Arbeitssucht

Beziehungskiller Arbeitssucht? Woran man Workaholics erkennt

Wenn die Arbeit zur Sucht wird, leidet nicht nur die eigene Gesundheit, sondern auch Beziehungen. Workaholics erkennt man nicht nur daran, dass sie häufig Überstunden machen.

Der folgende Artikel enthält Themen rund um Süchte. Bei manchen Personen können diese Themen negative Reaktionen auslösen.

Sie haben den Verdacht, arbeitssüchtig zu sein? Wer regelmäßig über das normale Maß hinaus arbeitet, gefährdet seine Gesundheit immens – vor allem, wenn Sie einer sitzenden Tätigkeit nachgehen. So gilt dauerhaftes Sitzen als Hochrisikofaktor für die Entstehung von Krebskrankheiten. Doch auch Herz und Kreislauf leiden, vor allem bei einer stressigen Tätigkeit. Denn Stress begünstigt Bluthochdruck, Auslöser von Herzinfarkt und Schlaganfall.

Was viele unterschätzen: Auch das Umfeld eines Workaholics leidet enorm. Denn wenn ein Elternteil ständig nur in der Arbeit ist – körperlich oder gedanklich – bleibt Kindererziehung und Haushalt oft am anderen Teil hängen. Auch für Kinder ist es eine Belastung, wenn sie einen Elternteil so gut wie nie zu Gesicht bekommen.

Die Arbeitssucht zählt zu den Verhaltenssüchten. Diese kann – wie jede Verhaltenssucht – von Psychologen, Psychotherapeuten und Verhaltenstherapeuten erfolgreich behandelt werden. Auch Selbsthilfegruppen stellen eine große Hilfe für Betroffene dar.

Workaholics arbeiten oft bis spät in die Nacht.

Arbeitssucht: „Betroffene arbeiten mit der Zeit immer mehr“

Sie haben den Verdacht, dass ein Angehöriger, eine Angehörige oder Sie selbst an Arbeitssucht leiden und damit zu den Workaholics zählen? Im Gespräch mit der AOK erklärt Dr. Stefan Poppelreuter, Leiter des Bereichs Analysen & Befragungen HR Consulting der TÜV Rheinland Akademie GmbH, welche Warnsignale Sie ernst nehmen sollten.

„Noch gibt es keine klinische Diagnose für Menschen, die arbeitssüchtig sind. Psychologen und Psychologinnen können sich aber ein Stück weit an Abhängigkeitserkrankungen wie der Spielsucht orientieren, für die es bereits Diagnosekriterien gibt“, so der Arbeitssuchtexperte. Wie bei anderen Abhängigkeiten auch, würde zu den Workaholic-Symptomen ein Toleranzerwerb zählen, so Poppelreuter: „Das heißt, Betroffene arbeiten mit der Zeit immer mehr und beschäftigen sich auch mit Tätigkeiten, die eigentlich gar nicht zu ihrem Arbeitsbereich gehören“.

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Symptome der Arbeitssucht im Überblick

  • Toleranzerwerb, der mit immer mehr Arbeit einhergeht.
  • Abschalten fällt schwer, die Gedanken kreisen ständig um die Arbeit – auch auf Reisen oder im Feierabend.
  • Körperliche Probleme wie Bluthochdruck, Schlafstörungen, Rückenbeschwerden oder nervöse Unruhe.
  • Entzugserscheinungen wie Übelkeit, Schweißausbrüche, Nervosität, Aggressivität und Ungeduld, wenn Betroffene ihrer Arbeit nicht nachgehen können.
  • Probleme mit dem Partner, in der Familie und mit Freunden, die bis hin zu sozialer Isolation führen können, weil Beziehungen in die Brüche gehen.

Wichtig zu wissen: Arbeitssucht ist nicht nur auf die berufliche Tätigkeit beschränkt. Auch die Arbeit, die im Haushalt oder im Ehrenamt anfällt, können Betroffene exzessiv ausüben.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © AndreyPopov/Imago

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