Neuartige Erkenntnisse

Diabetes-Medikament auch zur Demenz-Behandlung: Studien deuten auf geringeres Risiko, zu erkranken

Die Krankheit aufhalten oder das Risiko senken, an Demenz zu erkranken, ist das Ziel der Forscher. Ein Medikament gegen Diabetes gibt neue Hinweise.

Demenz mit all ihren verschiedenen Ausprägungen wie bei Alzheimer-Demenz, vaskulärer Demenz, Lewy-Körperchen-Demenz, Parkinson-Demenz oder frontotemporaler Demenz zählt zu den Erkrankungen, die viele Menschen mit zunehmendem Alter fürchten. Steigt doch das Risiko, an Demenz zu erkranken, im Allgemeinen mit dem Älterwerden. Neben dem Alter und einer genetischen Veranlagung können auch Lebensumstände und verschiedene Risikofaktoren maßgeblich dazu beitragen, das Auftreten von Demenz und Alzheimer zu beeinflussen.

In Deutschland sind mittlerweile über 1,8 Millionen Menschen von der bisher unheilbaren Alzheimer-Erkrankung betroffen, die die häufigste Form der Demenz darstellt und zu einem fortschreitenden Verlust von Nervenzellen im Gehirn führt.

Wissenschaftler forschen unermüdlich an Therapiemöglichkeiten zur Behandlung einer Demenz – um den Verlauf der Erkrankung hinauszuzögern oder gar das Erkrankungsrisiko zu verringern. Eine interessante Erkenntnis ergibt sich im Rahmen von Untersuchungen mit Menschen, die aufgrund ihres Diabetes mellitus Typ 2 behandelt werden und dadurch ein verringertes Demenz-Risiko zu haben scheinen.

Medikament zur Behandlung von Diabetes scheint Risiko für Demenz zu senken

Das Diabetes-Medikament Metformin könnte laut Studien möglicherweise das Risiko, eine spätere Demenz zu entwickeln, senken.

Forscher des Department of Pharmaceutical Outcomes and Policy der University of Florida College of Pharmacy, Gainesville, Florida, machten im Rahmen einer Studie mit 1393 Teilnehmern – von denen ein Teil wegen ihrer Diabetes mit Metformin behandelt wurde, die andere Gruppe nicht – folgende Beobachtung: Rund sieben Prozent der Probanden entwickelte innerhalb von vier Jahren eine Demenz, und zwar innerhalb der Gruppe, die kein Metformin erhielt. Für die Auswertung wurden vier Untergruppen mit unterschiedlichem Risiko für Demenz identifiziert. Die Ergebnisse zeigten: Der Einsatz von Metformin war bei Personen mit Diabetes mellitus Typ 2 signifikant mit einem geringeren Demenzrisiko verbunden, wobei zwischen den Untergruppen erhebliche Unterschiede auftraten.

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Bei Metformin handelt es sich um einen Wirkstoff, der hauptsächlich zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2, aber auch zur Behandlung des polyzystischen Ovarialsyndroms (PCOS), angewendet wird. Der Wirkstoff reduziert die Produktion von Glukose in der Leber und steigert die Effizienz der Glukose-Verwertung im Körper.

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Dass eine Metformin-Gabe Einfluss auf das Auftreten einer Demenz bei Diabetes-Patienten hat, zeigt sich im Rahmen einer weiteren Studie. Die Untersuchung deutet darauf hin, dass insbesondere Patienten mit Diabetes, die niedrigere Metformin-Dosen erhielten, bereits ein vergleichsweise geringeres Demenzrisiko aufweisen. Höhere Metformin-Dosen hingegen bedeuteten keine wesentlich erhöhte schützende Wirkung hinsichtlich der Entwicklung einer Demenz. Ein Zusammenhang zwischen der Metformin-Dosierung und dem Auftreten von Demenz ist noch nicht vollständig geklärt. Es bedarf weiterer, klinischer Studien, um die tatsächlich zugrunde liegenden Mechanismen zwischen der Metformin-Dosierung und dem Demenzrisiko zu bewerten.

Jeder kann versuchen, sein Risiko für Demenz möglichst gering zu halten

Grundsätzlich können bestimmte Lebensumstände das Risiko, an Demenz zu erkranken, erhöhen. Darüber hinaus gibt es weitere Faktoren beziehungsweise Vorerkrankungen, die eine spätere Demenz-Erkrankung begünstigen können. Wer die Risikofaktoren vermeidet oder positiv beeinflusst, kann sein persönliches Risiko reduzieren.

  • Übergewicht
  • Regelmäßiger oder hoher Alkoholkonsum
  • Rauchen
  • Diabetes
  • Wenig Bewegung
  • Hoher Blutdruck, der unbehandelt bleibt
  • Unbehandelte Schwerhörigkeit
  • Depression
  • Schädel-Hirn-Trauma
  • Soziale Isolation und Einsamkeit

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © lacheev/Imago

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