einer langen Nacht, für sie sollte eine Betreuungsstelle eingerichtet werden.

Die A1 wurde nach der Chaosfahrt des Lkw gesperrt. Zur Dauer der Sperrung gab es keine Angaben.

„Es ist ein absolutes Trümmerfeld“, schilderte ein Reporter von wa.de am frühen Abend, „hier herrscht geordnetes Chaos. Man hört ständig das Martinshorn“. Das Aufgebot an Einsatzkräften war enorm. Mindestens 40 Fahrzeuge einer Polizeihundertschaft standen auf dem Decathlon-Parkplatz nahe der A1 in Hagen. Die Feuerwehr war mit starken Kräften vor Ort, DRK und THW ebenfalls.

Laut Autobahnpolizei Düsseldorf fiel der Lkw mit polnischem Kennzeichen gegen 16.25 Uhr im Bereich Neuss durch eine merkwürdige Fahrweise auf. Die Versuche der Polizei, ihn zu stoppen, schlugen fehl. Der nach unbestätigten Bild-Informationen schwer alkoholisierte Fahrer des tonnenschweren Lkw ignorierte die Haltezeichen. In Schlangenlinien fuhr der Lkw weiter in Richtung Wuppertal und von dort auf die A1 in Richtung Dortmund. Zwischenzeitlich hatte die Polizei per Verkehrsfunk Autofahrer dazu aufgerufen, von der Autobahn abzufahren.

Lkw kracht auf der A1 gegen mehrere Fahrzeuge und kommt bei Hagen zum Stehen

Auf seiner unkontrollierten Fahrt über A57, A46 und A1 hat der Fahrer – offenbar mit überhöhter Geschwindigkeit – mehrere Fahrzeuge gerammt, bis er etwa 300 Meter vor der Anschlussstelle Hagen-West in einer Baustelle gegen die Leitplanke krachte und quer über alle Fahrbahnen zum Stehen kam. „Vor und hinter uns drehten sich die Autos“, schilderte im WDR ein Augenzeuge, den der Laster nur um Zentimeter verpasst hatte. Der Mann habe „alles kurz und klein gefahren“.

Die Fahrt des Lkw endete in einer Baustelle auf der A1.

Was genau und warum geschehen ist, war am Samstagabend noch unklar. Der Fahrer wurden in Handschellen vom Ort des letzten Unfalls abgeführt. Es werde nun eine Bestandsaufnahme der Schäden gemacht, sagte ein Sprecher der Düsseldorfer Polizei. „Was den geritten hat, so zu fahren, wissen wir auch noch nicht.“

„Maßnahmen zur Identifizierung des Mannes dauern an“, hieß es in einer gegen 21 Uhr veröffentlichten Mitteilung. „Derzeit wird ermittelt, ob er zum Zeitpunkt seiner Fahrt unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen gestanden hat, bzw. was seine sonstige Motivation gewesen sein könnte“, heißt es darin. Weiterhin führe die Polizei eine „Bestandsaufnahme durch, wie viele Unfälle der Mann auf der zurückgelegten Strecke verursacht hat und welche Personen- oder Sachschäden“ dabei entstanden sind. 

Mehrere Rettungshubschrauber waren in den Stunden nach der Unfallserie zur A1 beordert worden. Auch Polizeihubschrauber kreisten über der Autobahn.

Im weiteren Verlauf der A1 gibt es am ersten Adventswochenende Vollsperrungen, Umleitungen sind dort eingerichtet.

Rubriklistenbild: © Alex Talash

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