Energiestandort

Rückbau am Gersteinwerk gestartet: Kamin fällt als Letztes

Nach und nach verschwinden Förderband und Aschesilos.
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Nach und nach verschwinden Förderband und Aschesilos.

RWE hat an seinem Energiestandort in Werne-Stockum Großes vor. Doch dafür muss Platz geschaffen werden.

Hamm/Werne-Stockum – Auf dem Gelände des Gersteinwerks in Stockum finden umfangreiche Rückbauarbeiten statt. Sie sind Vorbote eines größeren Umbaus des Energiestandorts. Betreiber RWE schafft Platz für ein wasserstofffähiges Gas- und-Dampfturbinen-Kraftwerk.

Rückbau am Gersteinwerk schreitet voran: Kamin fällt als Letztes

Über den möglichen Bau eines solchen GuD-Kraftwerks (Nennleistung: 800 Megawatt) hatte der Energiekonzern im Mai informiert. Mit der Planung der Anlage, hieß es damals, sei ein italienisch-spanisches Konsortium beauftragt worden. Und: Man halte sich die Chance einer Fertigstellung bis 2030 offen.

Hintergrund der Neuausrichtung ist der Kohleausstieg. Seit 2019 wird im Gersteinwerk kein „schwarzes Gold“ mehr verstromt, sondern nur noch – bei Bedarf – Erdgas. So sind es denn auch die Kraftwerksnebenanlagen des Steinkohleblocks, die verschwinden sollen.

Das etwa zehn Jahre alte Luftbild zeigt den seit 2019 abgeschalteten Kohleblock mit seinen Nebenanlagen (links) sowie die vier Gasblöcke (rechts).

„Bisher haben wir die kleineren Gebäude zurückgebaut“, heißt es aus der RWE-Pressestelle. Nun warten die größeren Aufgaben: Sichtbar für alle Vorbeifahrenden ist die Demontage der alten Aschesilos des Blocks K. Dort wurde Flugasche zwischengelagert, bevor sie auf die Kraftwerksdeponie eingebracht wurde. Auch das Förderband hat ausgedient.

Laut RWE ist bei größeren Gebäuden mit der Entkernung und den Schadstoffsanierungen begonnen worden. Es geht um rund 40 Anlagen, darunter auch der Elektrofilter und die Rauchgasentschwefelung. „Der Rückbau des Kamins ist noch nicht genau terminiert“, heißt es. Das mit 280 Metern höchste Bauwerk am Standort – eine Art Wahrzeichen – werde voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2025 fallen. Ende des kommenden Jahres sollen dann auch alle Arbeiten erledigt sein.

Rund 50 Arbeiter auf der Baustelle

Rund 50 Mitarbeiter eines beauftragen Unternehmens seien mit dem Rückbau beschäftigt, heißt es bei RWE. Wie hoch die Kosten für die Beseitigung der vielen Aufbauten sind, dazu möchte sich das Unternehmen nicht äußern.

Zum Thema Bauabfälle heißt es: „Es wurden Materialien verwendet, die dem Stand der Technik zum Zeitpunkt der Errichtung der Gebäude entsprachen. Diese Materialien liegen in gebundener Form vor und werden durch ein sachkundiges Unternehmen fachgerecht demontiert und fachgerecht entsorgt. Prozessbehälter und Lagertanks, welche Gefahrstoffe enthalten haben, wurden schon vor dem Abbruch durch Fachfirmen entleert, gereinigt und durch Sachverständige freigegeben. Sämtliche anfallenden Materialien werden fachgerecht gemäß den behördlichen Bestimmungen entsorgt.“

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