Drei Crashs in 24 Stunden

„Ampel läuft korrekt“: Stadt schließt Technik-Versagen nach Unfall-Serie aus

Dreimal prallen Autos auf einer Kreuzung in Hamm zusammen. Dreimal wollen die Fahrer bei Grün gefahren sein. Ein Ampeldefekt sei aber nicht Schuld, sagt die Stadt.

Hamm – Eine Bilanz, die für Aufsehen sorgt. Innerhalb von 24 Stunden krachte es gleich dreimal auf der Kreuzung Bismarckstraße/Goethestraße. Vier Menschen wurden insgesamt verletzt, sechs Autos mussten abgeschleppt werden. Die Polizei schätzt den Gesamtschaden auf rund 80 000 Euro. Was die Unfälle gemeinsam haben: Jedes Mal kamen die Fahrer aus der jeweils gleichen Richtung, jedes Mal wollen sie zudem bei Grün auf die Kreuzung gefahren sein. Der Verdacht liegt also nahe, dass die dortige Baustellenampel defekt sein könnte. Dem ist jedoch nicht so, sagt die Stadt.

Drei Unfälle innerhalb von 24 Stunden: Kein Technik-Versagen an Kreuzung in Hamm

Drei Verkehrsunfälle innerhalb von 24 Stunden: Einen Defekt der Ampelanlage an der Kreuzung Bismarckstraße/Goethestraße schließt die Stadtverwaltung trotzdem aus.

Am frühen Montagmorgen seien Mitarbeiter der Straßenverkehrsbehörde vor Ort gewesen, berichtet Stadtsprecher Tom Herberg auf Nachfrage von wa.de. Man habe sich die Abläufe der Ampelphasen an der viel befahrenen Kreuzung angeschaut, und sei zu einem klaren Ergebnis gekommen: „Die Ampelanlage funktioniert und es lag kein Defekt vor.“ Auch in den Unterlagen der Signaltechnik seien keinerlei Überschneidungen der Grün-Phasen erkennbar gewesen.

Ein „Doppel-Grün“, im Juristen-Jargon auch als „feindliches Grün“ bezeichnet, habe es demnach definitiv nicht gegeben. Dies sei rein aus technischer Sicht auch gar nicht möglich. Die Notsperrung des betroffenen Teils der Kreuzung sei deshalb nicht mehr nötig gewesen und wurde aufgehoben, so der Sprecher. Nach dem dritten Unfall am Sonntagabend hatte die Polizei die Zufahrt von und zur Bismarckstraße unterbunden. Das hatte die Verkehrssituation vor Ort spürbar verschärft.

Schlechte Sichtverhältnisse an Kreuzung? Stadtverwaltung bessert nach

Waren die drei Unfälle am Samstag und Sonntag also bloß ein sehr großer Zufall? Nicht unbedingt, so Herberg. Ein mögliches Erklärungsszenario: Linksabbieger aus der Bismarckstraße stehen auf der Kreuzung, weil sie den Gegenverkehr abwarten müssen. Wenn dieser abreißt, fahren sie los. Allerdings ist die Ampel an der Goethestraße in der Zwischenzeit bereits auf Grün gesprungen. Die Verkehrsteilnehmer sehen die bereits in der Kreuzung stehenden Fahrzeuge schlecht – und es kommt zum Zusammenprall.

Um weitere Zusammenstöße zu verhindern, hat die Stadt deshalb im ersten Schritt die Sichtverhältnisse in dem Verkehrsabschnitt verbessert. Die Absperrgitter vor Ort wurden versetzt, sodass Fahrer auf der Goethestraße mögliche Linksabbieger der Bismarckstraße am Fitnessstudio McFit besser im Blick haben. Auch eine Haltelinie weiter in den Kreuzungsbereich hinein werde geprüft, so Tom Herberg. „Hierzu müssen wir aber zunächst die Unfallberichte der Polizei auswerten.“

Rubriklistenbild: © Max Lametz

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