In Berge Schützenkönig aus Versehen - Zweiter tritt Amt an
[UPDATE 9.30 Uhr] Berge - Verwirrung beim Schützenfest in Berge: Christian Falk schoss am Samstag zwar den Vogel ab, auf den Thron steigt er aber nicht. Zum neuen Regenten wurde am Nachmittag Frank Pieper erkoren.
Er wird als der Schützenkönig mit der vielleicht kürzesten Amtszeit in die Geschichte der Schützengesellschaft Berge eingehen: Nur eine Nacht lang war Christian Falk Regent des Vereins, ehe er am gestrigen Sonntagmorgen mitteilte, dass er aus familiären Gründen nicht auf den Thron steigen wolle. Quasi aus Versehen hatte er den Vogel beim Schützenfest am Samstag abgeschossen. König ist nun ein anderer – und zwar der, der es schon am Samstag werden wollte: Frank Pieper.
Es war ein Schützenfest, das den Bergern sicher noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Nachdem die Schützen mitsamt der
Gastvereine auf dem Vereinsgelände unter den Wassertürmen einmarschierten, wurde das Vogelschießen eröffnet. Mehrere hundert Besucher verfolgten das rege Treiben unter der Vogelstange, an der rund 70 Berger Schützen den Vogel mit ihren Schüssen bearbeiteten.
Spannend wurde es dann, als der Endkampf begann, und mit Christian Falk und Frank Pieper nur noch zwei Königsanwärter übrig blieben. Munter wechselten sich die beiden Schützen ab – bis plötzlich um 19.55 Uhr der Vogel mit dem 307. Schuss fiel. Falk hatte zuletzt geschossen.
Während unter den Besuchern Jubel ausbrach, war dem neuen Regent gar nicht nach Feiern
zumute. Immer wieder beteuerte er, „daneben gehalten“ zu haben. König wollte er schließlich nicht werden. Zunächst war es aber doch – bis er am gestrigen Morgen telefonisch mitteilte, er könne sein Amt nicht antreten. „Da haben wir dann an einem Strang gezogen“, erklärte Vereinsvorsitzender André Böning. Die Lösung des Problems: Frank Pieper wurde zum Schützenkönig erklärt. „Wir sind ihm sehr dankbar, dass er dann für Falk eingesprungen ist.“
„Ich wollte den Vogel ja schon am Samstag abschießen“, erklärte Pieper gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Für den 56-jährigen Speditionskaufmann ist es das erste Mal, dass er auf den Thron der Berger Schützengesellschaft steigt. „So kurios finde ich das alles nicht. Es ist einfach ein schönes Gefühl, König in diesem großen Verein zu sein“, sagte ein sichtlich stolzer neuer Regent. Pieper, der seine Ehefrau Martina zur Königin auserkor, ist zweiter Schriftführer der Schützengesellschaft und bereits seit 1981 Mitglied.
Am Sonntagnachmittag war von all der Verwirrung keine Spur mehr: Die Schützen hielten ihre Parade mit dem neuen Königspaar ab.
Das Schießen:
Zepter: Wolfgang Böning (26. Schuss)
Reichsapfel: Ernst Kosian (8. Schuss)
Fässchen: Gunnar Wiemer (30. Schuss)
Krone: Wolfgang Breitländer (14. Schuss)

