Bahnverkehr
Umfangreiche Gleisbauarbeiten: Riesige Maschine liefert Schienen vom Fließband
Bei der Bahnstreckenmodernisierung zwischen Hamm und Ahlen wird eine nahezu vollautomatische Gleisbaumaschine eingesetzt. Ein riesiges Gerät mit einer Länge von rund 800 Metern.
Hamm/Ahlen – Noch bis zum 25. November müssen Fahrgäste der Deutschen Bahn zwischen Hamm und Ahlen mit Verzögerungen rechnen. Grund sind umfangreiche Gleisbauarbeiten, insbesondere zwischen Heessen und Ahlen. Hauptgrund für diese Arbeiten sind – zum Teil – massive Entwässerungsprobleme auf diesem Streckenteil. „Wir haben Absackungen, seitliche Verschiebungen und etliche andere Schäden auf dem Streckenteil gefunden“, erklärte jetzt Projektleiter Lars Pieper am Montag bei einem Ortstermin am Ahlener Bahnhof. Dadurch sei es aus Sicherheitsgründen immer wieder zu Temporeduzierungen – vor allem für die ICE – gekommen.
Gleisbauarbeiten der Deutschen Bahn: Komplett neuer Unterbau
Auf dem ist es – was die Anzahl der Züge angeht – zurzeit recht ruhig. Ab und zu fährt mal ein IC bzw. ein Güterzug über die zwei noch nutzbaren Gleise des Bahnhofs. Aber eben langsam. Auf der Hauptstrecke wird gearbeitet. Am Montag wurde damit begonnen, die alten Schienen im Bahnhof auszubauen. „Die Strecke selbst ist in einer Richtung fast fertig“, sagt Andreas Fleischer, Dipl. Ing. und Oberbauleiter bei der ausführenden Firma Swietelsky. Die Gleise erhalten einen komplett neuen Unterbau. Sind die alten Gleise und Schwellen erstmal ausgebaut, wird der Schotter samt Unterbau auf rund 80 Zentimeter entfernt und anschließend mit einer neuen und modernen Drainage wieder aufgebaut. „Der Unterbau gewährleistet dann auch dauerhaft Tempo 200 auf der gesamten Strecke“, erklärt Projektleiter Pieper.
Die Arbeit erledigen insgesamt rund 150 Menschen und eine insgesamt rund 800 Meter lange kombinierte Gleisumbau- und Schotterbereinigungsmaschine. Die kann in einer Art Fließbandverfahren Altteile ausbauen und Neuteile einbauen und reinigt und sortiert den alten Schotter nach Weiterverwendung oder Ausschuss. „Etwa 70 Prozent des alten Schotters kann wiederverwendet werden“, erklärt Oberbauleiter Fleischer.
90 Millionen Euro Investition
Insgesamt werden auf dem Streckenabschnitt 35 Kilometer Schienen, 30 000 Schwellen und 28 000 Tonnen Schotter verarbeitet. Die Gleisumbau- und Schotterbereinigungsmaschine wiegt rund 650 Tonnen und sorgt allein mit ihrem Gewicht für eine gute Verdichtung des Gleisbetts.
Zugausfälle
Für die Fahrgäste sind die Bauarbeiten mit Ausfällen und Umleitungen verbunden; Züge werden teilweise durch Busse ersetzt. Die ICE-Züge der Linie Köln–Hamm–Berlin wurden vom 12. bis zum 18. Oktober zwischen Hamm und Hannover durch das Weserbergland umgeleitet. Die Fahrzeit verlängerte sich um bis zu 75 Minuten. Die Halte in Gütersloh, Bielefeld, Herford und Minden entfielen. Seit dem 19. Oktober fahren die ICE-Züge wieder auf der gewohnten Strecke, sind jedoch bis zu 30 Minuten länger unterwegs. Der Halt in Herford entfällt; einzelne Züge fallen aus. Die IC-Züge der Linie Köln–Hamm–Dresden fallen zwischen Köln und Hannover aus.
Der Rhein-Weser-Express (RE6) und die Ems-Börde-Bahn (RB69) fallen vom 12. Oktober bis 28. November in Fahrtrichtung Hamm an den Stationen Ahlen und Heessen aus. Ersatzbusse verkehren zwischen Neubeckum, Ahlen, Heessen und Hamm im 30-Minuten-Takt. In Richtung Bielefeld fahren die Züge ohne Einschränkungen; beim RE6 entfiel allerdings vom 11. bis 18. Oktober der Abschnitt zwischen Bielefeld und Minden.
Die Deutsche Bahn investiert insgesamt 90 Millionen Euro in die Sanierung der Bahnstrecke zwischen Hamm und Hannover. Allein 25 Millionen Euro gehen in den Abschnitt zwischen Hamm und Ahlen. Die Baustelle soll bereits am 25. November beendet werden. Ursprünglich war vom 29. November die Rede. „Bis zum 29. November wird aber unsere Testphase auf der Strecke laufen, mit noch verringerter Geschwindigkeit“, sagt Bauleiter Lars Pieper.
