Studie zum Insektensterben

Bienen vor Pestiziden schützen: Wirksamkeit der Maßnahmen wissenschaftlich kaum untersucht

Bienen sind für die Landwirtschaft von großer Bedeutung. Doch eine neue Studie zeigt, dass die Forschung nicht genug darüber weiß, wie man Bienen wirksam vor Pestiziden schützen kann.

Bienen sind unverzichtbare kleine Helfer: Mit ihrem unermüdlichen Einsatz bestäuben sie viele Wild- und Kulturpflanzen und sorgen damit für Vielfalt in der Natur – und in den Supermarktregalen. Außerdem produziert die Biene kostbare Naturstoffe wie Honig, Bienenwachs und Gelée Royale. Doch die Klimaveränderung, der Einsatz von Pestiziden und die Zerstörung von Lebensraum lassen die Artenvielfalt schrumpfen. In Bayern wurde 2019 daher das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ gestartet, das zu verbindlichen Maßnahmen für mehr Insektenschutz geführt hat – wie zum Beispiel mehr Ökolandwirtschaft, in der keine Pestizide zum Einsatz kommen. Jetzt steht fest: Es gibt nur begrenzte wissenschaftliche Nachweise dafür, dass die angewandten Strategien zum Schutz von Bienen tatsächlich wirksam sind.

Irische Wissenschaftler werten 34 Studien aus – größtenteils nur eine Bienenart berücksichtigt

Mit der Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen halten Bienen das sensible Ökosystem im Gleichgewicht. (Symbolbild)

Die irischen Wissenschaftler Edward Straw und Dara Stanley vom University College in Dublin werteten in ihrer Metaanalyse insgesamt 34 Studien aus, die eine Reihe von gängigen Methoden abdeckten. Die Ergebnisse der Studie veröffentlichten die Forscher in der Fachzeitschrift Journal of Economic Entomology. Dabei fällt auf: Die Untersuchungen behandeln zwar eine Vielzahl von Maßnahmen, beschränken sich aber größtenteils auf eine Bienenart. „Fast alle Untersuchungen konzentrierten sich auf den Schutz von Honigbienen“, fasst Edward Straw in einer Mitteilung zusammen.

Ein Beispiel sind Zusätze in Pflanzenschutzmitteln, die dazu dienen, Bienen von behandelten Kulturen fernzuhalten. Zwar haben sich diese Abwehrmittel im Labor als vielversprechend erwiesen. Allerdings haben Forscher diese Tests ausschließlich an Honigbienen durchgeführt. Daher liegen keine Informationen über die Reaktion anderer Bienenarten vor. „Wenn wir versuchen, Bienen zu schützen, sollten wir auch die wilden Bienenarten schützen, die vom Rückgang betroffen sind“, betonte Edward Straw und ergänzt: „Am wenigsten wurde untersucht, wie man den Zeitpunkt für das Sprühen von Pestiziden festlegt, sei es zu einer bestimmten Tages- oder Jahreszeit.“

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Nahaufnahme einer Fruchtfliege, die auf einer Bananenschale sitzt.
Eine Riesenhamsterratte wird auf strohigem Boden mit einem kleinen Geschirr geführt. Sie streckt ihre Nase in den Wind, ganz so als ob sie im Moment der Aufnahme etwas riechen würden.
Ein Hund mit cremefarbenem Fell streckt seine Hundenase prominent in den Fokus des Bildes.
Ein Hund mit länglichem braunen Fell schnuppert an einem Rehkitz, das keine Angst zu haben scheint und dem Hund vertraulich zugewandt ist.
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Kaum Unterschiede in den Testmethoden – Studien sind teuer und aufwendig

Außerdem stellten die Forscher in ihrer Bienen-Studie fest, dass es nur bei wenigen Arbeiten Unterschiede in den Testmethoden gab. Dies erklärt sich Straw mit den damit verbundenen Kosten: „Um zu testen, wie ein Pestizid auf einer Kulturpflanze angewendet wird, benötigt man eine Kulturpflanze, ein Pestizidsprühgerät und jemanden mit einer Lizenz zum Sprühen. All das ist teuer und zeitaufwendig, sodass es für die meisten Forscher unerschwinglich ist.“

Belastbare Ergebnisse zum Schutz von Bienen wären trotzdem wünschenswert, so der Experte. Denn laut einer anonymen Befragung, die er im Rahmen einer anderen Untersuchung durchgeführt hat, kam heraus: Landwirtinnen und Landwirte halten sich meist penibel an die Vorschriften und Richtlinien, wenn es um den Einsatz von Pestiziden geht. „Wir wissen, dass diese Maßnahmen zur Schadensbegrenzung befolgt werden. Wir wissen nur noch nicht, ob sie hilfreich sind.“

Rubriklistenbild: © Bernd Feil/Imago

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